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Geithain: Rudolph freut sich, Bauer will sich neu sortieren

Geithain: Rudolph freut sich, Bauer will sich neu sortieren

Am 1. September hat Frank Rudolph einen neuen Arbeitsplatz: Der 55-Jährige übernimmt die Regie im Geithainer Rathaus. Sein Unternehmen führt ein Geschäftsführer weiter.

Geithain. Frank Rudolph (UWG) setzte sich gegen Amtsinhaberin Romy Bauer (parteilos) durch. Im zweiten Wahlgang am Sonntag konnte er das Ergebnis von Anfang Juni ausbauen: Er kam auf 52,7 Prozent, Bauer verbesserte sich leicht auf 29,3 Prozent.

 

 

"Unerwartet deutlich" nennt Rudolph dieses Ergebnis. Für ihn ein Sieg im zweiten Anlauf, denn vor sieben Jahren unterlag er Bauer. Dass er jetzt zwei Monate Zeit hat, sich vorzubereiten auf sein neues Amt und um die Leitung seines 1992 gegründeten Unternehmens mit zehn Mitarbeitern in geeignete Hände zu geben, freut ihn. Mehr noch, dass im südlichen Teil des Landkreises nun ausschließlich Bürgermeister ohne Parteibuch Gestaltungskraft haben - von Grimma über Bad Lausick bis Colditz, von Frohburg über Geithain bis Narsdorf: "Es gibt Dinge, die jetzt einfacher werden. Ich setze auf eine intensivere Zusammenarbeit." Offenes und intensives Miteinander strebe er auch im Rathaus und im Stadtrat an. Sein Stadtratsmandat wird Rudolph niederlegen, das des Kreistages will er weiterhin nutzen.

 

 

Romy Bauer steht vor der Herausforderung, sich neu zu sortieren. "Ich bedanke mich bei allen, die mir erneut das Vertrauen schenkten", sagt sie. Dass die Mehrheit der Wähler sich für einen Wechsel entschieden habe und so einen "Aufwind für die städtische Entwicklung" erhoffe, erkenne sie an. Sie wünsche ihrem Nachfolger "Erfolg beim Erfüllen der in ihn gesetzten Erwartungen zum Wohle der Stadt Geithain". Romy Bauer übernahm seit 1990 Verantwortung als Bürgermeisterin, zuerst in Narsdorf, seit 2008 in Geithain.

 

 

"Es muss gemeinsam für Geithain in eine gute Richtung gehen", meint Pfarrer Markus Helbig, der das Kirchspiel Geithainer Land leitet. Eine Wahlempfehlung habe die Kirche bewusst nicht gegeben. Frank Rudolph möge es gelingen, die Stadt weiter voranzubringen. Romy Bauers Handicap sei gewesen, "dass viele Leute ihr das Leben schwer gemacht haben. Dann schaut man öfter nach den Steinen, nicht nach den Zielen." Dass in Geithain seit 1990 kein Bürgermeister wiedergewählt worden sei, sei möglicherweise Anhaltspunkt für ein schwieriges Pflaster.

 

 

"Wir hoffen auf gute Zusammenarbeit", sagt Uwe Schiener, Präsident des FSV Alemannia Geithain. Die beiden Kunstrasen-Plätze seien nach der Flut 2013 jetzt im Bau. Noch in diesem Jahr sollten sie fertiggestellt werden. "Wir stehen hinter ihm und arbeiten gern mit ihm zusammen", sagt Jan Brunswig namens des Geithainer Gewerbevereins. Wichtig sei es, neues Gewerbe anzusiedeln; Geithain habe hervorragende Voraussetzungen. "Ein gutes Gespür, wenn es darum geht, für Geithain den besten Weg zu finden", wünschen sich die Karnevalisten des GCC. Man erwarte, so Präsident Jan Seitz, "trotzdem für den Fasching ein paar gute Vorlagen aus dem Rathaus." Peter Frommelt, der das Kinder- und Jugendhaus R9 leitet, möchte, dass "die angestoßenen Projekte fortgeführt" würden. Das betreffe etwa den Bau einer Geländepiste für Fahrräder, aber auch die Einbeziehung Heranwachsender in den politischen Diskurs.

Für die Gemeinde Narsdorf, via Verwaltungsgemeinschaft mit Geithain verbunden, ändere das Wahlergebnis nichts Grundsätzliches, sagt deren Bürgermeister Andreas Große (parteilos). Den Hauptteil der Verwaltungsarbeit leisteten die Rathaus-Mitarbeiter. Darüber hinaus: "Ich gehe davon aus, dass Frank Rudolph unseren Wunsch akzeptiert, so lange wie möglich eigenständig zu bleiben."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.06.2015
Ekkehard Schulreich

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