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Geithain Geithainer Eltern fordern von Stadtrat und Bürgermeister: Mehr tun für Familien
Region Geithain Geithainer Eltern fordern von Stadtrat und Bürgermeister: Mehr tun für Familien
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00:32 03.03.2018
Gemeinsames Frühstück in der Narsdorfer Kita „Rasselbande“. In allen Geithainer Kindereinrichtungen steigen die Kinderbetreuungskosten ab dem Sommer. Quelle: Jens Paul Taubert
Geithain

Dass und in welchem Maß die Kinderbetreuungskosten in Geithain ab dem Sommer steigen, fordert die Eltern zu Widerspruch heraus: Elternvertreter mehrerer Kindereinrichtungen nutzten die Stadtratssitzung am Dienstagabend, um Bürgermeister und Stadtrat, vor allem aber der Landespolitik die Leviten zu lesen.

Diskussionsforum angeregt

Sie, die betonten, für 550 Kinder und 1000 Mütter und Väter zu sprechen, beließen es nicht bei bloßer Kritik, sondern regten ein Diskussionsforum „Familie und Kinder in Geithain“ an. In dessen Rahmen wolle und müsse man gemeinsam nach Wegen suchen, um die Stadt familienfreundlich und lebenswert zu gestalten – was zum Beispiel die Jugendarbeit und die Sicherung von Tierpark und Freibad einschließe.

Bei Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) liefen die Eltern damit offene Türen ein. Er bot kurzfristig ein erstes Gespräch an.

Steigende Elternbeiträge belasten die Familien

„Durch die beschlossene Erhöhung der Elternbeiträge wird die Belastung für uns weiter steigen. Die neue prozentuale Regelung wird zum unkalkulierbaren Risiko“, sagte Ivonne Starke vom Elternrat der AWO-Kita Kinderland am Bahnhof. Denn so sei eine automatische Angleichung möglich. Die in Geithain fälligen Beiträge lägen nur noch zehn Prozent unter dem, was in Leipzig gezahlt werde. Besonders in Bedrängnis kämen jene, die von Mindestlohn leben müssten. Zu einer familienfreundlichen Stadt, die Geithain sein wolle, zähle Weiteres: das Freibad, der Tierpark. Die ersatzlose Schließung des Jugendhauses R9 vor zwei Jahren habe eine Lücke gerissen und sorge für Unverständnis.

Preissprung in Narsdorf, Ossa, Rathendorf besonders groß

Die Erhöhung treffe die Familien in Narsdorf, Ossa und Rathendorf schmerzhafter als die anderen, denn hier sei der Preissprung ungleich größer, monierte Susan Friedemann namens der drei dort angesiedelten Einrichtungen. „Warum haben wir uns nicht erstmal in der Mitte getroffen?“, fragte sie. Ein Teil des Geldes, das die Stadt durch den Verkauf der kommunalen Wohnungen einnahm, hätte sie für die Kinderbetreuung verwenden sollen, um die Familien zu entlasten: „Eine sozialere Politik ist vorstellbar.“ Zudem wünschten sich die Eltern, stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen zu werden.

„Wir haben das Gefühl, dass unsere Meinung nicht so vertreten wird, wie wir es wünschen. Wir fühlen uns entmündigt“, ergänzte Alexander Knut vom „Kinderland“-Elternrat. Man wolle mit Stadtrat und Bürgermeister gemeinsam über kommunale Anliegen diskutieren, diese gemeinsamen Positionen aber auch gegenüber der Landespolitik mit Vehemenz vertreten. Ein Forum könnte die geeignete Plattform sein, um möglichst viele Kräfte an einen Tisch zu holen und zu bündeln.

Rudolph: Initiative der Eltern ist Unterstützung

„Sie können mir glauben, dass es uns allen unheimlich schwer gefallen ist, diese Erhöhung zu beschließen“, sagte der Bürgermeister. Die Entscheidung sei zuvor aber in den Ausschüssen und im Stadtrat öffentlich vorbereitet worden, also nicht hinter verschlossener Tür erfolgt. Dass er persönlich und viele der Geithainer Parlamentarier mit der Landes- und Bundespolitik hinsichtlich Kindern und Familien nicht einverstanden seien, mache man immer wieder deutlich. Und man artikuliere sie auch gegenüber Dresden.

Er betrachte die Initiative der Eltern als eine wichtige Unterstützung in diesem Streit kommunaler Selbstbehauptung. In den nächsten Tagen werde er sich mit den Initiatoren treffen: „Dann tragen wir das an die Fraktionen weiter und finden mit Sicherheit bald einen Termin für eine solches Forum.“

Von Ekkehard Schulreich

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