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Geithains neuer Tierpark-Vorstand setzt konsequent auf artgerechte Haltung

Verein Geithains neuer Tierpark-Vorstand setzt konsequent auf artgerechte Haltung

Schien die Zukunft des Geithainer Tierparks im Frühsommer in Frage gestellt, zeigt sich der Verein unter seinem neuen Vorstand entschlossen, alle Behörden-Auflagen zu erfüllen. Dabei kann er sich auf Ehrenamtliche und Helfer stützen. Auch die Tierpaten stehen zu der mehr als 30 Jahre alten, weit über Geithain hinaus beliebten Einrichtung.

Viele sind froh, dass der Geithainer Tierpark nicht zumacht.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Das neue Schildkröten-Gehege ist fertiggestellt. Die Pony-Hengste haben nun ein eigenes Geviert. Die Kaninchen können im nächsten Jahr aus ihren kleinen Ställen auf eine großzügige Freifläche ziehen: Dass es im Geithainer Tierpark nach Monaten, in denen die Zukunft der beliebten Einrichtung ungewiss schien, voran geht, dafür sorgt ein neu gewählter Vereinsvorstand mit den Mitgliedern, Helfern und Förderern im Rücken. Um die behördlichen Auflagen zu erfüllen, werden nicht nur Stück für Stück Haltungsbedingungen verbessert. Sandra Händler, die neue Vorsitzende des Tierpark-Vereins, setzt sich immer wieder auch auf die Schulbank, um die vom Landratsamt geforderten Befähigungsnachweise zu erbringen. Ein erstes Zertifikat – das für Kleinsäuger – hat sie bereits erhalten; vier weitere Lehrgänge stehen im nächsten Jahr an.

„Die Tiere können nichts dafür. Ich möchte meinen Beitrag leisten dafür, dass sie bestmöglich untergebracht sind“, begründet die 26-Jährige aus dem Bad Lausicker Ortsteil Ballendorf ihr ehrenamtliches Engagement in Geithain. Der Tierpark sei eine Einrichtung, die nicht nur in der Stadt geschätzt werde, sondern weit in die Region ausstrahle. Ziel müsse es sein, dieses Kleinod zu erhalten. Dafür stehe der im Herbst neu gewählte Vorstand, und dafür stehe sie selbst. Beim Veterinäramt habe man die Genehmigung für den Tierpark neu beantragt, und man kümmere sich darum, alle Auflagen zu erfüllen. Zu denen gehöre, dass die Befähigungsnachweise für den sachgerechten Umgang mit den Tieren in einer Hand lägen. Deshalb kümmert sich Händler, zurzeit im Erziehungsjahr, um diese Qualifikationen.

„Wir wollen unsere Tiere artgerecht unterbringen. Gelingt uns das nicht und stoßen wir an unsere Grenzen, geben wir Tiere ab – aber nur wenn wir sicher sind, dass sie in gute Hände kommen“, sagt die Vereinschefin. So habe man etwa für drei Ponys und acht Jakobsschafe ein neues Zuhause gefunden. Statt der Schafe setze man künftig auf Thüringer Waldziegen, eine in ihrem Bestand gefährdete Haustierrasse, die gut nach Geithain passe. Die Veränderungen im Tierpark würden von den Besuchern sehr wohl wahrgenommen, sagt sie: „Viele sprechen uns an, sagen, dass sie froh sind, dass der Tierpark nicht zumacht.“

Maßgeblichen Anteil daran haben die sieben, acht Ehrenamtlichen und die beiden geringfügig Beschäftigten, die die Tiere Tag für Tag versorgen. „Ich helfe bei allem Möglichen: beim Misten, beim Heu holen, sorge für Wasser, reche das Laub zusammen“, sagt Karl Schankin, einer von ihnen. Dieter Schmidt, Rentner inzwischen, gehört auch zu jenen, die immer wieder mit anpacken: „Weil mir unser Tierpark am Herzen liegt.“

Dieses Engagement verdiene Dank und Unterstützung, sagt Jürgen Lojewski, Kommunalberater des Energieversorgers EnviaM. Deshalb unterstütze man den Verein mit einer 500-Euro-Spende. Für das Unternehmen sei diese Weihnachtsaktion eine Möglichkeit, an die Kommunen etwas zurückzugeben. Lojewskis Blick auf den Tierpark gelenkt hatte Geithains Bürgermeister Frank Rudolph (UWG). Der Verein bemühe sich sehr; das verdiene Anerkennung. Die Stadt, die das Gelände an den Tierpark-Verein verpachtet hat, leistet auf der Grundlage eines Stadtratsbeschlusses jährlich einen Zuschuss. Im nächsten Jahr wolle man sich bemühen, den Teich im Park von Schlamm befreien zu lassen. Sandra Händler freut sich über die Hilfe, die der Verein von vielen Seiten erfährt. Dazu zählten auch Patenschaften über Esel und Lama, Uhu und Kaninchen, Ziege und Schwein. Inzwischen gebe es drei Dutzend dieser Vereinbarungen, die die Versorgung der Tiere erleichterten. Darüber hinaus wisse man viele Firmen aus der Region an der Seite, die mit Geld, aber auch mit Material zur Seite stünden – etwa für den Bau neuer Gehege und Unterstände.

Von Ekkehard Schulreich

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