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Geithain Geithainer Geschäftsleute setzen auf eigene Währung: Städte-Gutschein aufgelegt
Region Geithain Geithainer Geschäftsleute setzen auf eigene Währung: Städte-Gutschein aufgelegt
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00:20 26.10.2017
Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) und Jan Brunswig, Vorsitzender des Geithainer Gewerbevereins (rechts) zeigen, wie der Stadtgutschein aussieht. Quelle: Ekkehard Schulreich
Geithain

Er zeigt einen Blick von der Nikolaikirche auf das historische Geithainer Zentrum, das Rathaus, die verzierte Tür eines Bürgerhauses, die Narsdorfer Feuerwehrsport-Wettkampfbahn – und er ist bares Geld wert: Spätestens beim Einkaufen in der Vorweihnachtszeit soll der Geithain-Gutschein erstmals Verwendung finden. Angeregt durch die Stadt und unterstützt durch den Gewerbeverein, soll der Gutschein das Schenken leichter machen und andererseits dazu beitragen, dass das Geld vorzugsweise innerhalb des Stadtgebietes ausgeben wird. Ab Mitte November sollen die Coupons im Rathaus und in der Sparkasse zu haben sein. Sie können aber auch von den Geschäften selbst vertrieben werden. Jeder Gutschein ist zehn Euro wert. Ausgegeben werden kann er binnen dreier Jahre in allen teilnehmenden Geschäften, Gaststätten, Gewerbebetrieben.

„Uns ist es sehr wichtig, dass der Gutschein im Weihnachtsgeschäft erstmals genutzt werden kann“, sagt Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Vor ein paar Monaten gab er den Anstoß, ein solches Papier zu kreieren. Die Kaufkraft der Menschen solle auf charmante Art in der Stadt gehalten werden. Deshalb greife die Verwaltung dem Gewerbeverein gerne unter die Arme. Sie habe eine Designerin für die Gestaltung gewonnen und ein Unternehmen, dass das Finanzielle abwickelt. Die Firma Städtegutschein bietet seit 2012 bereits in zahlreichen deutschen Städten solche Scheine an.

Wie das Ganze funktioniert, stellte Rudolph kürzlich auf einer Veranstaltung im Bürgerhaus vor, zu der er die in Frage kommenden Unternehmer aus dem gesamten Stadtgebiet gezielt einlud. Mit der Resonanz zeigte er sich sehr zufrieden. Mehr als zwei Dutzend Geschäfte hätten sich inzwischen bereit erklärt, Geithain-Gutscheine zu akzeptieren oder einzusetzen. Weitere, etwa Supermärkte und Gaststätten, spreche er in den nächsten Tagen zielgerichtet an, so der Bürgermeister: „Jedes Geschäft, das sich beteiligt, wird mit einem Aufkleber gekennzeichnet, so dass das deutlich sichtbar ist.“

Bleibe die Kaufkraft in der Stadt, erhöhe es deren Attraktivität, helfe den Einzelhändlern, aber auch der Bürgerschaft insgesamt, sagt Jan Brunswig, der Vorsitzende des Gewerbevereins: „Wir finden das Engagement der Stadt ganz toll und hoffen, dass der Geithain-Gutschein ein großer Erfolg wird.“ Nicht nur Mitglieder des Vereins beteiligten sich, sondern auch zahlreiche andere Gewerbetreibende. Um den Gutschein bekannter zu machen und die Geithainer von dessen Vorzügen zu überzeugen, werde der Verein bei der großen Tombola zum Weihnachtsmarkt auch einige dieser Gutscheine verlosen.

Dass der Gutschein neue Kundenkreise erschließen werde, davon geht Anke Claus von der Bäckerei Claus aus. Schließlich könne er flexibel eingesetzt werden, sei nicht an ein ganz bestimmtes Geschäft gebunden: „Ich bin sehr gespannt, wie die Geithainer das annehmen.“ Es sei wichtig, dem immer breiter werdenden Online-Handel etwas Lokales entgegenzusetzen; das sei ein guter Schritt. Das sieht Peter Winkler, der das Haushaltwaren- und Fahrradgeschäft Richard Schenkel führt, nicht anders: „Man sollte es einfach versuchen. Wir sind dabei.“ Johannes Kratz, der die gleichnamige Reiseagentur betreibt, hält den Gutschein ebenfalls für eine gute Sache: „Dann bleibt das Geld in der Stadt, und die Geschäfte werden ein bisschen bekannter gemacht.“ Auch Manuela Bellmann von Bellmann-Immobilien begrüßt den Vorstoß von Stadt und Gewerbeverein ausdrücklich, wenngleich der Gutschein in ihrer Branche kaum einsetzbar sei: „Der Ansatz ist richtig. Ich gehe davon aus, dass der Geithain-Gutschein eine Bereicherung ist.“

Von Ekkehard Schulreich

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