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Geithain Giftgrüne Algenbrühe: Karpfensterben im Dorfteich Gnandstein
Region Geithain Giftgrüne Algenbrühe: Karpfensterben im Dorfteich Gnandstein
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00:19 10.07.2017
Der Dorfteich in Gnandstein ist aufgrund der Sonneneinstrahlung voller Algen und gibt unangenehme Gerüche von sich. Mehrfach wurden hier tote Fische gesehen. Nun beauftragte die Stadt Kohren-Sahlis eine Fachfirma, die sowohl die Algen als auch den Bewuchs im Teich entfernt. Quelle: privat
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Kohren-Sahlis/Gnandstein

Stille Wasser sind tief. Oder etwa doch nicht, wie der Dorfteich im Kohren-Sahliser Ortsteil Gnandstein? Seit Jahren werde der Wasserpegel hier künstlich niedrig gehalten, sodass bei langer Sonneneinstrahlung massiv Algen wachsen, das Gewässer unangenehm rieche und sogar Fische darin sterben, prangert der Streitwalder Falk Schubinski an. Mittlerweile sei der Teich eine einzige giftgrüne Brühe.

Seit einigen Tagen tritt auch vermehrtes Fischsterben im Dorfteich auf und Schubinski schaltete das Veterinäramt ein. „Ich habe immer wieder tote Graskarpfen an der Oberfläche gesehen, am Sonntag waren es acht, am Montag neun.“ Möglicherweise sei Sauerstoffmangel die Hauptursache dafür. Viele besorgte Bürger in Gnandstein hätten ihn darauf aufmerksam gemacht und er überzeugte sich mit eigenen Augen von der Katastrophe. „In dem Teich ist hundertprozentig jedes Lebewesen tot“, mutmaßt er weiter.

Mehrere Karpfen verendeten in den letzten Tagen im Dorfteich Gnandstein. Quelle: Falk Schubinski

Für den Streitwalder sind die Probleme dabei durchaus hausgemacht. Die Stadt Kohren-Sahlis habe schon vor Jahren eine Absenkung des Wasserpegels angeordnet, zunächst um ein benachbartes Gebäude zu schützen, später um eine Unterspülung des Straßendammes zu vermeiden. „Ich wurde regelrecht dazu genötigt“, erinnert sich der ehemalige Pächter. Er hatte den Teich von 2003 bis 2013 unter seinen Fittichen und darin verschiedene Karpfenarten gezüchtet. Sowohl das herbstliche Abfischen als auch die Austragung des Koi Cups waren immer Publikumsmagnete und zogen Angelfreunde aus der ganzen Region an.

Dem Fachmann waren die Konsequenzen des niedrigen Wasserpegels von Anfang an bewusst und er habe die Behörden mehrfach davor gewarnt. „Alle Lebewesen in dem Gewässer und das Allgemeinwohl sind gefährdet.“ Denn in erster Linie diene der Dorfteich als Feuerlöschteich und führe im Brandfall nicht genügend Wasser.

Doch mit einem aktuellen Beschluss des Stadtrates in Kohren-Sahlis soll das jetzt anders werden. Die Stadt beauftragte eine Fachfirma sowohl mit der Beseitigung des Teichbewuchses als auch der Algen. Ab nächste Woche soll das Gewässer wieder als Feuerlöschteich dienen, heißt es weiter. Darüber hinaus soll die Firma eine Expertise erstellen, wie mit dem Teich und dessen Bewirtschaftung weiter verfahren werde.

Von Kathrin Haase

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