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Geithainer Tierpark braucht finanzielle Unterstützung

Geithainer Tierpark braucht finanzielle Unterstützung


Geithain. Zu seiner Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl am 4. November hat der Vorstand des Geithainer Tierparkvereins auch die Stadträte der Kommune mit eingeladen.

. Ziel sei, ihnen die angespannte finanzielle Situation des Tierparks darzulegen, erklärt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Sven Beckmann. Mit Sorge schaut er auf die kommenden Monate mit laufenden Kosten aber viel weniger Spenden.

„Schön wäre es, wenn die Stadt den Tierpark – zumindest in geringem Maße – auch finanziell unterstützen würde", erklärt der Geithainer. Er ist beim Verein als Tierparkleiter und zoologischer Leiter geringfügig angestellt. Doch mehr als einmal hat er auch schon auf die ihm monatlich zustehenden 190 Euro verzichtet, weil einfach kein Geld da war. Für die Finanzen ist seine Frau Viola als Kassenwart im Vorstand verantwortlich. „Manchmal grübelt sie eine ganze schlaflose Nacht, wie es weiter gehen soll", erzählt ihr Mann.

Gerade in der bevor stehenden kalten Jahreszeit würden viele weniger Spenden eingehen. „Die laufenden Kosten gehen aber weiter – Wasser, Strom, Versicherungen", erklärt der Tierparkleiter. Diese Situation möchte er den Stadträten gern erläutern. „Unser gemeinsames Anliegen ist es doch, den Tierpark zu erhalten." Ganz ohne bare Unterstützung aus der Stadtkasse sei das einfach nicht zu leisten.

Doch es gibt auch positive Überraschungen. Letzte Woche kam ein Geithainer Rentner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, in den Tierpark und drückte Beckmann einen 500-Euro-Schein als Spende für den Tierpark in die Hand. „Damit ist die Stromzahlung für drei Monate gesichert", ist der erleichtert und dankbar.

Von der Sparkasse hat der Tierparkverein am 11. Oktober nach entsprechendem Antrag eine Spende von 1800 Euro erhalten. Am Freitag konnte daraufhin ein nagelneuer Rasentraktor mit Schneeschiebe-Schild, Schneeketten und Streuwagen im Tierpark Einzug halten. Der Tierparkchef ist glücklich, denn bisher erfolgte das gesamte Schneeräumen per Hand. „Egal wie viel es schneit, wir halten die Wege im Tierpark offen", erzählt er. In den letzten schneereichen Wintern war dafür früh zwei bis drei Stunden lang zu schippen. Schon wenn der Flockenwirbel abends losging, konnte der Tierparkleiter manchmal vor Sorge nachts nicht schlafen. „Herzlichen Dank, dass Frau Henschel sich so für den Tierpark einsetzt", ist er der Geithainer Filialleiterin des Geldinstitutes dankbar.

Für einen Rasenmäher hat Bürgermeisterin Romy Bauer aus eigener Tasche 200 Euro gespendet, seit März ist sie Mitglied im Tierparkverein. Das war der erste nagelneue Mäher für den Tierpark, bislang standen hier nur von Bürgern abgelegte und entsprechend unzuverlässige Geräte zur Verfügung.

In den nächsten Tagen wird nun noch ein neues Elektrofahrzeug erwartet. Der Tierparkverein erhält es kostenlos von der Firma Regenbogen, weil es von oben bis unten mit Werbung bedeckt ist. Doch das Fahrzeug bringt eine erhebliche Arbeitserleichterung. Ein Hochdruckreiniger und zwei Tonnen, die jeweils 120 Liter fassen, sind integriert. Da kommt das Futter rein, dann kann in einer Tour von Gehege zu Gehege gereinigt und gefüttert werden. Bislang erfolgt das in etlichen Gängen per Schubkarre und mit Eimern.

„Der Vorstand nutzt jede Möglichkeit, um Unterstützung für den Tierpark zu bekommen", so Beckmann. Gern denkt er daran, wie die Leute mit Heu aushalfen, als der Balkenmäher defekt war, kein Gras gehauen werden konnte. Das meiste Futter werde ohnehin gesponsert. Tatkräftige Unterstützung gäbe es gelegentlich vom Bauhof. „Der Rückhalt der Kommune ist da", betont Beckmann.

Neben dem knappen Geld treibt ihn auch die Frage um, wer künftig die Arbeit machen soll. Nur noch bis Herbst 2012 laufen vier ABM-Stellen. „Ohne Unterstützung der Arbeitsagentur würden wir nicht dort stehen, wo wir heute sind", betont Beckmann. Fünf weitere Bürger arbeiten komplett ehrenamtlich im Tierpark – rechen Laub, reinigen die Wege, pflegen die Grasflächen. Nach dem Herbstfest saß das Tierpark-Team mit ihnen gemütlich zusammen. Für eine kleine Prämie als Dankeschön ist zu Beckmanns Bedauern kein Cent da.

„Es muss ein Weg gefunden werden, dass der Tierpark weiter für die Geithainer und alle Besucher der Stadt da ist", sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende und hofft auf gute Resonanz der Stadträte auf die Einladung für kommende Woche.

Inge Engelhardt

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