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"Gewässerbetten haben Vorrang"

"Gewässerbetten haben Vorrang"

Zwei bis drei Jahre werde es voraussichtlich dauern, bis die Stadt Geithain alle Hochwasserschäden vom Juni an Bachläufen, Straßen, Brücken, kommunalen Gebäuden beseitigt hat, schätzt Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU).

Die Instandsetzung des Sozialgebäudes am Stadion ist dringend erforderlich, da die Schulen und die Sportler es für den täglichen Betrieb benötigen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Geithain. Rund sechs Millionen Euro Fördergeld gibt es voraussichtlich für die insgesamt 33 Vorhaben. Für jene 15 mit höchster Priorität wird das Rathaus jetzt die Anträge stellen.

 

 

"Die Arbeit geht nun richtig los", sagt die Stadtchefin. Den ersten Auftrag an eine Baufirma hat der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung bereits vergeben. Die beschädigte Brücke, die im Zuge der Badergasse die Eula überspannt, wird das Claußnitzer Unternehmen Delling-Bau instand setzen, so der mehrheitliche Beschluss. Sechs Firmen hatte das Rathaus angefragt, zwei Angebote gingen ein. Das von Delling Bau liege im etwa geplanten Bereich, erklärte Bauchefin Kerstin Jesierski, das andere sei überhöht.

 

 

Zahlreiche weitere Vergaben in Sachen Hochwasserschäden wird es in den kommenden Monaten in Geithain geben, 3,5 der voraussichtlich zu verbauenden sechs Millionen Euro betreffen Arbeiten an Straßen, Wegen, Plätzen und Brücken, der Rest fließt in bauliche Anlagen. Die Vorhaben werden komplett gefördert. "Wir erwarten - wenn alles nach Plan läuft - dass die Stadt keine Eigenmittel aufzubringen hat", erklärt die Bürgermeisterin.

Die von der Kommune getroffene Unterscheidung in "sehr hohe" und "hohe" Dringlichkeit hat der sächsische Wiederaufbaustab im Wesentlichen bestätigt. Anderer Meinung war er bei den beiden Hartplätzen am Freibad, sie wurden in die niedrigere Kategorie heruntergestuft.

 

 

15 Geithainer Vorhaben besitzen nun den Status "sehr hohe Priorität". "Die Arbeiten an den Gewässerbetten sind prädestiniert für die Winterperiode", so die Stadtchefin. Das hat aus ihrer Sicht auch Vorrang. In Theusdorf und Syhra ist das Bett des Ossabaches instand zu setzen, rund 280 000 Euro sind hierfür veranschlagt. In Wickershain sind rund 190 000 Euro für das Bett der Eula eingeplant. Weiteres Projekt in diesem Ortsteil ist die Wiederherstellung eines Zulaufgrabens in Höhe der Kirche.

 

 

An Straßen, Wegen und Plätzen werde sich dagegen eher erst im kommenden Frühjahr etwas tun, erwartet Bauer. "Wir bitten um Geduld, den schlechten Zustand noch ein Stück auszuhalten", appelliert sie an die Bürger. Mit geschätzten Baukosten von 1,1 Millionen Euro ist die Instandsetzung der Theusdorfer Dorfstraße entlang des Ossabaches das teuerste Einzelvorhaben. Hier müssten vor dem Winter noch Vorarbeiten erfolgen, so Bauer.

Dringlich ist eine neue Heizungsanlage für das Kinder- und Jugendhaus, denn der Winter steht vor der Tür. Rund 203 000 Euro sind für den Bau in der fast benachbarten Kindereinrichtung "Wirbelwind" am Paul-Guenther-Platz vorgesehen. Geplant sind die Trockenlegung und Sanierung der Kellerräume. Quasi neu entstehen sollen dabei die Teeküche sowie die Sanitärräume für das Personal. Die Reparatur des Sozialgebäudes am Stadion ist dringend erforderlich, da die Schulen und die Sportler es für den täglichen Betrieb benötigen. Rund 300 000 Euro sind für die Freifläche am Stadion vorgesehen.

 

 

Fahrbahn und Nebenflächen von der Badergasse bis zum Dammühlenweg sind ebenso in Mitleidenschaft gezogen, wie die Straße inclusive Brücke an der Eula in Wickershain (zwischen der "Norma-Brücke" und dem Freibad). Auch die Fußgängerbrücke in Syhra besitzt höchste Priorität. Da für ihre Reparatur aber, wie berichtet, nur Angebote mit laut Bauer "horrenden Preisen" eingingen, gibt es eine neue Ausschreibung (die LVZ berichtete). Beschädigt ist der Gehweg samt Geländer vom Bestattungsinstitut Ananke bis zur Dammühle, und auch die Außenanlagen im Freibad müssen wieder in Ordnung gebracht werden.

 

 

Die Unterirdischen Gänge im Kirchberg sind nach wie vor nur teilweise begehbar. Hier hat das Hochwasser Schlamm hineingespült, der raus muss. Führungen durch die Gänge finden jedoch auch derzeit statt.

Jetzt gelte es, für jedes Vorhaben jeweils einen Förderantrag zu erarbeiten und einzureichen, erläuterte die Stadtchefin. Alles werde ausgeschrieben, die Vergabe erfolge entweder im Technischen Ausschuss oder im Stadtrat.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.10.2013
Inge Engelhardt

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