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Geithain Geithain: Wickershainer Landwirt investiert erneut in Energieerzeugung
Region Geithain Geithain: Wickershainer Landwirt investiert erneut in Energieerzeugung
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00:21 12.10.2017
Doppeltürme in Wickershain: Landwirt Christian Landwehr vor der Silhouette der Marienkirche und neben der Kuppel seines Gärbehälters, in dem Biogas für die Verstromung entsteht. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain/Wickershain

Mist und Silage zu Strom, die Rückstände als Dünger aufs Feld, um neues Wachstum zu fördern: Auf diesen Kreislauf setzt der Landwirtschaftsbetrieb Barthel & Landwehr GbR im Geithainer Ortsteil Wickershain seit einem Jahrzehnt. 2007 entschied sich das familiär geführte Unternehmen mit seinen vier Beschäftigten, nicht nur Getreide anzubauen, sondern auch in die grüne Energieerzeugung einzusteigen.

„Wir sind sehr zufrieden, dass wir diesen Schritt damals gewagt haben“, sagt Betriebsleiter Christian Landwehr. Dieser Geschäftszweig biete auf Jahre eine Sicherheit, die man am globalen Getreidemarkt nicht mehr finde. Ein guter Grund, jetzt noch einmal zu investieren. Genauer gesagt: zweimal. Der Bau eines Gasspeichers und die Anschaffung weiterer Motoren, die die Generatoren treiben, soll eine Stromproduktion nach Maß ermöglichen. Die Abwärme will der Betrieb künftig für die Trocknung von Weizen und Gerste nutzen, weshalb außerdem fünf Silotürme errichtet werden.

Einspeisen nach Bedarf bringt Bonus

Flexibilisierung heißt das Zauberwort, das Landwehr aktiv werden lässt. Zwar sind die Entgelte für den Stromverkauf auf 20 Jahre festgeschrieben. Wer aber exakt nach Bedarf Energie einspeist, bekommt einen Bonus obendrauf. Die Flexibilisierung ist ein Beitrag dazu, die Frequenz im Netz stabil zu halten. Angesichts der großen, aber unregelmäßig erzeugten Mengen an Wind- und Sonnenstrom ist das für die Netzbetreiber eine wachsende Herausforderung. „Künftig liefern wir unter der Woche tagsüber mehr, an Wochenenden und nachts weniger“, sagt Landwehr.

Das kontinuierlich entstehende Biogas aus Puten- und Rindermist plus Silage aus selbst angebautem Mais wird bei Drosselung der Stromerzeugung in einem neu zu bauenden Speicher deponiert. Außerdem wird 2018 die Lagerkapazität für die Gärreste erweitert. Die Kosten dieser Investition beziffert Landwehr auf rund eine Million Euro. Die selbe Summe wird das 1991 gegründete Unternehmen, das 700 Hektar Flächen rund um Geithain und Narsdorf bewirtschaftet, für das neue Getreidelager verbauen. Die Fundamente für die 20 Meter hohen Türme sind gelegt. Jeder einzelne hat ein Fassungsvermögen von 1250 Tonnen Korn. Um Platz zu schaffen, wurde der alte Milchviehstall aus Genossenschaftszeiten abgerissen. Komplettiert wird das Lager durch eine Trocknung, die die bei der Biostrom-Herstellung abfallende Wärme nutzt. Bisher dient sie lediglich zum Beheizen der Gebäude auf dem Hof und zur Warmwasser-Bereitung.

Außerdem gibt es für zwei Hektar Spargel-Fläche so etwas wie eine Fußbodenheizung: „Das versetzt uns in die glückliche Lage, schon Mitte März den ersten Spargel anbieten zu können.“

Getreide zu lagern macht unabhängiger

Die Möglichkeit, das Getreide zu trocknen und selbst in größerem Umfang zu lagern, mache zumindest ein wenig unabhängiger, sagt Christian Landwehr: „Wir erreichen eine höhere Qualität. Und wir können dann verkaufen, wenn der Preis auf dem Weltmarkt vielleicht etwas günstiger ist.“ Aktuell gebe die Situation hier keinen Anlass zu Euphorie: „Die Ernte war gut, doch die Preise sind mäßig.“ Angesichts dessen sei die Stromproduktion eine sichere Bank – und eingebunden in den landwirtschaftlichen Kreislauf.

Von Ekkehard Schulreich

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