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"Gewerbegebiet an der A 72 ist vorstellbar"

"Gewerbegebiet an der A 72 ist vorstellbar"

Heute soll die Erschließungsstraße im Gewerbegebiet Geithain-West ihr neues Straßenschild bekommen: "Am Emaillierwerk". 2005 musste das Geithainer Emaillierwerk Insolvenz anmelden, heute sind auf dem ehemaligen Werksgelände, das sich bis zur Grimmaischen Straße erstreckt, zahlreiche Unternehmen angesiedelt.

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Bürgermeisterin Romy Bauer

Quelle: Privat

Geithain. Die LVZ sprach mit Geithains Bürgermeisterin Romy Bauer (parteilos).

 

 

Finden Sie diese Straßenumbenennung wichtig?

Der Name "Am Emaillierwerk" verbindet die Vergangenheit mit der Zukunft. Die Emailproduktion hat Geithain über ein Jahrhundert lang geprägt und in der Welt bekannt gemacht. Tränen gab es, als ehemalige Betriebsgebäude an der Grimmaischen Straße abgerissen wurden. Wie sehr die Geithainer mit dem Emaillierwerk verbunden sind, hat erst letzte Woche das große Interesse an dem LVZ-Beitrag über Else Otto gezeigt. Mit solchen kleinen visuellen Bausteinen wie diesem Straßenschild bauen wir eine Brücke nach vorn in die Zukunft. Diese Tradition der Stadt soll auch von den nächsten Generationen noch wahrgenommen werden.

 

 

Im Jahr 2005 musste das Geithainer Emaillierwerk Insolvenz anmelden. Haben Sie eine Entwicklung, wie sie diese Gewerbefläche genommen hat, erwartet?

Seit meiner Amtsübernahme stand für mich ganz oben, dass diese Gewerbefläche wieder aktiviert wird. Ich bin froh, dass das gelang. Entscheidend war, dass die Geo, die Gesellschaft für Emaillierung und Oberflächentechnik GmbH, mit Hagen Witruk an der Spitze, hier gegründet wurde. Respekt und Hochachtung, wer solch ein Risiko eingeht und die Initiative ergreift. Nicht zuletzt ist so die Tradition des Emaillierens in Geithain erhalten geblieben. Unterdessen haben sich weitere Firmen angesiedelt, erst im Juni die Hydromechanik GmbH mit acht Mitarbeitern. Ansonsten reicht die Palette vom Lidl-Markt bis zu Thermic Energy. Die acht Unternehmen haben auf dem Gelände insgesamt 127 Mitarbeiter.

 

 

Wieweit kann eine Stadtverwaltung eine solche Entwicklung befördern?

Die Stadt ist immer bestrebt, optimale Rahmenbedingungen für Neuansiedlungen zu bieten. Gemeinsam mit dem persönlichen Engagement des Geo-Geschäftsführers, der weitere Firmen für diesen Standort interessierte, ist etwas sehr Gutes entstanden. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung von Geithain als attraktiver Gewerbestandort. Hier gibt es Arbeitsplätze, was auch für die Kommune als Wohnstandort spricht und Steuereinnahmen ermöglicht.

 

 

Das ehemalige Emaillierwerksgelände ist voll belegt. Hat die Kommune derzeit Gewerbeflächen, die sie interessierten Unternehmen anbieten könnte?

Die verfügbaren Flächen sind nahezu ausgeschöpft. Die Stadt ist ständig bemüht, weitere Gewerbeflächen auszuweisen. Allerdings nicht, wie andernorts geschehen, auf Verdacht oder auf Vorrat, sondern unverzüglich bei konkretem Interesse. Denn die Aufwendungen für Neuerschließungen sind immens.

 

 

Haben sie Pläne dafür?

Ich kann mir vorstellen, dass an der Autobahnauffahrt Geithain zwischen Niedergräfenhain und Roda ein neues Gewerbegebiet ausgewiesen wird. Doch auch hier gilt das Vorgenannte, inklusive Klärung der Flächenverfügbarkeit. Verkehrsadern sind Lebensadern. Den logistischen Vorteil der Stadt Geithain, den sie mit der Autobahnauffahrt erhalten hat, müssen wir unbedingt nutzen.

 

 

Seit fast genau einem Jahr hat Geithain diese Autobahn-Anbindung. Gibt es Anfragen von interessierten Firmen?

Die Stadt ist aktiv, Kontakte zu erlangen, zum Beispiel auch über die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH. Immerhin ist Geithain geografischer Mittelpunkt zwischen Leipzig und Chemnitz. Ich bin überzeugt, dass sich Unternehmen diesen logistischen Vorteil nicht entgehen lassen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.08.2014
Inge Engelhardt

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