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Geithain ist in der 30. Runde noch lange nicht schachmatt

Geithain ist in der 30. Runde noch lange nicht schachmatt

Sommer, Geithain und Schach: Seit drei Jahrzehnten gehört das zusammen. Zum 30. Sommerschachturnier am kommenden Wochenende haben mehr als 100 Teilnehmer ihr Kommen zugesagt.

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Schach-Urgestein Kurt Ibisch wird mit seinen 84 Jahren beim Turnier am Wochenende in Geithain wohl wieder der älteste Spieler am Brett sein. Ihm ist es zu verdanken, dass die Veranstaltung mit der politischen Wende 1989/90 nicht unterging.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Sie reisen aus Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Bayern und darüber hinaus an. Diese Art des Ost-West-Austauschs konnte im Gründungsjahr 1985 allerdings niemand im Blick haben. Dafür wurde das Friedensturnier, wie es damals hieß, zumindest innerhalb der DDR schnell zu einem Begriff.

"Keiner der Beteiligten damals konnte ahnen, welche Erfolgsgeschichte das werden würde", sagt Mario Birr. Der Vorsitzende des Schachvereins SG agro Geithain fungiert erst seit ein paar Jahren als Ausrichter dieser Veranstaltung. Doch er weiß, dass die Wurzeln für den heutigen Erfolg 1985 gelegt wurden. Dass das Turnier nicht im Zuge der politischen Wende 1989/90 unterging, verdankt es Schach-Urgestein Kurt Ibisch. Der Wahl-Lunzenauer setzte sich maßgeblich dafür ein, diese vor allem auch für schachbegeisterte Kinder und Jugendliche wichtige Veranstaltung unter dem Namen Sommerturnier neu zu etablieren. Nach einer Pause 1990 startete man 1991 neu durch - und erreicht längst wieder eine Resonanz, die sich getrost mit früherem Zuspruch messen kann.

"Mit meinen 84 Jahren werde ich wohl wieder der Älteste am Brett sein", sagt Kurt Ibisch und lacht. Gesundheitsbedingt gab er die Leitung des Turniers in jüngere Hände, doch die Freude, daran teilzunehmen, ist ungetrübt. Es ist die Freude am Schach, und es ist die Lust, Menschen kennenzulernen, sich auszutauschen in einer besonderen Atmosphäre, wie sie der angestammte Spielort im Geithainer Schützenhaus bietet. Die Geschichte des Geithainer Schachs, sagt Ibisch, der für die Chronik recherchiert hat, reiche sogar fast ein Jahrhundert zurück. 1924 bereits habe sich in der Stadt ein Arbeiterschachverein gegründet, der nach dem Zweiten Weltkrieg schließlich als Abteilung aufging in der BSG Motor Geithain. Als Aktivisten der ab 1985 ausgerichteten Turniere nennt er den schon verstorbenen Albert Wurm - neben Andreas Hedrich. "Die Teilnehmer kamen damals aus der ganzen Republik. Die Sache war vor allem für die Heranwachsenden ein Ereignis." Der Sieger von 1989, Kay Kempe aus Chemnitz, zählt heute wieder zu jenen, die am Sommerschachturnier teilnehmen.

Ibisch, der 1989 zum Geithainer Verein stieß, versuchte das Turnier über die Umbruchszeit zu retten, warb unter den Schachfreunden, ging Klinken putzen, um Unterstützer zu gewinnen. Mit 18 Köpfen wurde der Neubeginn versucht - und er gelang. Der Fokus weitete sich auf West- und Süddeutschland, Russen und Polen meldeten sich; Anfragen kamen sogar aus Dänemark und Polen. "Eine Mail erreichte mich aus Indien. Es war ein Buchhändler, der zwar nicht teilnehmen wollte, aber Bücher suchte, um Kindern das Schachspiel beizubringen", erinnert sich Ibisch. Ab Turnier Nummer zehn übernahmen die Geithainer Bürgermeister jeweils die Schirmherrschaft, nahmen oft den ersten Zug vor, der den Turnierbeginn symbolisiert und stifteten einen Pokal.

Das 30. Sommerschachturnier beginnt am 28. August, 16.50 Uhr. Die Siegerehrung ist am späten Sonntagnachmittag geplant. "Das Spitzenfeld ist so stark wie nie", freut sich Mario Birr. Neun Teilnehmer, unter ihnen drei Turniersieger früherer Jahre, hätten eine Wertungszahl von über 2000, und vier weitere lägen knapp darunter. Das verspreche Spannung: "Freunde des königlichen Spiels sind als Zuschauer gern gesehen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.08.2015
Ekkehard Schulreich

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