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Geithainer Bürgermeister: „Wir kommen nur mit ihnen allen voran!“

Neujahrsempfang Geithainer Bürgermeister: „Wir kommen nur mit ihnen allen voran!“

Es war kein Abend politischer Ansagen, sondern des Dankes: Seinen ersten Neujahrsempfang nutzte der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG), um den großen Wert von Bürgersinn zu unterstreichen. Geithain voranzubringen, das sei die Sache aller. Die Zeichen stünden gut, das dank einer neuen Art des Miteinanders zu schaffen.

Bürgermeister Frank Rudolph (links) dankt Horst Krznaric, der seit 70 Jahren ein engagierter Feuerwehrmann ist.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. “Nur mit ihnen allen kann unsere Stadt vorankommen.“ Ein Kernsatz, Extrakt der Ansprache, die Geithains im Sommer 2015 gewählter Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) beim Neujahrsempfang am Freitagabend im Bürgerhaus vor 170 Geladenen hielt. Der erste Empfang, den das langjährige Stadtratsmitglied aus neuer Perspektive, der des Gastgebers, erlebte. Bilanz und Ausblick hielt er kurz. Weitaus größeren Raum beanspruchte im kompakten einstündigen offiziellen Teil des Abends die Würdigung ehrenamtlichen Engagements: von Bürgern, von Vereinen, Feuerwehr-Kameraden. Jener also, die Tag für Tag auf ihre Weise dafür einstehen, dass Geithain „eine intakte Stadt zum Leben und zum Arbeiten“ ist und bleibt. Das Blasorchester des Musikvereins rahmte die Veranstaltung.

Das Blasorchester des Musikvereins Geithain sorgte für den guten Ton – und gehörte im Laufe des Abends selbst zu den Ausgezeichneten

Das Blasorchester des Musikvereins Geithain sorgte für den guten Ton – und gehörte im Laufe des Abends selbst zu den Ausgezeichneten.

Quelle: Jens Paul Taubert

„Im Grunde saß ich gern auf der Seite der Unternehmer“, eröffnete Frank Rudolph den Empfang, zu dem er Vertreter der Geithainer Wirtschaft, der Schulen, der Vereine, der Feuerwehr, engagierte Einwohner begrüßte. Gekommen waren außer ihnen Stadträte, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und die Amtskollegen von Borna, Kohren-Sahlis, Narsdorf und Bad Lausick, Simone Luedtke (Linke), Siegmund Mohaupt (CDU), Andreas Große und Michael Hultsch (beide parteilos). „Sie glauben gar nicht, was es alles an Fremdwörtern in einer öffentlichen Verwaltung gibt“, spielte Rudolph an auf seine ersten Tage im neuen Amt, ausgestattet „mit zwei Dienstsiegeln, einem leeren Schrank, veralteten Dienstanweisungen und großem Tatendrang“. Verwaltung und Stadtrat hätten ihn in seinen ersten Monaten als Bürgermeister fair begleitet; dafür bedankte er sich nachdrücklich.

Das vergangene Jahr sei für Geithain ambivalent gewesen. Zuweisungen von Land und Bund sanken; bei Steuern gab es ein Plus. Die Verwaltungskosten habe man reduzieren, den Etat entlasten können, so Rudolph. 2016 stünden „nicht nur schöne Entscheidungen“ an: zum kommunalen Wohnungsbestand, zur Erhöhung der Beiträge für die Kindereinrichtungen und für Sportstätten etwa. Geithain investiere aber auch: in den Straßenbau in Wickershain, in Theusdorf und im Neubaugebiet, in den Parkplatz Colditzer Straße, in die Renaturierung des Ossabachs; der Radweg nach Wickershain werde im Frühjahr fertig. Rudolph lenkte die Aufmerksamkeit auf die für die Lebensfähigkeit der Kommune wichtige Einwohnerzahl. Die liegt aktuell bei 5437 Köpfen, Tendenz sinkend. 37 Geburten standen im vergangenen Jahr 129 Sterbefälle gegenüber. Immerhin überwogen die Zu- die Wegzüge. Sein Credo für 2016 und die Folgejahre: „Nicht totsagen, aber ausgewogene Ausgabepraxis und Haushaltsdisziplin.“

„Unersetzbar“ nannte Frank Rudolph das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die Geithain Gesicht gäben und die Atmosphäre in der Stadt prägten. Zwei Frauen und sechs Männer erfuhren am Freitagabend eine explizite Würdigung. Für die äußerst lebendige Städtepartnerschaft mit dem fränkischen Veitshöchheim setzt sich CDU-Stadträtin Gabriele Sporbert seit Jahren ein.

Betty Raschke engagiert sich seit der ersten Stunde für das Projekt „Tischlein deck dich“, das Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt.

Der Wahl-Geithainer Dr. Wolfgang Reuter gilt als „kompetenter und hilfsbereiter Ansprechpartner zur Stadtgeschichte“. Peter Militzer agiert seit 2003, anfangs in Stellvertretung, als Friedensrichter für Geithain und Narsdorf. Christian Landwehr steht der Stadt „Tag und Nacht“ zur Seite, wenn große Technik benötigt wird. Unaufgeregt und verlässlich ist Ronald Zahn bei Alemannia der Mann für alle Fälle. Uwe Scheibner, obwohl inzwischen nach Sachsen-Anhalt verzogen, ist „der gute Geist der Geithainer Website“. René Gauter leistet Anerkennenswertes in der Kinder- und Jugendarbeit.

Mit dem Ehrenkreuz für 70 Jahre Einsatz in der Geithainer Feuerwehr zeichnete David Zühlke vom Kreisfeuerwehrverband Horst Krznaric aus, ein Feuerwehr-Urgestein, das viele Jahre in Leitungsverantwortung war. Zu den weiteren Geehrten gehörte Günther Neuhaus, seit sechs Jahrzehnten dabei.

Dem „Glück einer guten Städtepartnerschaft“, die Geithain und Veitshöchheim verbinde, so Frank Rudolph, verdankten vier Vereine eine Spende von je 500 Euro. Die Franken hatten auf dem Geithainer Weihnachtsmarkt erneut einen Stand betrieben zugunsten der Vereinsförderung. Bedacht wurden der Geithainer Carneval Club (GCC), der Gewerbeverein, der Musikverein und der Fußball-Nachwuchs von Alemannia.

Von Ekkehard Schulreich

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