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Geithains DRK seit 25 Jahren engagiert – von Wohnstätte bis Rettungsdienst

Hoffest und Festakt zum Jubiläum Geithains DRK seit 25 Jahren engagiert – von Wohnstätte bis Rettungsdienst

Viele Felder sind es, die das Geithainer DRK bestellt: Der Kreisverband kümmert sich um den Rettungsdienst, engagiert sich in der Altenpflege, in der Behindertenarbeit, ist in den Katastrophenschutz eingebunden. Er zählt nicht nur zu den großen Arbeitgebern der Region. Es ist auch sein Sozialverband, der Menschen im Miteinander vereint.

Der Innenhof der Wohnstätte ist heute ein Ort der Ruhe, die Gebäude sind saniert.

Quelle: DRK

Geithain. Wenn 300 oder gar 400 Luftballons am 1. Juli in den Himmel über Geithain steigen, dann künden sie von einer Erfolgsgeschichte: Der 1991 neu gegründete Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes feiert seinen 25. Geburtstag – und zwar tagsüber in der Werkstatt für Behinderte mit all jenen, die dort einer Tätigkeit nachgehen, mit Bewohnern der Kohren-Sahliser Wohnstätte und des benachbarten Seniorenpflegeheims, mit den Menschen, die von der Sozialstation betreut werden. Am Abend folgt dann eine Festveranstaltung der Mitarbeiter im Geithainer Bürgerhaus. Zu den Gästen dort zählt neben der lokalen und der Landespolitik auch Holger Löser, der Präsident des sächsischen DRK-Landesverbandes.

„Als wir 1991 neu begannen, war ein B 1000 unser einziges Eigentum. Den haben wir heute noch“, beschreibt Gottfried Löw, soeben 75 geworden, die Neu(er)findung des DRK in Geithain. Löw war lange Zeit Geschäftsführer des Kreisverbandes, ist heute dessen Ehrenvorsitzender. Bereits seit dem Herbst 1952 war das Rote Kreuz im Kreisgebiet präsent. Die in der Wendezeit 21 Hauptamtlichen kümmerten sich in erster Linie um die DMH und die SMH, die Dringliche und die Schnelle Medizinische Hilfe. Das Rückgrat bildeten – und das gilt heute vom Grundsatz nicht minder – die Ehrenamtlichen in 33 Betriebsorganisationen und Ortsverbänden, 2400 Fördermitglieder, 14 Schul-AGs Junge Sanitäter.

Von einer ungeheueren Aufbruchstimmung spricht Gottfried Löw in der Rückschau und von einem beherzten, unbürokratischen Entscheiden in Verwaltung und Politik, beide selbst erst dabei, in Tritt zu kommen. Die Baugenehmigung für die Geithainer Rettungswache zu bekommen („Wir waren in Sachsen die Ersten, die eine gebaut haben.“) habe sage und schreibe dreieinhalb Stunden gebraucht, so Löw. Das DRK habe damals die Rettungsplanung für den Landkreis geschrieben, später in Frohburg eine zweite Rettungswache gebaut, einen Notarztwagen in Bad Lausick stationiert.

Als Anfang der Neunzigerjahre das Gemeindeschwestern-System zusammenbrach, übernahm das DRK einen Teil der in den Dörfern verorteten Frauen, gründete eine Sozialstation. Die kam 1993 in einer Fabrikanten-Villa in Frohburg unter, in der sich zuvor eine Wochenkrippe befand. Das Haus wurde saniert, betreutes Wohnen kam hinzu, zuletzt im Frühjahr die Tagespflege am Erligtwald.

Die Werkstatt für behinderte Menschen befand sich seinerseits in Kohren-Sahlis. Das DRK wurde Träger, und nach einem Interim in Bad Lausick wurde schließlich in Geithain neu gebaut. „Zu Beginn hatten wir 17 behinderte Mitarbeiter, die zum großen Teil in der Kohrener Wohnstätte zu Hause waren“, erinnert sich Barbara Eifert, Wirtschaftsleiterin der Wohnstätte, heute Schatzmeisterin im Vereinsvorstand. Die Geithainer Werkstatt hatte statt dessen 180 Plätze, musste bald schon erweitert werden, gibt heute 252 Frauen und Männern eine sinnvolle, befriedigende Beschäftigung. Sie kommen aus dem Landkreis Leipzig, aus Mittelsachsen, aus dem Altenburger Raum.

Neben den Millionen, die hier investiert wurden, sanierte das DRK schrittweise die Wohnstätte. Die Drei- und Vier-Bett-Zimmer verschwanden wie die Ölsockel an den Wänden. 90 Frauen und Männer leben heute hier in verschiedenen Wohnbereichen; im Frühjahr erst ging eine neu gebaute Kreativwerkstatt in Betrieb. Seit 2007 befindet ist in einem Flügel des Komplexes zudem das Seniorenpflegeheim „Waldblick“.

Nicht zu vergessen: der Behinderten-Fahrdienst mit 30 Fahrzeugen, zu erheblichen Teilen finanziert über die Aktion Mensch. Der Katastrophenschutz samt des Domizils, das der Ortsverein Roda in der ehemaligen Versuchsstation einrichtet. Mit rund 250 Angestellten ist der Geithainer Kreisverband heute einer der größten Arbeitgeber in der Region. Das DRK unterhält vier Ortsverbände, wird von 1900 Fördermitgliedern unterstützt.

„Wir wollen unser Jubiläum nutzen, um all jenen danke zu sagen, die den Kreisverband zu dem entwickelt haben, was er heute ist“, sagt Geschäftsführerin Heidrun Naumann. Und zugleich nach vorn blicken. So plane das DRK, „in den nächsten zwei, drei Jahren“ in Geithain weitere Kapazitäten im betreuen Wohnen zu schaffen, wobei Senioren und Behinderte unter einem Dach leben sollen.

„Wir planen an einer Erweiterung unserer Werkstatt. Wir sind ausgelastet, wollen dem Bedarf, der darüber hinaus aber besteht, gerecht werden“, meint Falk Mehner, der die Geithainer Werkstatt leitet. Zudem gebe es dank der Partnerfirmen ausreichend Aufträge, die abgearbeitet werden wollten. In Kohren-Sahlis, ergänzt Wohnstätten-Chef Steffen Graichen, werde man die Modernisierung des Komplexes fortsetzen; das sei ein Prozess, der im Grunde nicht zum Stillstand kommen dürfe.

Von Ekkehard Schulreich

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