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Geithain und Frohburg beklagen steigende Kita-Kosten

Geithain und Frohburg beklagen steigende Kita-Kosten

Die Betreuung in den Kindereinrichtungen abzusichern, kostet die Städte und Gemeinden eine Menge Geld. Und die Ausgaben steigen Jahr für Jahr. Dass das Land Sachsen, die Kommune und die Eltern zu gleichen Teilen die Kosten tragen, dieses Modell ist längst Geschichte.

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In der Kindereinrichtung in Niedergräfenhain spielen im Sandkasten (v.l.): Mia, Lenny, Fin und Mik. Das Kirchspiel hat die Kita neu gebaut und führt sie.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain/Frohburg. Die Hauptlast liegt bei den Städten und Gemeinden. Ob sie die Einrichtungen dabei in Eigenregie betreiben wie Frohburg oder komplett freie Träger damit beauftragt haben wie Geithain, ändert an diesem Dilemma nichts Grundsätzliches. Und auch die geringfügige Erhöhung des Personalschlüssels bringt wenig Entlastung.

"Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass die vom Land zugesagten ,Nachbesserungen' nur kurze Zeit Wirkung haben werden, vielleicht ein, zwei Jahre. Sie reichen bei Weitem nicht aus, um eine weitere Kostenerhöhungen für Betreiber, Kommunen und Eltern zu verhindern", sagt Wolfgang Hiensch (BuW). Der Frohburger Bürgermeister verweist auf ständig steigende Personal-, Betriebs- und Bewirtschaftungskosten, sieht die Gründe aber auch und "vor allem in der Bundes- und Landespolitik und deren Regelungs- und Gesetzgebungswahn in allen Bereichen".

Nicht viel anders fällt die Einschätzung seiner Geithainer Amtskollegin Romy Bauer (parteilos) aus. Zwar sehe der Landeshaushalt etwas mehr Geld für zusätzliche Erzieherinnen vor und sorge damit für eine personelle Entlastung. "Der Buhmann sind aber letztlich wir, weil wir für die Kostendeckung zu sorgen haben", sagt sie. Und das könne unter Umständen nur geschehen, indem man die Eltern stärker belaste. "Wir haben über viele Jahre die Elternbeiträge konstant halten können", so Bauer. Möglich, dass diese Ära demnächst ende. Die Gesamtkosten für die Geithainer Kinderbetreuung lag 2013 bei 1,2 Millionen; 459 000 Euro steuerte Sachsen bei, 741 000 Euro musste die Stadt erbringen. Hinzu kommen die Beiträge, die Eltern Monat für Monat für Krippe, Kindergarten, Hort oder Tagesmutter zahlen.

Die Kindereinrichtungen durch freie Träger betreiben zu lassen, bringe kaum Kostenersparnis, sagt Romy Bauer; die Gesetzesgrundlage sei ja dieselbe. Wichtiges Argument für freie Trägerschaften, wie sie Geithain durchweg und seit vielen Jahren praktiziere, sei die Vielfalt der pädagogischen Konzepte. "Das regt die Eltern an, sich bewusst für das eine oder das andere zu entscheiden." 312 Mädchen und Jungen werden aktuell in Geithain betreut. Träger sind Arbeiterwohlfahrt, Volkssolidarität Borna und Integrationswerk Westsachsen; in Wickershain gibt es eine Tagesmutti. Das Kirchspiel Geithainer Land sicherte in neuem Haus und mit neuem Konzept die Einrichtung in Niedergräfenhain, für Bauer ein hervorragendes Beispiel: "Wir als Kommune hätten sie nicht halten können." Von den 900 000 Euro, die der Träger investierte, ganz zu schweigen.

Anders die Situation in Frohburg. "Die Eigenregie für die Kitas ist vor allem eine politische Entscheidung", sagt Wolfgang Hiensch. Dass man damit gut fahre, sei offenkundig. In den vergangenen Jahren habe man erheblich in den Neubau, Ausbau und in die Sanierung der Einrichtungen in der Stadt und in den Ortsteilen investiert. Natürlich bedeute die Bewirtschaftung von zehn Kindereinrichtungen einen erheblichen Verwaltungsaufwand, gebe es auch Konflikte, Baumängel und Personalausfälle zum Beispiel. Doch er sehe nicht, sagt Hiensch, dass Frohburg mit einer Auslagerung an freie Träger besser fahren würde: "Frohburg hat im überregionalen Vergleich seit Jahren ein hohes qualitatives Niveau."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.03.2015
Ekkehard Schulreich

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