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Geithain Gesiebte Flut im Geithainer Altdorf: Fäkalien werden gestoppt – Überflutungen nicht
Region Geithain Gesiebte Flut im Geithainer Altdorf: Fäkalien werden gestoppt – Überflutungen nicht
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11:56 29.09.2017
Röhren aus Kunststoffgeflecht sollen verhindern, dass im Altdorf westlich der Geithainer Nikolaikirche weiterhin Fäkalien in die Eula und die anliegenden Grundstücke gelangen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Geithain

Eine aus Kunststoffgeflecht gefertigte Rohrschlange soll in der Zukunft verhindern, dass bei Starkregen Fäkalien in Gärten des Geithainer Altdorfes geschwemmt werden. Die Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain GmbH beauftragten jetzt das Mügelner Unternehmen Erdmann Bau, Siebe in den Staukanal einzubauen. Aus diesem Grund ist die Altenburger Straße (B 7) seit Mitte vergangener Woche halbseitig gesperrt. Der Verkehr wird im Wechsel an der unterirdischen Baustelle vorbeigeführt.

Der sogenannte Staukanal, der unter der Bundesstraße verläuft, ist an die drei Meter breit und ebenso hoch. Gebaut wurde er vor Jahren, um anströmendes Wasser zurückzuhalten und nur verzögert an die nahe Eula abzugeben. Allerdings reicht seine Dimensionierung offenbar nicht aus. Schon nach einem kurzen heftigen Guss kollabiert dieses System. Anlieger der Eula fürchten dann nicht nur die Überflutung ihrer Grundstücke und Gebäude. Sie sehen sich auch mit Fäkalien und ähnlich ekelhafter Fracht konfrontiert, die durch die Wucht des Wassers mitgeführt werden und die nach dem Abfließen der Flut die Gärten verschmutzen.

Zumindest Letzteres soll das Siebsystem, das jetzt installiert wird, verhindern. In Teilbereichen des Sammlers werde eine Zwischendecke montiert und an die auf 50 Metern Länge das Sieb aufgehängt, erläutert Firmenchef Frieder Erdmann, was sich - verborgen vor den Augen der Passanten - in der Unterwelt unter der Fahrbahn tut. „Wenn das Wasser künftig anschwillt, können die Fäkalien nicht mehr austreten“, sagt Erdmann. Er gehe davon aus, dass es genüge, das System einmal im Jahr zu reinigen, um seine Funktionsfähigkeit zu sichern. Es hänge allerdings von der Witterung ab, also wie oft die Siebe beansprucht würden.

Witterungsabhängig ist ebenso der Einbau des Systems. Zu Wochenbeginn mussten die Arbeiten unterbrochen werden. Es regnete, und im Kanal stand das Wasser anderthalb Meter hoch. Danach aber konnte weitergebaut werden. „Ich gehe davon aus, dass wir bis Ende nächster Woche fertig sind“, sagt Frieder Erdmann - sofern das Wetter mitspiele.

Dass die Siebe das Kernproblem nicht lösten, steht für den Geithainer Bürgermeister Frank Rudolph (UWG) außer Frage. Er betrachtet diese Investition allenfalls als einen Zwischenschritt. Noch im Herbst - das kündigte er bereits an - wolle er Kommunale Wasserwerke, Landestalsperrenverwaltung und Landratsamt an einen Tisch holen, um zu vereinbaren, wie sich Überflutungen künftig ausschließen lassen - und das nicht irgendwann, sondern kurzfristig.

Von Ekkehard Schulreich

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