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Geithain: Nun werden Kleingärtner angehört

Geithain: Nun werden Kleingärtner angehört

Nach zwei Jahren Debatte wieder alles auf Anfang: Wie es mit der Gartenanlage "Alte Heimat" in Geithain weitergeht, ist nach der jüngsten Sitzung des Stadtrates wieder offen.

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Aufgelassene Gärten in der Kleingartenanlage "Alte Heimat" in Geithain werden beräumt.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Zwar hatten die Parlamentarier im November vergangenen Jahres beschlossen, weite Teile der Anlage - sie wurde in der Vergangenheit bei Hochwasser immer wieder von der sie durchfließenden Eula in Mitleidenschaft gezogen - aufzugeben. Allerdings hielt der Widerstand von Kleingärtnern an, die ihre Parzellen gern weiter bewirtschaften würden. Mit ihrem Vorstoß, die Rückbau-Fläche deshalb erheblich zu verringern und somit die Zukunft weiterer Gärten zu sichern, scheiterte Bürgermeisterin Romy Bauer (parteilos) am Widerstand des Stadtrates.

Mehr als 90 Mitglieder zählte der Verein "Alte Heimat", angesiedelt unter dem Dach des Regionalverbandes, in seinen besten Zeiten. Die Flut vom Juni 2013, die erhebliche Zerstörungen anrichtete, und die folgende Unsicherheit, ob Kleingärten beidseits des Flusses überhaupt noch eine Chance zugebilligt würde, ließ viele ihre Scholle und ihre Laube aufgeben. 28 Enthusiasten blieben übrig. Und sie hoffen, dass sie weiterackern dürfen. "Uns wurde Mut gemacht, dass der Kern der Anlage erhalten wird", sagte Vorstand Dietmar Eichhorn mit Blick auf die Beratung von Ende März, eine von 13 (!) Runden zum Thema: "Wenn die Nordseite stirbt, besteht die Befürchtung, dass die Alte Heimat ganz den Bach runtergeht." Dabei sei die Anlage, südlich des Stadtkerns malerisch in der Aue gelegen, abgesehen von der Flut-Gefahr höchst attraktiv. Deshalb sei es der große Wunsch, die inzwischen laufende Beräumung aufgelassener Gärten zu begrenzen.

Romy Bauer schlug dem Stadtrat deshalb vor, drei Areale - in Summe 15 400 Quadratmeter - herauszulösen und für die Bewirtschaftung durch die Kleingärtner zu sichern. Es handele sich dabei um Land von sechs Pächtern und die vom Bildungsträger FAW bewirtschafteten Tafel-Gärten. Der Verein habe entschieden, dass diese Partner bleiben wollten, und bitte deshalb die Stadt, den Zuschnitt zu korrigieren, so Bauer: "Ich möchte werben dafür. Uns fällt keine Perle aus der Krone. Es gibt eine Lösung, die für alle Beteiligten eine sinnvolle ist." Zumal die Stadt ohnehin allenfalls Ideen für eine Nutzung des Nordufers habe und die Landestalsperrenverwaltung die Flächen als für den Hochwasserschutz ungeeignet verworfen habe.

"Das Gelände wird immer wieder überflutet. Aus städtebaulicher Sicht ist es die beste Lösung", am November-Beschluss festzuhalten und nicht plötzlich zurückzurudern, sagte Ulrich Böhme (Linke) namens seiner Fraktion. "Überhaupt keine neuen Gründe" sah auch Silke Haferkamp (CDU). Ludbert Schmuck (WVWV) wandte sich gegen eine Zerstückelung des Streifens am Nordufer, das die Folge wäre.

Gabriele Sporbert (CDU) erreichte mit einem Antrag immerhin, dass das Thema zurückverwiesen wird in die Ausschüsse und dabei auch die Kleingärtner erneut gehört werden. Doch selbst dieser Antrag, der zumindest einen Aufschub bedeutet und mitnichten Zukunftssicherheit, wurde bei fünf Gegenstimmen nur äußerst knapp angenommen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.05.2015
Ekkehard Schulreich

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