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Geithain "Geithain hat Flagge gezeigt"
Region Geithain "Geithain hat Flagge gezeigt"
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18:54 10.10.2010
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. Im Haus lud Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU) zum Kaffeetrinken ein. Knapp 50 Teilnehmer hatte zeitgleich eine Veranstaltung rechter Kräfte auf dem Marktplatz unter dem Motto „Unsere Heimat stirbt".

„Ein bisschen Skepsis ließe sie schon völlig bloß dasteh’n, man müsste sich nur angewöh’n, besser hinzuseh’n und ruhig lachen, wenn was lächerlich ist, und zwar laut…" sang Johannes Möller im Rathausfoyer den 1980 veröffentlichten Reinhard-Mey-Song von des Kaisers neuen Kleidern. Der Pfarrer aus Syhra brachte das ständig wechselnde Publikum mit seinen gekonnt vorgetragenen Liedern zum Klatschen, zum Lachen und zum Mitsummen. Bücher von Victor Klemperer, Erich Kästner und Dietrich Bonhoeffer, aber auch mit Witzen und Anekdoten luden zum Blättern ein.

Als am Freitag in der Stadt bekannt wurde, dass rechte Kräfte für Sonnabendnachmittag eine Veranstaltung auf dem Marktplatz planen, ließ die Stadtchefin 500 Flugblätter in Geithain verteilen. In ihrem Aufruf formulierte sie den Wunsch, das Ganze möge keinerlei Publikum finden. Die Veranstaltung, zu deren Rednern der parteilose NPD-Stadtrat Manuel Tripp aus Geithain gehörte, hatte dann kaum ein Dutzend Zuschauer.

Wer den Markt in dieser Stunde nicht einfach meiden wollte, den hatte die Bürgermeisterin zu Kaffee und Kuchen ins Rathaus eingeladen. Mandarinenkuchen mit Baiserdecke, Kaffee und Tee fanden viele Abnehmer. Eine Familie war extra aus Thierbaum gekommen, Senioren tauschten sich über Neuigkeiten in der Stadt aus, Teilnehmer der Mahnwache schauten rein.

Sie standen ansonsten schweigend vor dem Rathaus. Aufgerufen zu dieser Mahnwache hatte die „Initiative für ein weltoffenes Geithain". Auf Bannern – von Teilnehmer gehalten beziehungsweise im Marktbereich angebracht – stand unter anderem „Bunt statt Braun", „Gemeinsam gegen Rechts", „Wir stehen für Demokratie" und am Rathausbalkon: „Geithain lebt".

Die Polizei war während der Veranstaltung auf dem Markt präsent und rückte nach deren Ende wieder ab. Da waren im Rathausfoyer noch lebhafte Gespräche im Gange.

Auch so eine Veranstaltung wie die der rechten Kräfte dürfe im Rahmen der demokratischen Ordnung stattfinden, so die Bürgermeisterin. Romy Bauer: „Geithain hat Flagge gezeigt und eine angemessene und deutliche Art gefunden, damit umzugehen – heiter, gelassen, frei und souverän."

Inge Engelhardt

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