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Geithain Geithain sucht neuen Träger für Kindertagesstätten in Ossa und Narsdorf
Region Geithain Geithain sucht neuen Träger für Kindertagesstätten in Ossa und Narsdorf
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00:19 30.07.2017
Gemeinsam zu frühstücken, das schmeckt der Narsdorfer „Rasselbande“ – hier Ronja, Lotta, Adele, Paula, Ben und Zoe von der Schmetterlingsgruppe. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain/Ossa/Narsdorf

Selbst trübes Wetter hält die Mädchen und Jungen der Ossaer Kindertagesstätte „Abenteuerland“ nicht ab, sich draußen zu tummeln. Die kleine Hütte im Wald, die dank Spenden errichtet werden konnte, bietet ein Dach. Im Umfeld können die Kinder Buden bauen, balancieren, am Wasser spielen, Natur mit allen Sinnen erleben. „Dieser unmittelbare Natur-Bezug macht uns aus“, sagt Tom Zänker, der die Einrichtung mit gerade einmal 30 Plätzen kommissarisch leitet.

Dass der am Jahresende anstehende Trägerwechsel daran etwas ändert, erwarten weder sein Team und er noch die Eltern, die ihre Sprösslinge hier gut aufgehoben wissen. Der in Colditz ansässige Verein Ländliches Leben, der die Kindertagesstätten in Ossa und im benachbarten Narsdorf einst aus der Regie der Kommune übernahm, hat die Verträge jetzt gelöst. Er will sich auf die Arbeit in der Colditzer Region konzentrieren.

Die Stadt Geithain, zu der Narsdorf seit Juli zählt, sucht per Ausschreibung deshalb einen neuen Betreiber für beide Häuser.

„Die Nachricht hat uns überrascht, und natürlich gibt es da ein paar Fragezeichen. Aber wir schauen nach vorn“, sagt Zänker, der in Vertretung für Gloria Pröhl, die sich im Erziehungsurlaub befindet, agiert. Vier Erzieher, Hauswirtschafterin und Hausmeister kümmern sich in Ossa um das Wohl von 30 Krippen- und Kindergarten-Kindern, die aus Ossa und Wenigossa, aber auch aus Geithain und Göhren kommen. Das Kneipp-Konzept, für das sich das Team vor Jahren schon qualifizierte, ist ein Markenzeichen. Dass es das auch in der Zukunft bleibt, davon geht Mutter Michelle Dorn aus: „Wir können den Trägerwechsel nicht ändern. Wir lassen uns überraschen.“ Ersthafte Sorgen mache sie sich nicht.

Gemeinsam zu frühstücken, das schmeckt der Narsdorfer „Rasselbande“ – hier Ronja, Lotta, Adele, Paula, Ben und Zoe von der Schmetterlingsgruppe. Quelle: Jens Paul Taubert

In der Narsdorfer Einrichtung „Rasselbande“ ist die Situation vergleichbar. „Wir sind positiv gestimmt, dass sich ein geeigneter Träger findet“, sagt Elternvertreterin Nicole Härtig-Gröber. Eines liege Eltern und Erzieherinnen besonders am Herzen: dass die Vollverpflegung der Kinder vom Frühstück bis zum Vesper Bestand hat. „Das hat viel Überzeugungsarbeit gekostet, doch inzwischen sind alle sehr froh darüber“, bestätigt Mitstreiterin Anett Börner. Die Wickershainerin habe ihren Sohn ganz bewusst schon zu Krippenzeiten in Narsdorf angemeldet, um sicherzustellen, dass er mit seinen Freunden später in der Narsdorfer Grundschule in die selbe Klasse kommt. Die Kindereinrichtung sei unverzichtbar für das Dorf, und sie strahle weithin aus.

Mit 85 Plätzen und sieben Erzieherinnen – eine achte Stelle ist zurzeit vakant – ist das Narsdorfer Haus ungleich größer als das in Ossa. Die Kinder kommen aus Narsdorf, Wickershain sowie aus den zu Mittelsachsen zählenden Orten Breitenborn, Carsdorf, Mutzscheroda, Noßwitz und Köttwitzsch. Neben Krippe und Kindergarten findet sich auch der Hort unter demselben Dach.

Dass Letzterer inzwischen über seine ursprüngliche Kapazität hinaus in Anspruch genommen werde, sieht die kommissarische Leiterin Katja Dathe mit gemischten Gefühlen: „Alle Mitarbeiter stoßen durch die Überbelegung an ihre Grenzen.“ Die gute Resonanz sei erfreulich, doch sorge die Überbelegung zwangsläufig für Spannungen im Haus und schränke zudem die Möglichkeiten in der ebenfalls stark nachgefragten Krippenbetreuung ein. Bei der „Rasselbande“ setzt man deshalb auf Ankündigungen der Stadt Geithain, die einstige Narsdorfer Mittelschule für Hortzwecke herrichten zu wollen. Am 18. August wird ein großes Familiensportfest gefeiert. Das, sagt Erzieherin Romy Lehmann, sei zugleich der Abschluss für das gruppenübergreifende Projekt zu Bewegung und gesunder Ernährung.

Die beiden Kindereinrichtungen werde man in Abstimmung mit dem Jugendamt des Landkreises bis Mitte August ausschreiben, sagt der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG): „Im September, spätestens im Oktober wollen wir die Vergaben vornehmen.“ Er rechne fest damit, dass es Interessenten gebe, vorzugsweise auch unter jenen Trägern, die in der Stadt und der Region bereits seit Jahren Kindereinrichtungen betrieben.

Rudolph bekräftige seine Aussage vom Juni: „Für die Eltern besteht keinerlei Grund zur Sorge, auch nicht für das in beiden Einrichtungen beschäftigte Personal.“ Es werde einen geordneten Übergang geben.

Von Ekkehard Schulreich

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