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Geithain Geithain: Landwirtschaft profitiert vom Schnee
Region Geithain Geithain: Landwirtschaft profitiert vom Schnee
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11:41 11.01.2019
Nico Dathe von der Geithainer Landwirtschaftsgesellschaft im Winterdienst-Einsatz: Der Bruchheimer Betrieb hilft bei Bedarf der Stadt Geithain, denn auf die Felder geht es bis Ende Februar nicht. Quelle: Ekkehard Schulreich
Geithain/Bruchheim

Das Grün der Wintersaaten ruht geschützt unter dem Schnee, der in den vergangenen Tagen über den Feldern des Geithainer Umlands niederging. Als die Geithainer Landwirtschaftsgesellschaft im Spätsommer mit der Aussaat des Wintergetreides begann, waren die Böden ausgetrocknet und der für das Aufgehen unverzichtbare Regen nicht in Sicht. Der kam erst spät. Dafür sorgte ein warmer, feuchter Dezember für längeres Wachstum.

Aus dem extrem trockenen Jahr 2018 sei man mit dem sprichwörtlichen blauen Auge herausgekommen, sagt Betriebsleiter Jörg Vollert: „Für 2019 sind wir optimistisch. Die Bestände stehen ordentlich. Und der nasse Schnee ist wunderbar.“

Niederschlag fiel gering aus

Dass der Rekord-Sommer 2018 keine Rekord-Ernten zeitigen würde, zeigte sich früh schon im Jahr. Null Millimeter Niederschläge im März verzeichnet Vollerts kleines Notizbuch am Firmensitz in Bruchheim. In den Folgemonaten habe es immerhin im Schnitt 25 Millimeter Regen gegeben - „Weniger als sonst, aber das hat uns gerettet“, sagt Jörg Vollert, der zudem froh ist über die Böden, die sein Unternehmen bestellt: „Die halten das Wasser noch, wenn die Landwirtschaft andernorts schon hohe Einbußen hat.“

Jörg Vollert, Betriebleiter Quelle: Ekkehard Schulreich

365 Millimeter Nässe vom Himmel gab es im vergangenen Jahr. Normal wären 650 bis 700 Millimeter gewesen, das Doppelte also. Gestützt auf die handschriftlichen Notizen seines Vorgängers Reinhard Sporbert, dessen abgegriffene Kladde er Tag für Tag um aktuelle Daten ergänzt, spricht Vollert von einem Trockenjahr. Keinesfalls dem einzigen der vergangenen Jahrzehnte; 1989 etwa sei auch so eines gewesen mit nur 359 Millimetern. Inzwischen sei der Boden wieder bis in 30 Zentimeter Tiefe durchfeuchtet; das habe eine Grabung gezeigt.

Zuversicht für neue Saison

Der Betrieb bewirtschaftet südlich von Geithain, vom Rochlitzer Berg bis heran an die Autobahn 72, knapp 1500 Hektar Äcker und Grünland. Die Raps-Ernte fiel um ein Viertel geringer aus als sonst. Mit der Ausbeute bei Weizen, Gerste und Zuckerrüben ist der Betriebsleiter zufrieden - nicht zuletzt deshalb, weil nach der Ernte die Getreidepreise anzogen: „Unsere komplette Menge haben wir zu diesem Preis verkauft.“ Das habe die Verluste zumindest in Teilen ausgeglichen.

Weil der Dezember mit 77 Millimetern regenreich war und auch der Januar sich bis dato nicht lumpen lässt, schaut Jörg Vollert mit Zuversicht auf die neue Saison. Zum Betrieb gehören fünf Mitarbeiter, zwei Auszubildende und ein Praktikant. Im Augenblick trete man kürzer, warte die Technik, helfe der Stadt Geithain bei Bedarf beim Winterdienst in Bruchheim und Ossa aus. Überstunden würden abgefeiert, Urlaub genommen. Die Lehrlinge seien in der überbetrieblichen Ausbildung.

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„Ende Februar kriegt der Raps den ersten Dünger. Und dann hoffen wir, dass wir im März auf die Felder kommen, um Sommergetreide zu säen.“ Je eher das gelinge, desto länger sei schließlich die Vegetationszeit. Ein grundsätzliches Umsteuern erwachse aus den Erfahrungen des jüngsten Trocken-Sommers nicht, sagt Vollert. Allerdings: „Unsere Böden waren für Roggen eigentlich zu gut. Bei Niedergräfenhain bauen wir ihn jetzt auf 60 Hektar an. Er braucht nicht so viel Wasser wie der Weizen.“

Von Ekkehard Schulreich

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