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Geithainer Karnevalisten starten am 11.11. in ihre Jubiläumssaison

GCC Geithainer Karnevalisten starten am 11.11. in ihre Jubiläumssaison

Weil der GCC seinen 30. Geburtstag feiert, gerät die Zeremonie am 11.11. um 11.11 Uhr, einige Nummern größer als sonst. Am 12. und 19. November sowie im Februar folgen die Jubiläums-Veranstaltungen, die beiden ersten noch im Schützenhaus – die 2017 schon im Bürgerhaus, dem neuen Vereinsdomizil.

Startschuss zum GCC-Umzug am 11.11. 1987 auf dem Geithainer Markt, re. Thomas Goldmann, Zweiter von rechts Thomas Lang.

Quelle: privat

Geithain. Er steht für Verdienste, heißt aber Durchhalte-Orden: Dass der in den Reihen des Geithainer Carneval Clubs inzwischen beinahe inflationär in Umlauf ist, liegt an der Vereinsgeschichte der Karnevalisten. Schließlich bekommt jeder nach 15 Narrendienstjahren dieses Ehrenzeichen angeheftet. Und da der Verein in seine 30. Saison geht und vom Gründungspersonal noch immer ein Dutzend Mitstreiter an Bord ist, lässt sich schon anhand dieser blechernen Tatsachen die Strahlkraft, Tiefen- und Breitenwirkung des Geithainer Karnevals festmachen.

Premierenfasching des Geithainer Carneval Clubs am 13

Premierenfasching des Geithainer Carneval Clubs am 13. November 1987: Thomas Goldmann nach seiner Büttenrede „Das alles hat Berlin gemacht“.

Quelle: privat

Zum Jubiläum wird folgerichtig auf Bewährtes aus den vergangenen Jahren (weil es sich auf die letzten fünf bezieht) zurückgegriffen. Dem Premieren-Motto 1987 „Geithain wach auf – der GCC ist da“ wird ein herzhaftes „Der GCC ist ne Schau – seit 30 Jahren Geithain helau!“ entgegengesetzt – zu erleben am 12. und 19. November und im Februar auf zwei unterschiedlichen Bühnen, denn der GCC muss ab 2017 ohne die angestammte, ans Herz gewachsene Spielstätte Schützenhaus auskommen.

Wenn der Geithainer Schuldirektor Petermann aus dem Orkus herauf- und dem Himmel herabsteigt, Emil aus dem Neubaugebiet Geithain-West wieder großmäulig an der Ecke lungert und die Welt im Kleinen wie im Großen erklärt, die Olsenbande sich einen kompliziert verschlüsselten Franz Jäger vorknöpft – dann erfährt das Geithainer Publikum ein Deja-vu, das keiner ärztlichen Konsultation bedarf. Die Diagnose heißt in diesem Fall „Best of“… Auszuwählen, was man noch einmal aus der Requisiten-Kiste holt, sei gar nicht leicht gefallen, sagt Thomas Lang, Gründungsmitglied und damit Urgestein, neben Thomas Goldmann bewährter Büttenredner des Clubs. Viel sei geschehen in dieser Zeit. Nicht nur Bürgermeister habe man kommen, gehen, mitunter wiederkommen gesehen. Das Globale wie das Geith’nsche regte die Mottos an, fand Eingang in die Programme: „Wir versuchen in jeder Saison, Themen aus unserer Stadt anzuschneiden. Aber auch Klamauk gehört dazu, gar keine Frage.“

Unter Letzterem ließe sich bei präziser Betrachtung der allererste Auftritt des Clubs subsumieren. Anno 1986, im Jahr der 800-Jahr-Feier, durch Anstöße aus dem Rathaus so kurzfristig gegründet, dass man beim großen Festumzug noch gar nicht präsent war, gab es, erinnert sich Lang, am 11.11. des selben Jahres den ersten Ball und da vor allem Tanz: „Die Partyband Meuselwitz spielte, und wir haben dreimal laut Helau gerufen!“ Im Folgejahr dann ging es richtig zur Sache, da setzt die GCC-Zeitrechnung ein. Selbst der Fall der Mauer konnte dem Karnevalsinteresse nichts anhaben; Stress hatten die Karnevalisten unmittelbar davor allerdings, weil ihr erster Präsident Michael Priczkat zu Beginn der heißen Phase „Fahnenflucht“ beging, sprich in den Westen gewechselt war. Andreas Herold übernahm, später Thomas Goldmann; heute regiert mit Jan Seitz schon die nächste Generation.

Premierenfasching am 13

Premierenfasching am 13. November 1987, in der Szene mit drei Kneipengängern (v. li.) Thomas Goldmann, Thomas Lang und Michael Klatt.

Quelle: privat

„Nach dem Karneval ist für uns vor dem Karneval“, sagt Elke Kruppe, die als Vorstandsmitglied die Funkengarde mit grüner, roter und blauer Abteilung betreut. Für die Tänzerinnen im Alter zwischen sechs und 36 Jahren sei immer Saison. Und daher werde frühzeitig Wert auf das nächste Motto gelegt, um beispielsweise die Schautänze daran ausrichten zu können. Die einzelnen Nummern der Programme entstünden in kleinen, im Wortsinn eingespielten Gruppen, um ab dem Sommer zu einer großen Szenenfolge zusammengeführt zu werden. Dabei ist es bei den Geithainern Usus, unter dem selben Motto pro Saison zwei Programme zu entwickeln: eines für die Prunksitzungen – diesmal am 12. und 19. November im Schützenhaus – und eines für die großen Partys zu Jahresbeginn – 2017 am 23., 25. und 26. Februar im Bürgerhaus. Die Stadtoberen trügen ihren Teil bei, indem sie Vorlagen lieferten; Doppel-Bürgermeister Heinz Herzog wurde sogar Ehrenmitglied, und Rolf Galisch scheute sich seinerzeit nicht, selbst in die Bütt zu steigen und den Karnevalisten Paroli zu bieten.

Waren es 1986 knapp zwei Dutzend Geithainer, die in der damaligen Filmbühne den GCC aus der Taufe hoben, zählt er heute 67 Mitglieder plus beinahe ebenso viele in den Garden. Letztere gibt es seit 1992, sie traten bei Sächsischen Meisterschaften an, siegten beim Funken-Cup in Rochlitz. Das Männerballett glänzte beim Säx-Men-Dance-Contest und holte zweimal die Goldene Wade. Enge Kontakte hält der GCC zu anderen Geithainer Vereinen und zu den Berufungskollegen in der gesamten Region inklusive der Karnevalisten in der fränkischen Gemeinde Veitshöchheim. Viele von denen werden zu den Jubiläumsveranstaltungen erwartet. Dass der Verein „sein“ Schützenhaus aufgeben muss, weil der Betreiber zum Jahresende schließt und keinen Nachfolger fand, bedauert er. „Mit der Wirtsfamilie Weiske verbindet uns eine langjährige gute Partnerschaft“, sagt Vereinspräsident Jan Seitz. Gut sei immerhin, dass man künftig das Bürgerhaus nutzen könne. Damit kehre der Verein nach drei Jahrzehnten an seinen Gründungsort zurück, denn in diesem Haus befand sich einst die Filmbühne.

Veranstaltungen des GCC: 11. November ab 10.30 Uhr Programm auf dem Markt, 12. und 19. November, 19.33 Uhr, Schützenhaus, 23. Februar, Weiberfasching, 25. Februar Kinderfasching, abends Faschingsparty, 26. Februar Seniorenfasching – alle im Bürgerhaus

Von Ekkehard Schulreich

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