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Geithain Geithains Bürgermeister Frank Rudolph im LVZ-Interview
Region Geithain Geithains Bürgermeister Frank Rudolph im LVZ-Interview
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00:29 08.01.2016
Bürgermeister Frank Rudolph (vorn, 2. v. li.) beim Schützenfest der Geithainer Schützengesellschaft. Quelle: Thomas Kube
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Geithain

Seit 1999 für die Unabhängigen Wähler im Geithainer Stadtrat, übernahm der Unternehmer Frank Rudolph (56) Anfang September die Regie im Geithainer Rathaus. Er setzte sich gegen Amtsvorgängerin Romy Bauer (parteilos) durch. Die LVZ fragte ihn nach einer ersten Bilanz, vor allem aber nach den Plänen für 2016.

Knapp vier Monate im Amt des Bürgermeisters: Wie fühlt sich das nach 16 Jahren Stadtrat an?

Inzwischen gut, eine Eingewöhnungszeit gab es nicht richtig. Am schwierigsten war die Umstellung vom Unternehmer zum öffentlichen Dienst, zu Bürokratie und Vorschriften. Die vielen Stoppschilder. Aber langsam wird klar, was geht und was nicht – vor allem aber: wie es geht.

Welche der ersten Aufgaben war die schwerste, welche die angenehmste?

Das lässt sich so nicht sagen. Angenehm ist die Unterstützung durch die Verwaltung und den Stadtrat. Das hilft mir und bringt die Stadt voran. Unangenehm? Dass manches sichtbar wurde, von dem keiner so richtig Kenntnis hatte: die Rechtsstreitigkeiten um die Turnhalle zum Beispiel.

Wo steht Geithain nach Ihrer Bestandsaufnahme – finanziell, strategisch, bürgerschaftlich?

Wir sind so weit, dass wir nach Vorberatungen schon im Januar im Stadtrat über den Haushalt sprechen und ihn im Februar beschließen können. So früh hatte Geithain bisher selten seinen Etat. Der für Narsdorf, den wir im Rahmen der Verwaltungsgemeinschaft vorbereiteten, ist sogar schon beschlossen. Ich sehe viele Potenziale für Einsparungen, auch wenn es oft nur kleine Posten sind. Wir werden weiter sparen, um Investitionen zu Ende zu bringen und Neues zu beginnen. Es ist sicher nicht übertrieben, von einer Aufbruchstimmung zu sprechen, auch was die Bürger betrifft. Sie sind aufgeschlossener, und wir bemühen uns unsererseits um viel Bürgernähe. Zaubern können wir nicht, tun aber manches. Ein Beispiel ist die neue Homepage der Stadt. Die ist jetzt freigeschaltet, wird noch komplettiert. Hier ist alles zu finden – von Formularen bis zu Ansprechpartnern in der Verwaltung.

Der Stadtrat hat sich daran gewöhnt, dass einer aus ihren Reihen plötzlich Regie führt?

Diese Frage müsste der Stadtrat selbst beantworten. Ich sehe ein gutes Zusammenwirken. Die Zeiten der Konfrontationen sind beigelegt, wir reden über Probleme und Aufgaben. Anfang Dezember trafen wir uns zu einer sechsstündigen Klausur, da kam alles auf den Tisch. Alle Meinungen sind wichtig und es gibt noch viele Aufgaben zu lösen.

Den Kommunen werden immer mehr Aufgaben übertragen. Die Finanzausstattung hält nicht Schritt. Wie schlägt sich das nieder?

Wir müssen strikt auf die Zahlen schauen. Deswegen ist es wichtig, frühzeitig einen Haushalt zu haben. Noch im Januar müssen wir über höhere Gebühren bei den Kindertagesstätten sprechen, ebenso für die Nutzung des Bürgerhauses. Steuern werden wir dagegen nicht verändern, darüber herrscht Konsens. Wir arbeiten zudem intensiv daran, von unseren mehr als vier Millionen Euro Altschulden wegzukommen. Dann hätten wir neue Handlungsspielräume.

Welches heiße Eisen werden Sie 2016 anpacken?

Wir müssen zum Beispiel mit den Vereinen über die Nutzung von Gebäuden und Anlagen sprechen. Dass die Stadt vieles beinahe zum Nulltarif zur Verfügung stellt, geht nicht mehr. Das war auch bisher so nicht in Ordnung.

Stichwort Flüchtlinge...

Wir haben circa 50 dezentral in Wohnungen untergebracht. Eine große Gemeinschaftsunterkunft ist nicht vorgesehen.

Stichwort Jugendhaus R 9...

Die Kindervereinigung hat auf unsere Vorstellungen reagiert. Mit Doreen Müller gibt es eine neue Leiterin. Wenn es gut angelaufen ist , unterstützen wir das Haus wieder intensiver. Open-Air-Konzerte wird es keine mehr geben.

Stichwort Schulen...

In den vergangenen Monaten hat die Stadt in der Paul-Guenther-Schule eine Menge getan. Grundsätzlich müssen wir zu einer engeren Zusammenarbeit von Grundschule, Oberschule und den beiden privaten Gymnasien kommen. Darüber werde ich im Januar mit den drei Schulleitern reden.

Stichwort Kooperation mit Narsdorf...

Im Februar 2016 wird der Narsdorfer Bürgermeister neu gewählt. Danach müssen wir intensiver reden, wie es mit Geithain und Narsdorf weitergehen kann und muss.

Welche Chance haben kommunale Kontakte mit der Nachbarstadt Rochlitz, die zu Mittelsachsen gehört?

Die Kreisgrenze ist eine politische Grenze, die hemmt. Trotzdem gibt es gute Kontakte, und wir werden sie ausbauen. Ausbauen wie die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarstädten Frohburg, Bad Lausick, Colditz. Da gibt es viele Möglichkeiten, Gemeinsames zu machen, wovon alle profitieren.

Was ist mit der eigenen Firma Elektro-Rudolph?

Mein Nachfolger Hartmut Liebing führt das Unternehmen fort und wird es übernehmen. Ich denke, es ist eine gute Lösung.

Von Ekkehard Schulreich

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