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Gesundheitsbranche zieht ins frühere Amt

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Baustart soll dieses Jahr nach Möglichkeit für einen Umbau des ehemaligen Landratsamtsgebäudes in Geithain sein. Die künftige Nutzung wird nach jetzigem Stand der Planung vor allem im medizinischen Bereich liegen.

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Imposanter Blick auf die rückwärtige Front des ehemaligen Landratsamtesgebäudes in Geithain. In das Haus soll neues Leben einziehen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Besitzer des Hauses ist ein Richter aus München. Kürzlich hat er auf einer Immobilienauktion auch das Gebäude des Geithainer Bahnhofs erworben.

"Wir gehen fest davon aus, dass es 2014 losgeht", erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung Mario Frommhold. Sein Ingenieurbüro in Borna ist mit der Planung des Umbaus betraut. Eigentümer des Gebäudes ist, wie berichtet, Tobias Romeikat. Er hatte das imposante Gebäude mit reicher Geschichte 2011 bei einer Grundstücksauktion erworben. Zum Kauf angeboten hatte es dort der Landkreis Leipzig, der bisherige Eigentümer der Immobilie, die für die Kreisverwaltung nicht mehr benötigt wurde.

Romeikat ist Richter in München. "Auf das Gebäude bin ich über einen Versteigerungskatalog im Internet aufmerksam geworden", erklärt er auf LVZ-Nachfrage. Er sei schon mehrfach in Geithain gewesen und habe sich den Ort und seine Umgebung genau angesehen. "Geithain ist eine schöne kleine Stadt mit Vergangenheit und interessanter Lage zwischen Leipzig und Chemnitz", sagt er. Er habe daher vor wenigen Wochen - ebenfalls auf einer Immobilienauktion - den Bahnhof in Geithain gekauft. Das schon lange nicht mehr genutzte Empfangsgebäude am Bahnhof stand im Eigentum einer Gesellschaft, als es im August 2012 unter den Hammer kam und ein Unternehmen aus dem Allgäu es erwarb - und unterdessen wieder verkaufte. Konkrete Pläne habe er zu diesem Objekt noch nicht, zunächst müsse der Besitzübergang stattfinden, erklärt der neue Eigentümer.

Für das Landratsamtesgebäude wurde im Vorjahr ein Bauantrag gestellt. Das unter Denkmalschutz stehende Haus ist eine Herausforderung in Sachen Nachnutzung. Das einst als Bürgerschule errichtete Gebäude hat etwa 900 Quadratmeter vermietbare Nutzfläche - ohne Kellergeschoss. Allein die ehemalige Aula ist rund 100 Quadratmeter groß und hat eine Raumhöhe von 4,50 Metern. Für Wohnzwecke sei das Gebäude eher nicht geeignet. "Wir haben überlegt, was in Geithain funktionieren könnte und praktikabel wäre, erläutert Frommhold. Der Eigentümer gehe mit viel Bedacht an den Umbau, er habe auch einen Hausmeister angestellt, der das Grundstück pflege und betreue.

Die Richtung in Sachen künftiger Nutzung wurde gewiesen, als es Anfragen von Ärzten zum Haus gab. Nach derzeitigem Stand werde eine große Physiotherapie aus der Region einen Teil der Räumlichkeiten nutzen. Außerdem sollen Praxisräume für eine Orthopädie und Unfallchirurgie entstehen. Hier sei auch eine Röntgenmöglichkeit mit angedacht, erklärt der Planer. Räumlichkeiten für ein Sanitätshaus sind ebenfalls vorgesehen. Eine Wohnung soll im Dachgeschoss entstehen. Das Gebäude werde einen Fahrstuhl erhalten, damit alle Einrichtungen barrierefrei erreichbar sind. Mit dem Parkplatz für die einst hier tätigen Amts-Mitarbeiter gehören zu dem Innenstadt-Gebäude zahlreiche Stellplätze.

Der Speiseservice im Haus wird seine derzeitigen Räume weiter nutzen. "Wir bleiben hier, es ändert sich nichts für unsere Gäste", bestätigt die Inhaberin Ilonka Schiener.

Im hinteren Bereich des Gebäudes soll ein zweiter Rettungsweg angebaut werden. Mit dem Denkmalschutz sei das Vorhaben bereits komplett abgestimmt, erklärt Frommhold. So werde die Aula beispielsweise unverändert erhalten bleiben.

Für den Umbau sollen Fördermittel aus dem Programm der Integrierten Ländlichen Entwicklung (Ile) beantragt werden. "Noch steht nicht fest, wann die Förderperiode eröffnet wird", beschreibt der Planer die unbekannte Größe im Zeitplan für das Projekt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.01.2014
Engelhardt, Inge

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