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Glasten: Erhitzte Abwasser-Debatte ohne Einigung

Glasten: Erhitzte Abwasser-Debatte ohne Einigung

Haben jene Glastener, die an der Lausicker und der Schönbacher Straße Grundstücke besitzen, eine Chance, an eine vollbiologische Kläranlage angeschlossen werden - und zu welchen Konditionen? Darum ging es am Donnerstagabend in einer aufgeheizten Bürgerversammlung, die die in der Lausicker Straße Wohnenden vorzeitig und verärgert verließen.

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Gemeinschaftskläranlage für zwei Straßen zu teuer: Glastener kritisieren die Abwasser-Politik des Versorgungsverbandes.

Glasten. Denn nicht 3500 Euro Baukostenzuschuss, sondern plötzlich 5500 Euro sollte der Anschluss beider Straßen an eine Gemeinschaftsanlage pro Grundstück kosten.

Die Variante war damit vom Tisch, die Leute in der Lausicker Straße waren draußen. Blieben eine Anlage für die Schönbacher Straße zu 4753 Euro Zuschuss für jedes der 25 Grundstücke oder eine Minimal-Lösung für jene 19 Parzellen zwischen Dorfgemeinschaftshaus und Ortsausgang zu 3912 Euro Zuschuss. Die Gemeinschaftsanlage würde der Verband am Dorfgemeinschaftshaus errichten. „Die Bürger werden jetzt noch einmal befragt und können sich binnen einer Woche entscheiden", kündigte Verbandgeschäftsführer Lutz Kunath an. „Ich würde es begrüßen, wenn wir das hinbekämen", sagte er im LVZ-Gespräch.

Diesen Eindruck hatten das Gros der versammelten Glastener offenbar keineswegs. „Die Leute wurden vom Verband erneut vor den Kopf gestoßen", kommentierte Tim Barczynski, betroffener Grundstückseigentümer und stellvertretender Bad Lausicker Bürgermeister, die Veranstaltung. So wie die Kosten gerechnet wurden, seien sie für die Bürger unannehmbar. Dass sie deshalb absprängen von einer gemeinsamen Lösung, sei Kalkül, meinte er und sprach von einer „Riesensauerei". Keinen Schritt sei man weitergekommen: „Das Solidarprinzip wird total verletzt."

Der Eindruck, die Grundstückseigentümer auf dem Land würden durch aufgezwungene Investitionen deutlich schlechter gestellt als jene, die ihre Abwässer zentral entsorgen können, hatte schon zu Versammlungsbeginn viele Gemüter erhitzt. „Der Solidargedanke ist goldrichtig", sagte ein Mann. „Man redet von Altersvorsorge, doch das Gegenteil wird praktiziert", sagte ein anderer an die Adresse des Versorgungsverbandes. Dank dieser Politik stürben die Dörfer aus: „Aber vielleicht ist das ja gewollt!"

Das Bürgerbegehren, das der Ebersbacher Ortschaftsrat Mitte März angestoßen hatte, fand deshalb in der Runde lebhaftes Interesse. Andreas Steiner, Ebersbacher Ortsvorsteher und Vorsitzender der Bürgerinitiative Wasser/Abwasser, bekräftigte die Forderung, der Verband möge auch in den Dörfern die Kläranlagen bauen und betreiben und die Kosten auf alle Menschen im Verbandsgebiet umlegen; nur das sei gerecht, nicht aber, Baukostenzuschüsse zu fordern. „Die Bürger sollen über den Löffel balbiert werden", stellte er fest, um danach Widerstand einzufordern: „Wir sind der Verband, wir Bürger, niemand anders."

„Schuld an der Misere ist die unklare Linie des Verbandes in den letzten Jahren. Die Ungewissheit ist das, was die Leute kaputtmacht", bilanzierte der Glastener Ortsvorsteher Andreas Dathe. Durch den bevorstehenden Straßenbau fühlten sich die Anwohner in der Schönbacher Straße zusätzlich in die Enge getrieben; sie müssten kurzfristig über Ausgaben von vielen Tausend Euro entscheiden. Denn klar sei doch: Wenn die Fahrbahn erst einmal gebaut sei, käme in den nächsten zehn, 15 Jahren kein Kanal für eine gemeinsame Abwasserentsorgung in die Straße hinein.

Ekkehard Schulreich

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