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Geithain Geithain: Kostüme für den Festumzug entstehen
Region Geithain Geithain: Kostüme für den Festumzug entstehen
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16:47 28.02.2011
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. Die Kostüme nehmen derzeit unter geschickten Fingern Gestalt an. Im „Goldenen Löwen" rattert die Nähmaschine, ein Kostüm nach dem anderen wird fertig, um die Mitwirkenden beim Festumzug zur Jubiläumsfeier einzukleiden. Der Festumzug soll wie berichtet aus drei Teilen bestehen. Anführen werden ihn der Geithainer Musikverein, die Bürgermeisterin und die Stadträte. Dann folgt der historische Teil, seine Gestaltung lehnt sich an den Umzug zur 800-Jahr-Feier an. Im dritten Abschnitt soll sich dann das heutige Leben in der Stadt widerspiegeln.

Angeführt wird der historische Teil mit einem Bild aus dem Jahr der Stadtgründung 1186 – mit Dedo, dem Gründer Geithains, und seiner Gattin. Danach wird das Fußvolk laufen, in dem alle Stände der damaligen Zeit präsentiert sind. „Es ist noch viel Arbeit, bis alle Gewänder fertig sind", sagt Petra Röder, Mitarbeiterin im Kirchspiel Geithainer Land. Sie ist die fleißige Schneiderin, seit einigen Wochen erhält sie Unterstützung von Ute Dreßler. Frauensache – anders als vor 825 Jahren, als Kleidung vorwiegend von Männern geschneidert wurde.

„Nähen und schneidern war sonst mein Hobby, jetzt ist es erstmal mein Beruf geworden", erklärt Petra Röder. Doch das Arbeiten mache einen Heidenspaß, sei eben mal etwas anderes. Angefangen habe für sie alles mit dem Kostüm der Maria, welche zum Geithainer Ablassfest 2009 gewählt wurde. Nach dieser Arbeit stand schnell fest, dass Petra Röder auch für die Gewänder der Siedler die richtige Schneiderin ist.

Unter jedes Gewand wird auch ein Unterhemd genäht. „Die Männer bekommen Hosen darunter. Eigentlich trug man früher Beinlinge, aber auf die will sich hier keiner einlassen", schmunzelt Petra Röder.

Die Schneiderin ist stolz auf ihre bisherig Arbeit und freut sich schon auf die nächsten Gewänder: „Es kommen noch Kostüme bis zum Jahr 1910 dazu, die stellen dann die einzelnen Gewerke dar, die um diese Zeit aufblühten." Alte Gemäuer und Sitten sind schon immer Petra Röders Leidenschaft gewesen, „es gehört ja schließlich zu unserer Kultur."

Die vielen Kostüme sollen auch nach dem Festumzug zur 825-Jahr-Feier weiter verwendet werden. „Nur für den einen Tag wäre der Aufwand sonst zu groß", begründet das Petra Röder. Die Gewänder sollen zur Ausleihe bereitstehen – Schulen, Kirchen und Umzüge können dann davon profitieren.

Unterstützen kann die Schneiderinnen bei ihrer Arbeit jeder, der noch Stoffe oder Leder zur Verfügung stellen könnte. Dabei ist darauf zu achten, dass die Stoffe möglichst aus natürlichen Materialien sind und sich farblich ebenfalls an die Natur anlehnen.

Aber auch Statisten, die im Festumzug mitlaufen, werden noch gesucht. „Wir brauchen Jung und Alt. Die Kostüme sind locker und leger, wer hineinpasst und Interesse hat, ist willkommen", lädt Petra Röder alle Geithainer ein, sich im Pfarramt  

der Stadt zu melden.

Sandra Steglich

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