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Geithain Geithains Bürgermeister zieht auf Neujahrsempfang Bilanz
Region Geithain Geithains Bürgermeister zieht auf Neujahrsempfang Bilanz
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16:58 13.01.2019
Ehrung für zwei Ehrenamtliche: Frank Rudolph bedankt sich bei Christa Loos und Thomas Lang mit Präsentkörben. Quelle: Ekkehard Schulreich
Geithain

Diesel-Knatsch und Datenschutz, schleppender Breitband-Ausbau und der Ruf nach kostenloser Betreuung in Kindertagesstätten: Geithains Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) kam in seiner launischen Rede auf dem Neujahrsempfang im Bürgerhaus am Freitagabend vom vertrackten Großen schnell auf das ambivalente Kleine, auf die Mühen der (kommunalen) Ebene. „Wissen die in Berlin noch, was sie tun?“, fragte er rhetorisch.

„Was passiert, wenn die Wirtschaft nicht mehr so kräftig wächst, wenn die Steuereinnahmen sinken?“ Dann hätten die Kommunen ein Problem. Rudolph forderte die 170 Gäste – Vertreter der Feuerwehren, Schulen, Vereine, Unternehmen und engagierte Bürger – auf, zusammenzustehen für eine lebenswerte Stadt.

Verschuldung in Geithain drastisch gesenkt

„Wir können nicht alles sofort erledigen, aber wir haben allerhand angeschoben“, zog der Bürgermeister nach dreieinhalb Jahren Amtszeit – also Halbzeit! – eine Zwischenbilanz. Die Verschuldung habe man drastisch gesenkt, so dass Geithain 2022 schuldenfrei sein könnte. Andererseits werde investiert, allein im vergangenen Jahr rund 2,2 Millionen Euro: in den Straßenbau, Aufwertungen in der Paul-Guenther-Schule, in die Schaffung von Eigenheimbau- und Gewerbeflächen.

Das Nachwuchs-Orchester des Musikvereins Geithain spielte unter der Leitung von Clemens Hönig. Quelle: Ekkehard Schulreich

Ärgerlich sei, dass die Kreisumlage, die Geithain zu zahlen habe, genau so hoch sei wie die Summe, die die Stadt vom Land Sachsen bekomme. Es stelle sich die Frage, ob das angemessen sei.

„Das Thema Radwege werden wir selbst in die Hand nehmen müssen“, sagte Rudolph mit einem Seitenhieb auf das Landesamt, das die Anbindung von Mark Ottenhain immer wieder hinausschiebt. In die Schulen werde man weiter investieren, das Narsdorfer Campus-Projekt weiterverfolgen, auch wenn er nicht sagen könne, ob es gelinge: Die Argumente dafür seien aber größer als die dagegen. Außerdem: „Im neuen Haushalt soll es mehr Geld geben, um die Vereine zu unterstützen.“

Dank an die Kameraden der Feuerwehr

Die machten wie die vielen Ehrenamtlichen eine großartige Arbeit „für unsere Stadt“. Das verdiene Anerkennung und Respekt. Rudolph dankte ausdrücklich den Kameradinnen und Kameraden in den Feuerwehren. Was eine neue Stadtwehrleitung betreffe, befinde er sich „in sehr guten Gesprächen“.

Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) stößt mit den Gästen des Neujahrsempfangs auf ein erfolgreiches Jahr 2019 an. Quelle: Ekkehard Schulreich

Mit Blick auf die Neuwahl des Stadtrates und der Ortschaftsräte warb Frank Rudolph um Engagierte, die bereit seien, sachorientiert mitzuarbeiten „für unsere Stadt, für unsere Ortsteile“. Geithain brauche diesen Rückhalt unbedingt. Selbstkritisch wie selbstbewusst fügte er an: „Es wird mir nicht gelingen, es allen recht zu tun. Aber das muss auch nicht sein.“

Christa Loos von der Volkssolidarität für ihr Engagement geehrt

Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, langjährige Feuerwehrleute zu würdigen. Eine öffentliche Anerkennung erfuhren zudem Christa Loos von der Volkssolidarität für ihr Engagement in der Seniorenbetreuung und Thomas Lang vom Geithainer Carneval Club für das närrische Gegensteuern in der fünften Jahreszeit. Sabine Winkler vom SV Narsdorf nahm einen Gutschein für die Jugendarbeit des Sportvereins entgegen.

Der Neujahrsempfang wurde durch das Nachwuchs-Orchester des Musikvereins und das Gesangs-Duo Clara Haferkamp und Tristan Müller musikalisch umrahmt. Das Team der Schülerfirma des Internationalen Gymnasiums kümmerte sich während des geselligen Teils um die Versorgung der Gäste mit Getränken.

Von Ekkehard Schulreich

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