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Geithainer Zollhaus steht nun wohl weiterhin leer

Geithainer Zollhaus steht nun wohl weiterhin leer

Weiterhin leer stehen wird das Zollhaus in unmittelbarer Nähe des Stadttores. Geithains Stadtrat hat mehrheitlich den Vorschlag der Verwaltung abgelehnt, dieses Denkmal zu verkaufen.

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Hinter dieser Tür im Zollhaus befindet sich ein Eingang zu Geithains Unterirdischen Gängen, hinten rechts die Nikolaikirche.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Bedenken gab es vor allem, weil über die Terrasse des Zollhauses einer der Zugänge zu den Unterirdischen Gängen unter dem Kirchberg erreichbar ist. Das Haus steht seit Anfang 2009 leer. Mieter, die bereit sind, die Betriebskosten zu tragen, haben sich trotz mehrerer Ausschreibungen bislang nicht gefunden.

 

 

Das Zollhaus grundsätzlich einer Veräußerung zuzuführen, dafür wollte die Verwaltung das Votum des Stadtrates einholen. Hintergrund war, dass ein Interessent das malerisch gelegene Gebäude kaufen möchte, um es gewerblich - in medizinischer Richtung - zu nutzen. Die Frau wolle umgehend in das Gebäude investieren und die Umnutzung zu Gewerbezwecken beim Bauordnungsamt beantragen, informierte Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU). Das Zollhaus zu mieten, käme für die Interessentin nicht in Frage.

 

 

Wenn die Stadt eine Ausschreibung macht, bestehe die Gefahr, dass jemand es erwirbt, der das Gebäude dann leer stehen lässt - und die Frau, die es gern hätte, dabei leer ausgeht, äußerte Lutz Löffler (CDU) seine Befürchtung. Die Kommune könne Vorgaben zur Nutzung formulieren; es laufe auf Gewerbe hinaus, Wohnen sei eher nicht möglich, informierte Bauchefin Kerstin Jesierski und bot an, den Ausschreibungstext dem Stadtrat im Vorfeld vorzulegen.

Fest stand auch, dass bei einem Verkauf für die Stadt eine Grunddienstbarkeit zu vereinbaren wäre, da der Eingang der unterirdischen Hohlräume von einem Teil des Kellergeschosses ausgeht und für öffentliche Begehungen gesichert werden soll. Über diesen Zugang sei alles zur Versorgung der Gänge geregelt, gab Frank Rudolph (UWG) zu bedenken und erklärte, er sei gegen den Verkauf. Auch Mario Frommhold (CDU) sah diese Zugänglichkeit als Problem: "Wenn im Baugrund was ist, zahlt die Stadt mit und hat nichts davon."

 

 

Grundsätzliche Einwände gegen einen Verkauf des 1733 errichteten Gebäudes machte Gabi Sporbert (CDU) geltend. Der Gemeingebrauch von Denkmalen sei wichtig, Chancen einer Einigung mit Vereinen der Stadt für eine Nutzung oder als kulturelle Einrichtung seien verspielt worden, erklärte sie. Das Kultur- und Fremdenverkehrsamt im Februar 2009 aus dem Zollhaus zu nehmen, sei nicht geschickt gewesen, da es dort wesentlich mehr frequentiert worden sei als jetzt in der ersten Etage des Rathauses. Das Amt sei dort eingezogen, "zur Verdichtung der Mitarbeiterschaft und gegenseitigen Vertretung", erklärte die Stadtchefin. Das Zollhaus ist seitdem ungenutzt, Mieter blieben aus.

 

 

Für einen Verkauf hatte sich angesichts dieses Leerstandes Udo Berger (UWG) ausgesprochen. Er beantragte, den Erlös im Veräußerungsfalle für die Kredittilgung zu nutzen, der Verkehrswert beträgt laut Verwaltung 22500 Euro. Dieser Vorschlag hatte eine Mehrheit im Rat gefunden. Ludbert Schmuck (WVWV) kritisierte allerdings diese Entscheidung - Geld werde für Fußwege, das Freibad, den Tierpark benötigt: "So haben wir nichts davon." Rudolph widersprach ihm: "Am Schuldentilgen hängt die Existenz dieser Stadt." Da zunächst kein Verkauf stattfindet, gibt es nun allerdings auch keinen Erlös.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.05.2013

Inge Engelhardt

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