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Geithain Geithain hofft auf geringere Mietzahlungen für Schulsport
Region Geithain Geithain hofft auf geringere Mietzahlungen für Schulsport
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10:33 07.09.2016
Breakdance in der Mehrzweckhalle Geithain. Sie soll den Besitzer wechseln.  Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

 Die Geithainer Mehrzweckhalle steht vor einem Eigentümer-Wechsel: Die Geithainer Dienstleistungs- und Servicegesellschaft mbH (GDS) ist bereit, die Immobilie an die Saxony International School „Carl Hahn“ gGmbH zu verkaufen. Eine Transaktion, die der Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) angestoßen hatte und die der Stadtrat einhellig unterstützt. Der erhoffte Effekt für die Kommune, die die Halle zurzeit noch von der GDS für den Schul- und Vereinssport mietet: Die Miete, die künftig an Saxony zu zahlen ist, soll moderater sein. Rudolph spricht von einem Einsparpotenzial, das bei 700 000 Euro liegt. Ein Grund dafür, dass der Stadtrat das Vorgehen unterstützt und den Verkauf durch eine Ablösesumme von einer Viertelmillion Euro möglich machen will.

Bis 2023 ist die Stadt als Mieter der Mehrzweckhalle gebunden. Um den Vertrag zu erfüllen, sind jährlich enorme Summen nötig. Nach dem seit 1998 laufenden Mietvertrag zahlt die Stadt monatlich 12 200 Euro Miete. Dem stehen lediglich rund 2000 Euro im Monat an Einnahmen gegenüber für die Untervermietung an den Gymnasiumsträger. Kein Wunder, dass die Kommune es gern billiger hätte, zumal die Inanspruchnahme etwa durch die Paul-Guenther-Schule sinkt. Andererseits brauchen das Internationale Gymnasium, das Wirtschaftsgymnasium und die neue Primar School zusätzliche Kapazitäten, die sie auf diese Weise erhalten könnten.

Letzteres begründet für Christian Schäfer, neben Uwe Helmerking Gesellschafter der GDS, sich auf den Immobilienverkauf einzulassen. Zudem stelle sich für das Unternehmen die Frage, was aus der Halle nach 2023 würde, wenn die Stadt ihren Mietvertrag nach Erfüllung beendete. Ein Verkauf jetzt helfe allen Beteiligten, so Schäfer, um deutlich zu machen: „Wir sind keine Wohltäter für die Stadt Geithain. Aber wir kommen ihr entgegen – auch wenn wir auf Grund dessen, was in der Vergangenheit unter der Bürgermeisterin Frau Bauer passierte, wenig Veranlassung dazu hätten.“ Schäfer spielte auf den jahrelangen Rechtsstreit der Stadt mit der GDS an, die Mehrwertsteuer auf die Mietzahlungen betreffend, in dem die Kommune letztlich einlenken musste.

„Wir wollen die Halle kaufen, das ist richtig. Dazu stehen wir, auch wenn es nicht leicht ist, bei Banken ein Darlehen zu bekommen“, sagt Rüdiger School, Geschäftsführer des privaten Bildungsträgers. Die prognostizierte Geburtenentwicklung sei für die Finanziers ein sehr wichtiges Kriterium. Es stehe außer Frage, dass Saxony die Halle an die Stadt und an die Sportvereine weitervermiete: „Wir allein könnten sie in diesem Maße ja nicht nutzen.“ Zudem dienten die Mieten der Refinanzierung.

Die Zeit, dass Geithain hohe Mieten zahlen müsse, ende; die neuen seien „moderat“. School plädierte dafür, in Sachen Geithainer Bildungslandschaft enger als bisher zusammenzuwirken. Bildung sei ein wichtiger Standort-Faktor; ihn zu entwickeln, sei die Aufgabe aller Verantwortungsträger. Der Geschäftsführer geht davon aus, dass der Notarvertrag mit der GDS in den nächsten Wochen unterschriftsreif ist und dass der Verkauf „auf alle Fälle dieses Jahr“ vollzogen wird.

Das entspricht den Intentionen von Christian Schäfer: „Die grobe Linie steht fest. Sie bis Herbst oder Jahresende umzusetzen, ist realistisch.“ Der Verkauf hat für die GDS eine Konsequenz: Ein wichtiges Geschäftsfeld, die Vermietung der Halle, erübrigt sich dann. Man überlege, welche Zwecke das Unternehmen künftig verfolgen sollte, so Schäfer.

Ursprünglich war die Geithainer Dienstleistungs- und Servicegesellschaft von mehreren Unternehmen und der Stadt Geithain gegründet worden, um unter Einbeziehung privaten Kapitals die Halle zu errichten und zu betreiben. Im Laufe der Jahre reduzierte sich die Zahl der Gesellschafter, verkaufte die Kommune ihre Anteile, so dass die GDS jetzt nur noch zwei Gesellschafter hat.

Von Ekkehard Schulreich

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