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Geld nur für dringendste Mieterwünsche

Geld nur für dringendste Mieterwünsche

Drei Vorhaben an Wohnblöcken im Gebiet Geithain-West für knapp 49 000 Euro hat der Technische Ausschuss Dienstagabend mehrheitlich beschlossen - sie betreffen Hauseingänge, Wohnungstüren und ein halbes Dach.

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Hoher Investitionsbedarf besteht an den kommunalen Blöcken im Wohngebiet Geithain-West. So muss die Kunststoffbahneindeckung erneuert werden, was pro Wohnblock rund 80 000 Euro kostet.Goethestraße 1 bis 5 wird nun ein Anfang gemacht.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Ausschussmitglieder kritisierten, die jährlich im Etat eingeplante feste Summe sei eigentlich unmittelbar zur Instandsetzung von Wohnungen gedacht gewesen.

 

 

Arbeiten am Pflaster im Bereich der Hauseingänge Goethestraße 11 und 12 sollen endlich Stolperfallen beseitigen - ein Kostenpunkt von knapp 4800 Euro. In der Goethestraße 6 ist das Auswechseln von Eingangstüren zu den Wohnungen vorgesehen - allerdings nur in der ersten bis vierten Etage, weiter oben stehen zahlreiche Wohnungen leer. 3800 Euro sind hierfür eingeplant. Größter Brocken mit 40 000 Euro sind Reparaturarbeiten am Dach des Hauses Goethestraße 1 bis 5, die Kunststoffbahneindeckung muss saniert werden. Allerdings reicht diese Summe auch nur für die halbe Dachfläche - einschließlich der Planungskosten. Der Zustand der anderen Dächer im Wohngebiet sei ähnlich, hatte Bauchefin Kerstin Jesierski im April im Ausschuss erklärt.

 

 

Damals lagen dem Gremium diese drei Vorhaben ebenfalls bereits zum Beschluss vor - sowie vier weitere an anderen kommunalen Wohnungen. Nur jenem Quartett erteilte der Ausschuss im Frühjahr seinen Segen, forderte für das Gebiet Geithain-West zunächst Klarheit, welche Perspektive es für die einzelnen Blöcke gibt. In diesem Sinne fragte Dienstagabend nur Jürgen Schlecht (UWG) nach: Ob jene Blöcke, wo jetzt gebaut werden soll, gut belegt seien und nicht weggerissen werden sollen, hakte er nach. Jesierskis Antworten zerstreuten seine Bedenken.

"Wenn Geld da ist und eingesetzt werden kann für die Wohnungen, sollte auch etwas passieren", plädierte sie für die Vorhaben. Seit einem entsprechenden Stadtratsbeschluss enthält der Haushalt der Kommune jährlich eine feste Größe von 55 000 Euro für die Instandsetzung kommunaler Wohnungen. Aufgrund von Haushaltsresten aus dem Vorjahr standen 2013 sogar fast 76 500 Euro zur Verfügung.

 

 

Man habe das beschlossen, um die Wohnungen attraktiver zu machen und ihre Vermietbarkeit zu verbessern, erinnerte Gunter Neuhaus (UWG) und fragte: "Nun finden wir hier keine einzige Wohnung - warum?" Diese Vorhabenliste habe nichts mit dem gefassten Beschluss zu tun, kritisierte auch Frank Rudolph (UWG) "Das ist mir zu wenig, dass gar nichts an den Wohnungen gemacht wird." Im Altneubaugebiet gäbe es zwei Wohnungen mit richtiger Brandgefahr von der Elektrik her, erklärte der Fachmann und schlug vor: "Vielleicht sollte der gesamte Stadtrat mal so eine Wohnung besichtigen."

 

 

Bei den vorgeschlagenen drei Vorhaben gehe es durchaus darum, den Wohnungsbestand attraktiver zu machen, argumentierte Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU). Jesierski ging ins Detail: In der Goethestraße 1 bis 5 regne es durch. Alle geplanten Arbeiten habe man in Absprache mit dem Wohnungsverwalter festgelegt. Weil sie bislang ausstehen, würden Mieter teilweise mit Mietminderung drohen. "Die Elektrik muss das nächste sein", stimmte sie zu.

Arbeiten direkt in Wohnungen erfolgten derzeit in Absprache mit dem Verwalter immer dann, wenn ein ernsthafter Bewerber entsprechende Vorstellungen habe, erklärte die Bauchefin. "Wenn es einen Miet-Interessenten gibt, und er hat einen konkreten Wunsch, findet sich ein Weg." Einen schnelleren Draht für solche Zusagen regte Ute Kirsten-Delling (CDU) an. Wenn es heiße, da müsse man erst die Stadt fragen, käme der Interessent wohl nicht wieder. Sie schlug vor, dem Verwalter schriftlich in die Hand zu geben, welche Investitionen die Stadt in einer neu zu vermietenden Wohnung übernehmen würde. "Eine gute Anregung", fand Jesierkis. Er stimme den Vorhaben zu, damit sich etwas bewege, sagte Ulrich Böhme (Linke). Um auch Wohnungen in einer 5. oder 6. Etage zu belegen, müsse man Interessenten einen Preisnachlass anbieten, schlug er vor.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.11.2013
Inge Engelhardt

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