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Geithain Geithainer Eventshopping – Die ganze Stadt ein Laufsteg
Region Geithain Geithainer Eventshopping – Die ganze Stadt ein Laufsteg
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14:45 09.09.2018
Bildeten den Auftakt bei den Modenschauen am Freitagabend – die Vier- bis Sechsjährigen Models präsentierten modische Brillengestelle. Quelle: Thomas Kube
Geithain

Sangria ausgeschenkt wurde in der Geithainer Oberstadt, wo vor Fleischerei Schuhknecht, Sport-Schneider und Elektro-Löffler Elfi Aldinger & Band für Stimmung sorgten. Am unteren Ende des historischen Geithainer Stadtzentrums, auf dem neu gestalteten Platz vor dem „Top Ten“ kredenzte das Orchester des Musikvereins Neukieritzsch-Regis wohlklingenden Griechischen Wein, benachbart des umlagerten Ausschanks Alte Tankstelle. Da war die Regen-Episode längst vergessen, die die zwölfte Auflage des Geithainer Event-Shoppings am Freitagabend keine halbe Stunde heimsuchte. Hunderte Flaneure waren wie in den Jahren zuvor in den illuminierten Straßen unterwegs, um zu schauen und zu probieren, um zu schwatzen und vor allem zu genießen.

Hunderte Besucher entdecken, probieren und genießen in der Innenstadt von Geithain

„Schön, was der Gewerbeverein und die Geschäftsleute immer wieder auf die Beine stellen. Das wird hervorragend angenommen. Für jede Schnute ist was dabei“, brachte es Annette Heider aus Geithain auf den Punkt. Gemeinsam mit Marko Schuster, der Johanna (3) auf den Schultern trug, ließ sie sich in der blauen Stunde durch Straßen und Geschäfte treiben. Wie viele andere stand sie auf dem Markt, als Mode Flair, Schuhhaus Augustin und Clauß Augenoptik die Tradition gewordene Modenschau eröffneten. Der Laufsteg mit dem grünen Teppich gehörte zuerst Vier-bis Siebenjährigen Models mit Herzballons und modischen Brillen, ehe es an die Herbst- und Winterkollektion ging. „Die Sonne kommt ja wieder“, meinte Stefan Kramer, der die Schau moderierte. Darin irrte er zwar, doch jede Menge Beifall gab es. Auch von Kathrin Peckmann aus Altenburg, die mit Freundinnen den Trubel genoss: „Unsere Bekannte läuft hier mit über den Laufsteg. Bei uns in Altenburg nennt sich die Veranstaltung Frühlingsnacht – im März.“

Kunden nutzen Stadtgutschein gern

Einhelliges Lob für die Veranstaltung äußerte Pierre Uhlemann aus Geithain: „Es ist wichtig, etwas für die Stadt zu tun. Sonst ist ja nicht allzu viel los, und es schließen immer mehr Geschäfte.“ Thomas Beßert aus Frauendorf war an diesem Abend vor allem unterwegs, Freunde zu treffen. Isabel Pechstein hatte darüber hinaus konkrete Geschäfte im Blick, etwa: „Bei Antje Dörr nach Herbst-Dekorationen schauen – und dann etwas Gutes essen.“ Zu Letzterem gab es ausreichend Gelegenheit, nicht nur auf dem Markt, wo der Musikverein Geithain das Event-Shopping eröffnet hatte und wo sich die Gastronomie konzentrierte, sondern auch vor vielen Geschäften. Der Flammlachs, den das DRK am offenen Feuer zubereitete, war beliebt wie eh, und auch die Hotdogs vom Blumenhaus Voigt gleich nebenan wurden gern verspeist. „Bisher hatten wir mit dem Wetter ja immer Glück“, meinte Ivonne Starke, die das Blumengeschäft nächstes Jahr von ihrem Vater Andreas Voigt übernehmen wird und die die Veranstaltung der Gewerbetreibenden seit vielen Jahren unterstützt. Sie trage zweifellos zur Belebung der Innenstadt bei – wie der vor Monaten kreierte Stadtgutschein: „Von dem wurden bei uns schon ganz viele eingelöst.“

Partnerstadt besucht das Fest

„Für uns ist das der schönste Tag des Jahres, weil da die Stadt voller Menschen ist“, meinte Torsten Wünsche von der Leipziger Volksbank. Pedro und Thomas von der Band „Romantika“ sorgten im Foyer der Bank für gute Laune. „Ein Event, bei dem die schöne Innenstadt zu Tragen kommt“, nannte Rainer Kinzkofer die Veranstaltung. Der ehemalige Bürgermeister von Geithains Partnerort Veitshöchheim weiß, wie wichtig das Engagement der Gewerbetreibenden für eine lebendige Stadt ist. Nicht zufällig war er mit einer ganzen Gruppe gerade an diesem Wochenende, an dem auch die Schützen feierten, aus dem Fränkischen herüber gekommen. Gegenseitige Besuche und einen intensiven Austausch gibt es seit fast drei Jahrzehnten: „Wir kommen immer wieder sehr gerne her.“

Nicht nur Geschäfte luden an diesem Abend ein. Im Pulverturm wurde die neue Sonderschau „Ostalgie“ eröffnet, die in den ersten drei Stunden schon mehr als 150 Besucher fand. Im Heimatmuseum luden alte Filme ein auf eine Reise in die Vergangenheit der Stadt.

Von Ekkehard Schulreich

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