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Geithainer Oberschüler wollen Flüchtlingen die Ankunft erleichtern

Paul-Guenther-Schule Geithainer Oberschüler wollen Flüchtlingen die Ankunft erleichtern

Dass sich die jungen Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan in ihrer Geithainer DaZ-Klasse gut einlebten, daran haben viele ihren Anteil. Die Mädchen und Jungen sind zwischen elf und 15 Jahre alt. Acht Wochen nach dem Start der Klasse an der Paul-Guenther-Schule zieht Klassenleiter Thomas Saalfeld eine positive erste Bilanz.

Die Klasse 7b hat zum Fußballvergleich in das Geithainer Henning-Frenzel-Stadion eingeladen.

Quelle: Schule

Geithain. „Die DaZ-Schüler sind angekommen“, sagt Thomas Saalfeld und meint das in doppeltem Wortsinn: angekommen im Unterrichtsalltag der Geithainer Paul-Guenther-Schule, angekommen aber auch in der Gemeinschaft der Oberschüler. Seit Anfang März unterrichtet Saalfeld, für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) ausgebildet, junge Flüchtlinge, die in mehreren Quartieren im Landkreis untergebracht sind. Die Mädchen und Jungen, vorrangig aus Syrien und Afghanistan, sind zwischen elf und 15 Jahre alt und teilweise ohne ihre Eltern nach Deutschland gekommen.

Junge Flüchtlinge lernen mit großem Elan

In fünf Unterrichtsstunden am Tag lernen sie Deutsch in der Vorbereitungsklasse, um für den Unterricht in den Regelklassen fit gemacht zu werden. „Sie gehen mit großem Elan an das Lernen heran, sie saugen alles auf, was ihnen an Sprache, Erklärungen zur Kultur und zu den Traditionen der Deutschen, an Wissen über das Zurechtkommen in unserer Gesellschaft dargeboten wird“, resümiert Saalfeld nach acht Wochen: „Man sieht es an ihren Gesichtern: Sie sind glücklich darüber.“ Ein Schüler habe ihm wiederholt gesagt, er sehr froh sei, hier lernen zu können. In Afghanistan habe er nicht zur Schule gehen können, sondern täglich hart arbeiten müssen. Andere hätten bereits eine Schule besucht, allerdings wiesen die Bildungssysteme erhebliche qualitative Unterschiede auf.

Die Ankunft in Geithain sei ihnen nicht schwer gefallen, sagt der Klassenleiter: Sie spüren Unterstützung von allen Seiten und Neugier, auch wenn Sprachbarrieren zunächst nur ein schüchternes Aufeinanderzugehen ermöglicht habe. Inzwischen seien viele Kontakte und Freundschaften entstanden. Mitunter kämen „alteingesessene“ Schüler in den DaZ-Unterricht, um zu sehen, wie die „Neuen“ die deutsche Sprache erlernten und staunten über die Fortschritte. „Sie lernen so einander unbefangen kennen. Die deutschen Schüler wissen dann, über wen sie reden, wenn sie über Flüchtlingskinder reden.“ Und die Flüchtlingskinder lernten aus den Kontakten zu den deutschen Kindern manchmal mehr, als man im Unterricht sprachlich vermitteln könne.

Breite Unterstützung für die Geithainer DaZ-Klasse

Von einer breiten Unterstützung seitens des Lehrerkollegiums spricht Schulleiter Gunter Neuhaus. Die Hilfsbereitschaft zeige sich in vielen Ideen und gemeinsamen Projekten. Der Schülerrat organisierte mit Birgit Biringer einen Kuchenbasar, aus dessen Erlös Mal- und Zeichensachen finanziert und den DaZ-Schülern geschenkt wurden – woraus eine Malaktion entstand. Die DaZ-Klasse wurde von der Klasse 9a mit ihrer Klassenleiterin Kristin Merzdorf zum gemeinsamen Kochen in der Lehrküche der Schule eingeladen. Federführend war hier die Familie von Fatima, die bereits seit einigen Jahren in Deutschland lebt. Bei einem Wandertag war man zu Gast in der Stadtbibliothek; Ralf Niemann führte danach durch die unterirdischen Gänge und die Nikolaikirche. Ein Fußballspiel im Stadion organisierte die Klasse 7b mit ihrer Klassenleiterin Sabine Paul, dem Elternsprecher Andreas Heider und Dirk Krumbholz, einem Vater.

Mittels Patenschaften würden die Jugendlichen bei behördlichen und organisatorischen Dingen unterstützt, sagt Thomas Saalfeld Die Fachlehrer stellten sich in ihrem Unterricht auf neue Gegebenheiten ein, da die DaZ-Schüler, die inzwischen bereits eine Stunde pro Tag zum Schnuppern in ihre Regelklassen gingen, besonderer Förderung bedürften. „Sie verstehen noch nicht alles, was im Unterricht passiert. Aber sie bekommen einen sprachlichen Schub, neue Motivation. Die Scheu, sich sprachlich zu artikulieren, lässt nach.“ Dass sich bereits zwei Fernsehstationen für die Paul-Guenther-Schule interessierten, nähmen die Schüler mit einem gewissen Stolz auf: Der MDR drehte anlässlich der Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus“. Die britische BBC filmte das Einleben der Flüchtlingskinder.

Thomas Saalfeld ist dankbar, dass er bei seiner nicht leichten, verantwortungsvollen Arbeit von vielen Seiten Unterstützung erfährt. Ein Netzwerk aus Lehrern, Schülern, Vereinen, Betreuern und Patenschaften habe sich etabliert „als Voraussetzung dafür, dass sich meine Schüler schnell in das hiesige schulische und gesellschaftliche Leben integrieren“. Sie hätten damit gute Chancen, sich in die Gesellschaft zu integrieren.

Von es

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