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Geithainer Unternehmen investiert 2,2 Millionen Euro in neue Waschstraßen

Puschendorf Textilservice Geithainer Unternehmen investiert 2,2 Millionen Euro in neue Waschstraßen

Ob Krankenhäuser oder Reha-Kliniken, Altenheime oder Hotels: Der Wäscheservice, den das Unternehmen Puschendorf in Geithain anbietet, ist gefragt. 2,2 Millionen Euro wurden jetzt in die Modernisierung von Technik investiert. Das erhöht die Kapazität, spart Strom und Wasser und sichert einen moderaten Wachstumskurs.

Die neue Sortieranlage für Schmutzwäsche: Gerd Claus (links) und Falk Rivie bereiten die ankommenden Textilien für den Waschprozess vor.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain , . Zwei Investitionen schloss das Geithainer Unternehmen Puschendorf Textilservice GmbH vor dem Jahresende ab. Eines, 2,2 Millionen Euro schwer, ermöglicht eine Kapazitätserweiterung. Die zweite, ungleich bescheidener, kommt den 325 Mitarbeitern dafür ganz unmittelbar zugute. Denn die Gesellschafter modernisierten nicht nur zwei der drei Waschstraßen. Sie richteten neu ein, was es in dem 1976 eröffneten Betrieb über Jahre schon nicht mehr gab: eine Kantine.

Essen, das weiß der Volksmund, hält Leib und Seele zusammen. Zusammen zu essen und zu kommunizieren, über die verschiedenen Arbeitsbereiche hinweg, kommt auch dem Betriebsklima entgegen, festigt den Gemeinschaftssinn der in Schichten arbeitenden Belegschaft. Davon ist Carsten Puschendorf überzeugt. Für den geschäftsführenden Gesellschafter war es höchste Zeit, den Aufenthaltsraum – er hatte den Charme der Siebzigerjahre konserviert – zu modernisieren und um eine Betriebskantine zu ergänzen. Seit Anfang Dezember kümmern sich hier zwei Mitarbeiter um Speisen und Getränke. Ein erfahrener Caterer steht ihnen fachlich zur Seite. Die Kantine ist Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements, für das das Unternehmen ein Zertifikat der Innungskrankenkasse erhielt. „Wenn es sich eingespielt hat, möchten wir ab dem Frühjahr die Speisenversorgung auch für andere Interessenten aus der Nachbarschaft öffnen“, sagt Puschendorf.

Ungleich aufwendiger und kostenintensiver war der Ersatz von zwei der drei Waschstraßen. „Wir haben eine gute Position am Markt und möchten diese ausbauen“, so der 41-Jährige. Mit den bisherigen Anlagen, nach der Wende aufgebaut, habe man pro Tag 35 bis 45 Tonnen Wäsche inklusive Nachtschicht gereinigt; in den nächsten drei Jahren soll der tägliche Durchsatz auf 65 bis 70 Tonnen in zwei Schichten wachsen. Ein realistisches Ziel, denn Aufträge gebe es heute bereits für 50 Tonnen am Tag. Krankenhäuser, Rehakliniken, Alten- und Pflegeheime sowie Ärztehäuser und Hotels gehören zum Kundenstamm des Unternehmens, das fünf Niederlassungen in Deutschland betreibt. Von Geithain, der inzwischen größten, werden Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt versorgt. Dafür sind Tag und Nacht ein Dutzend Laster auf Achse.

Angesichts dessen lässt sich der Kraftakt erahnen, der mit der Erneuerung der Waschstraßen einherging. Seit Mai maßgeblich durch Joachim Hammer und Thomas Hartzendorf vorbereitet, ging es im November in die heiße Phase: Drei Tage war nur eine Anlage in Betrieb. 70 Tonnen Wäsche wurden deshalb am Standort in Flechtingen in der Börde gereinigt; zudem sprang das Markkleeberger Unternehmen Helbig ein und übernahm 20 Tonnen. Die Monteure installierten nach straffem Zeitplan im Schmutzwäsche-Bereich zwei Waschstraßen mit verdoppelter Kapazität, eine Sackspeicher-Anlage für den Transport, einen Sortierstand, eine Dosieranlage für Waschmittel. Auf der „sauberen Seite“ arbeiten seither eine neue Presse und eine neue Schleuder, zudem eine Schleuse, die die Transport-Container reinigt. Während die Leistung stieg und statt drei Schichten jetzt zwei die Regel sind, sanken die Verbräuche bei Strom und Wasser. Puschendorf: „Pro Kilogramm Wäsche kommen wir jetzt mit zwei Litern Wasser weniger aus. Auf der „sauberen Seite“ werde man auch in den kommenden Jahren weiter investieren.

„Die Region entwickelt sich gut, wird angetrieben von Leipzig“, sagt Puschendorf. Geithain liege auch dank der Autobahn 72 strategisch günstig. Die Übernahme der Geithainer Wäscherei durch die Familie Puschendorf 2006 sei eine richtige Entscheidung gewesen. 1976 war die Wäscherei als Volkseigener Betrieb (VEB) eröffnet worden. 1993 folgte die Privatisierung; die damals geprägte Firmenbezeichnung Getex (Geithainer Textilpflege GmbH) ist auch heute noch Bestandteil des Namens der Niederlassung. 2016 steht also ein zweifaches Jubiläum an. Den Stellenwert der Niederlassung Geithain unterstreiche, dass hier inzwischen auch Teile der Unternehmensverwaltung wie Einkauf und Personal konzentriert seien.

 

Von Ekkehard Schulreich

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