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Generationenwechsel im Privatwald-Revier: Michael Hecht übernimmt

Sachsenforst Generationenwechsel im Privatwald-Revier: Michael Hecht übernimmt

Michael Hecht, 27, übernimmt ab September das Privatwald-Revier Muldental–Kohrener Land. Hans-Joachim Kotschmar, seit fast fünf Jahrzehnten in der Forstwirtschaft tätig, wechselt in den Ruhestand. Seit 2008 betreute er eine kleinteilige Waldfläche, die mehr als 1300 verschiedene Eigentümer hat, darunter Kommunen und Kirchgemeinden.

Michael Hecht (rechts) ist der neue Revierleiter vom Forstrevier Muldental-Kohrener Land. Vorgänger Hans-Joachim Kotschmar und Mathias Stahn, Referent für Privat- und Körperschaftswald beim Staatsbetrieb Sachsenforst in Leipzig, beglückwünschen ihn zum neuen Amt.

Quelle: Thomas Kube

Colditz. Hans-Joachim Kotschmar hatte Dienstagnachmittag seine letzte Sprechstunde: Der Mann, der seit knapp einem halben Jahrhundert beruflich mit dem Wald zu tun hat, betreute zuletzt über viele Jahre das Privatwald-Revier Muldental–Kohrener Land. Bereits am Montagnachmittag fand im Rahmen einer Waldbesitzer-Schulung im Otterwischer Buchholz seine Verabschiedung statt. Zugleich stellte Mathias Stahn, Referent im Sachsenforst-Bezirk Leipzig, in Vertretung von Forstdirektor Andreas Padberg Kotschmars Nachfolger vor: Michael Hecht, aufgewachsen in Colditz, gelernter Waldarbeiter, studierter Forstwissenschaftler, der das Revier und seine künftige Tätigkeit bereits aus vielen Perspektiven kennt.

Von Bad Düben ins Muldental

Kotschmar, zuletzt Forstoberinspektor, begann mit 17 in der Dübener Heide seine Ausbildung zum Forstfacharbeiter. „Er lernte, wie man sagt, den Beruf noch von der Pike auf“, meinte Andreas Padberg. In Schwarzburg folgte 1974 das Studium der Forstwirtschaft, ehe Kotschmar 1978 als Forstingenieur in den staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb nach Grimma ging. Von dieser Zeit an blieb er der Region treu. Er leitete die Staatswaldreviere Seidewitz und Kössern, den Technikkomplex des Forstbetriebes und wurde schließlich Betreuungsrevierleiter im Muldental–Kohrener Land. Hier war er seit 2008 für mehr als 1300 private Waldbesitzer, für Kommunen und Kirchgemeinden mit reichlich 3800 Hektar Wald verantwortlich. „Die Beratung wird gern angenommen“, so der Forstdirektor. Kotschmars „Fachwissen, seine Erfahrung und seine geradlinig-verbindliche Art“ seien angekommen: „Wir danken ihm für seinen Einsatz, und ich freue mich, dass wir das Revier übergangslos weiterbesetzen können und einen kompetenten und in der Region verwurzelten Nachfolger gefunden haben.“

Neuer Revierleiter ist vom Fach der Forstwirtschaft

Der heißt Michael Hecht, ist 27 Jahre alt. Nach Abitur, Forstwirt-Lehre, Forstwissenschaftsstudium und Tätigkeit in den Bereichen Waldökologie und Naturschutz macht er ab 1. September genau das, was von Beginn an sein großes Ziel war: „Revierleiter wollte ich schon immer werden. Dass ich vor dem Studium im Wald gelernt habe, hilft mir sehr – und es kommt bei vielen gut an.“ Ein wichtiger Punkt, denn er braucht den kurzen Draht zu den Waldeigentümern und ein vertrauensvolles Miteinander, um sie in vielen Fragen beraten zu können. Dabei geht es um die Pflege der Bestände, um Waldverjüngung, Holzernte, rechtliche Fragen – und nicht zuletzt um Naturschutz-Belange, zumal es in seinem Revier zahlreiche Schutzgebiete gibt.

Anders als der Landeswald wie der Colditzer Forst ist sein Revier ein großes Puzzle. Manche Flächen sind nur wenige Ar groß, andere wenige Hektar: „Das macht die Arbeit anspruchsvoll und interessant.“ Waldumbau sei weniger das Thema, denn Eichen und andere resistentere Laubholzarten dominierten schon heute. Es komme aber darauf an, bei den Privaten das Bewusstsein zu schärfen, dass Wald nicht nur eine Last, weil Kostenfaktor, sei, sondern ein über Generationen überlieferter Schatz, den es zu pflegen und zu entwickeln gelte. Zu den Aufgaben des Revierförsters gehört deshalb auch eine Betreuung, etwa beim Holzeinschlag. Solche Leistungen sind – im Gegensatz zur Beratung – allerdings nicht kostenfrei.

Größter Eigner im vielfältigen Waldrevier ist die Stadt Grimma

Hechts Revier ist vielfältig, reicht von den bewaldeten Mulde-Hängen bis zum Pastholz nördlich von Langenleuba-Oberhain, schließt eine große Zahl von Feldgehölzen ein. Größter kommunaler Waldeigner ist die Stadt Grimma. Zudem bewirtschaften 17 Kirchgemeinden forstlichen Besitz. Michael Hecht, der mit seiner aus Niedergräfenhain stammenden Partnerin in Grimma lebt, hat seinen Dienstsitz in der Colditzer Außenstelle des Forstbezirkes Leipzig. Dort ist er, weil viel in der Natur unterwegs, mindestens an jedem Dienstag von 16 bis 18 Uhr während der regulären Sprechzeit oder wochentags über sein Handy erreichbar. Darüber hinaus steht der Forstbezirk Leipzig immer für Anfragen zur Verfügung.

Kontakt: Lausicker Straße 64, Colditz, Telefon 034381/55418, 0172/3756131, Mail: Michael.Hecht@smul.sachsen.de|

Von Ekkehard Schulreich

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