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Geschützte Haustiere sollen künftig einziehen

Geschützte Haustiere sollen künftig einziehen

Haustiere und insbesondere geschützte Haustierrassen sollen im Geithainer Tierpark künftig im Mittelpunkt stehen. Derzeit ist die Einrichtung - rein formal - ein Zoo.

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Phillip Maurice Kupfer streichelt im Geithainer Tierpark den am 16. September geborenen Esel Pepe.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Das bringt viel zusätzliche Bürokratie, aber keine Vorteile. Stetig hofft der Tierparkverein dringend auf Spenden zum Erhalt der Einrichtung.

 

 

Mit Waschbären, Nasenbären, Kanarien, Sittichen und Amazonen stellt der Tierpark mehr als 20 ansonsten frei lebende Tiere zur Schau - und sei damit formal ein Zoologischer Garten, erläutert Vorstandsmitglied Ludbert Schmuck. Dieser Status bringe viel zusätzlichen Aufwand, aber keinerlei Vorteile. Nach zwei routinemäßigen Begehungen hatte das Landratsamt Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU) als Vereinsvorsitzende aufgefordert, ein Konzept vorzulegen, in dem die zukünftig verbleibenden Tierarten benannt werden.

 

 

Das gehe nicht ohne den Verein, habe festgestanden, deshalb gab es jetzt eine kurzfristig angesetzte Mitgliederversammlung. Den Tierbestand entsprechend zu verändern, das hätten die Mitglieder einhellig beschlossen, berichtet Schmuck. Perspektivisch soll es im Tierpark keine Waschbären mehr geben. Veränderungen sind auch bei Kanarien und Sittichen geplant. In Tierparkbesitz verbleiben auf jeden Fall die beiden Paare von Blaustirn- beziehungsweise Venezuelaamazonen, letztere hatten im Vorjahr erstmals ein Jungtier aufgezogen. Vor 15 Jahren seien die vier Alt-Tiere in Niedersachsen beschlagnahmt worden, berichtet Schmuck. Die damals getroffene Vereinbarung sieht vor, dass die Tiere erst nach 20 Jahren in das Eigentum des Tierparks übergehen, womit dessen Gremien dann über die Zukunft der Vögel entscheiden können.

 

 

Schon jetzt leben in der Park-Idylle zahlreiche Nutztiere - ob Esel, Ziege, Schaf oder Lama. Sie sollen künftig im Mittelpunkt stehen. Geschützte Haustierrassen könnten das Profil der Einrichtung noch weiter schärfen. Ludbert Schmuck denkt an die Thüringer Waldziege, hier gibt es schon konkrete Pläne für Kontakte zu Züchter. Doch auch Rhönschafe könnten vielleicht einziehen, hier müsse man wohl nach Hessen schauen, nimmt Schmuck an.

Große Sorgen bereitet ihm und dem gesamten Verein immer wieder die finanzielle Lage des Tierparks. "Die ist nach wie vor schwierig", bekräftigt der Geithainer Stadtrat. Den Stromverbrauch habe man drastisch reduziert, indem beispielsweise eine zweite Kühltruhe außer Betrieb gegangen ist. Schon länger leben im Park auch keine Tiere mehr, die zusätzliche Wärmequellen benötigen. "Ich denke, dass wir das nun im Griff haben, eine Durststrecke bleibt jedoch jetzt noch", erklärt der Sprecher des Vereins. Dieser hat jetzt natürlich noch die aus dem Vorjahresverbrauch resultierenden hohen Abschläge zu zahlen.

 

 

Nachdem das Rathaus den Zuschuss für die Unterhaltung der Einrichtung zwischenzeitlich auf Null gefahren hatte, gibt es nun das zweite Jahr jeweils eine Summe von 2500 Euro. "Gut, dass die Stadt einen Zuschuss gibt, aber angesichts der laufenden Kosten ist das zu wenig", steht für Schmuck fest. Der Tierparkbesuch ist frei, deshalb erzielt der Verein keine Einnahmen. Darum bittet Schmuck darum, ausstehende Mitgliedsbeiträge für dieses Jahr zu begleichen und betont: "Um den Bestand des Tierparks zu sichern, sind wir dringend auf Spenden angewiesen."

Personell läuft derzeit alles ehrenamtlich. Ingrid und Heinz Mundt sowie Ralf Dottermusch und Manfred Wittkowski füttern die Tiere abwechselnd an sieben Tagen in der Woche, bekommen keinen Cent dafür. "Ohne sie läuft nichts, vielen Dank. Das kann man nicht hoch genug würdigen", betont das Vorstandsmitglied. Weitere Freiwillige kommen fast täglich - jetzt beispielsweise, um Laub zu harken. Zwei Vereinsmitglieder wollen den sachsenweiten Lehrgang belegen, um den Sachkunde-Nachweis zu erlangen und künftig beispielsweise Futterpläne zu erstellen. Hier hatte das Sachgebiet Tierschutz vom Veterinäramt ebenfalls erneut nachgehakt. "Der nächste Lehrgang findet erst im Frühjahr statt, das können wir nicht ändern", erklärt Ludbert Schmuck. Dann wäre auch diese Auflage erfüllt.

 

 

Rege besucht wird der Tierpark, unter anderem auch durch Gruppen von außerhalb, so waren kürzlich rund 40 kleine und große Wechselburger da. Jeden Mittwoch kommen acht Schüler der Paul-Guenther-Schule, seit Schuljahresbeginn bietet das Tierpark-Team wieder ein entsprechendes Ganztagsangebot an. Die Kinder helfen beim Füttern, Saubermachen und Pferde striegeln, lernen dabei viel über Tierhaltung. "Wir haben das gemacht, weil die Nachfrage groß war", erklärt Ingrid Mundt, die auch dieses Angebot ehrenamtlich übernommen hat. "Mir liegen die Tiere am Herzen", begründet sie ihren Einsatz. Sie engagiere sich, "damit der Tierpark nicht eingeht."

Betrieb ist in der Regel auch auf dem Spielplatz am Eingang des Tierparkes von der Colditzer Straße aus. Sorgen bereitet dem Vereinsvorstand der schlechte Zustand der ersten rund 50 Meter des Weges in den Park hinein, denn mit Kinderwagen oder Rollator ist er schlecht zu bewältigen. "Wir suchen dringend eine Firma, die uns hierbei unterstützt", erklärt Schmuck.

Kontakt zum Tierparkverein über Ludbert Schmuck, Telefon 034341/4 15 25 (wochentags ab 17.30 Uhr) oder per E-Mail an IuL.schmuck@web.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.11.2013
Inge Engelhardt

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