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Geithain Geithain: Sozialarbeiterin setzt auf neue Projekte – nicht nur Ausgleich für R9
Region Geithain Geithain: Sozialarbeiterin setzt auf neue Projekte – nicht nur Ausgleich für R9
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12:41 25.10.2017
Die offene Kinder- und Jugendarbeit in Geithain soll künftig an den Schulklub der Paul-Guenther-Schule angelehnt werden. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

Mit kleineren Projekten beginnen und gemeinsam mit den Heranwachsenden die Freizeitangebote Stück für Stück erweitern: So beschrieb Franziska Mascheck vor dem Geithainer Stadtrat am Dienstagabend ihr Verständnis von jener offenen Kinder- und Jugendarbeit, der sie in Geithain, aber auch in Kohren-Sahlis und im ländlichen Umfeld beider Orte Kontur und Inhalt geben möchte.

Franziska Mascheck. Quelle: Jens Paul Taubert

Seit Anfang Oktober ist die Wahl-Lindaerin, die demnächst ihr Studium Soziale Arbeit abschließt, bei der Arbeiterwohlfahrt Leipziger Land angestellt. Damit erweitert die AWO – einem Wunsch der Stadt folgend, die einen Ausgleich für das geschlossene Kinder- und Jugendhaus anbieten möchte – ihr Spektrum, denn seit Jahren schon betreibt sie den Schulklub an der Paul-Guenther-Schule und sichert hier an der Oberschule die Schulsozialarbeit ab. Deshalb war es nur konsequent, dass Schulklub-Leiterin Mandy Schalinske Mascheck bei ihrer Vorstellungsrunde im Parlament begleitete.

„Ich weiß, dass ich hier in eine große Vorgeschichte reinkomme“, sagte Mascheck mit Blick auf die Schließung des Treffs R9 im Sommer 2016, die unter den Heranwachsenden selbst, vor allem aber bei der Linkspartei über den Stadtrat hinaus für massive Kritik gesorgt hatte und bis heute sorgt. Mit ihrer offenen Arbeit, angelehnt an den Schulklub, verfolge sie indes einen anderen Ansatz. Ihr gehe es zuerst um Angebote für die Zehn- bis 13-Jährigen, aber auch um die bis zu 18 Jahre alten Jugendlichen. „Sie sollen ihre Stadt als einen lebendigen Ort erleben“, sagte sie. Erweiterte Öffnungszeiten des Treffs böten einen Rahmen; vor allem aber gehe es darum, Ideen und Wünsche der Heranwachsenden in Projekten umzusetzen.

Neben der Arbeit in Geithain kümmert sich Mascheck um eine Gruppe junger Leute, die dabei sind, in der ehemaligen Kohrener Grundschule einen Freizeittreff zu etablieren. Außerdem wird sie überlegen, „wie erreiche ich die, die außerhalb der beiden Städte zu Hause sind“. Anfang 2018 ist ein Film-Theater-Projekt geplant.

„Ich freue mich, dass es jetzt jemanden gibt, der sich außerhalb der Schulzeit mit den Kindern und Jugendlichen befasst“, sagte Thomas Lang (Linke). Das ändere aber nichts daran, dass die Schließung des R9 eine Lücke gerissen habe: „Die 17, 18 und älter sind, die haben nach wie vor nichts.“ Dass Jugendliche ihre Freizeit in unmittelbarer Schulnähe verbringen wollten, bezweifelte Lutz Hiller (Wählervereinigung Narsdorf-Ossa-Rathendorf). Für ihn gebe es „noch nichts richtiges Neues“. Sie werde, sagte Franziska Mascheck, zu diesen Älteren den Kontakt suchen. Der Schulklub sei nicht gleich Schule; er verfüge über einen separaten Zugang, über drei Räume und sei zumindest eine Basis, um Neues zu aufzubauen.

„Ich denke, das kann sich gut entwickeln“, meinte Gabriele Sporbert (CDU). Sie wollte wissen, ob neben Oberschülern auch Gymnasiasten den Treff frequentierten. Klubleiterin Mandy Schalinske bestätigte das: „Vor allem das Ferienprogramm nutzen sie sehr. Und auf längere Öffnungszeiten warten alle sehnsüchtig, gerade auch die, die schon aus der Zehnten raus sind.“ Fraktionskollege André Brendemühl zog das Fazit, mit dem Treff „erreichen wir heute schon mehr Kinder als im Rosental waren“.

Von Ekkehard Schulreich

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