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Geithainer Stadtrat macht sich für den Tierpark stark – Zukunft noch offen

Entscheidung steht noch aus Geithainer Stadtrat macht sich für den Tierpark stark – Zukunft noch offen

Der Fortbestand des Geithainer Tierparks bleibt offen. Fakt aber ist: Er steht und fällt mit Sachkunde-Prüfungen. Die abzulegen, seien zwei Vereinsmitglieder bereit, sagte Tierpark-Vorstand und Stadtrat Ludbert Schmuck vor seinen Parlamentskollegen. Gabriele Sporbert regte an, Spenden zu sammeln, um diese teuren Qualifikationen finanzieren zu helfen.

Die Zukunft des Geithainer Tierparks ist weiterhin offen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Dass der Geithainer Tierpark viele Freunde hat, das zu bezweifeln gibt es wenig Grund – auch nicht angesichts einer Vielzahl von Verstößen, die das Veterinäramt des Landkreises dem Tierpark-Verein vorwirft. Dass die schwierige Situation, in der sich die beliebte Geithainer Einrichtung befindet, jetzt in der Öffentlichkeit diskutiert wird, nennt Ludbert Schmuck, Sprecher des Vereinsvorstands, sogar einen Gewinn. Im Geithainer Stadtrat sollte der Vorstand am Dienstag Stellung nehmen, allerdings beschränkte sich dessen Präsenz auf Schmuck selbst, der für die WVWV Mitglied des Parlaments ist.

„Es würde viel verloren gehen, wenn der Tierpark kaputt ginge. Er ist ein schönes Stück Heimat“, sagte Marcel Gut, der, seinen Sohn Friedrich (2) auf dem Schoß, in der Einwohner-Fragestunde das Wort ergriff. Und damit den wohlwollenden Ton vorgab, der kurz darauf die Debatte prägte. Wie sich das Landratsamt nach dem Verstreichen der bis Ende Mai gesetzten Anhörungsfrist verhalte, wisse er nicht, sagte Bürgermeister Frank Rudolph (UWG): „Da gibt es keine neuen Erkenntnisse.“

Am 30. Mai hatte es im Rathaus ein Gespräch gegeben, an dem neben Behörde und Stadt mehrere Mitglieder des Vereinsvorstandes zugegen waren. Damals tendierte der Kreis dem Vernehmen nach dazu, zwar nicht die Abschaffung der Tiere anzuordnen, wohl aber ihre Zurschaustellung zu untersagen – was für die Geithainer auf dasselbe herauskäme. Ob es dazu kommt, muss Spekulation bleiben. Einen Bescheid gibt es noch nicht. Die Auffassung der Behörde, dass der Tierpark aktuell keine gültige Genehmigung habe und dass eine Erteilung derselben an sachkundige Personen geknüpft sei, steht weiter im Raum.

Landrat Henry Graichen (CDU) höchst persönlich hat sich Ende vergangener Woche im Tierpark umgeschaut. Was er sah, habe auf ihn „augenscheinlich einen guten Eindruck gemacht“, sagte Gabriele Sporbert (CDU). Betont habe er die Wichtigkeit, dass der Stadtrat hinter dem Tierpark und dem Trägerverein stehe. Sporbert nannte einen entscheidenden Punkt, dass Vereinsmitglieder endlich die geforderten Sachkunde-Nachweise ablegten. – Zwei wären bereit, das zu tun, sagte Schmuck. Allerdings finde die Qualifikation in Potsdam statt und koste pro Nase 600 Euro – pro Tierart, um deren Pflege es gehe. Was Sporbert veranlasste, einen Spendenaufruf vorzuschlagen, um diese Kosten zusammenzubringen. Der Stadtrat sollte hier mit gutem Beispiel voran gehen.

„Wir würden alles unterstützen, was dem Erhalt des Tierparks dient“, sagte Thomas Lang (Linke). Der Tierpark sei eine identitätsstiftende und unverzichtbare Einrichtung für die Bürger.

Räume der Verein denn jenes Konfliktpotenzial aus, das sich in Einzelfällen mit der Nachbarschaft ergebe, wollte Gunter Neuhaus (UWG) wissen. „Mit den Nachbarn in Konsens zu leben, ist immer unser Anspruch gewesen“, erwiderte Ludbert Schmuck – auch wenn das so leicht nicht umsetzbar sei. Man sei dabei, Tiere zu reduzieren, Ziegen, Schafe, Kaninchen zum Beispiel: „Da kommt es für die Besucher ja nicht auf die Menge an.“ Man habe in den vergangenen Wochen viel Zuspruch erfahren, nicht nur bei den Geithainern, sondern weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Der Chemnitzer Tierpark zum Beispiel habe angeboten, bis zum Abschluss der Sachkunde-Ausbildungen pflegerisch zu helfen. Das sollte man schriftlich festhalten, meinte Frank Kirschner (UWG), „damit man dem Veterinäramt den Wind aus den Segeln nehmen kann“.

Auf LVZ-Nachfrage konkretisierte der Landrat am Mittwoch sein Fazit des Geithain-Besuchs: „Mit der Sachkundeschulung wäre eine Hürde genommen. Nun ist der Verein am Zug, die erforderlichen Schritte einzuleiten.“

Von Ekkehard Schulreich

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