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Geithain Glasten: Straßenbau verkleinert Teich nun doch nicht
Region Geithain Glasten: Straßenbau verkleinert Teich nun doch nicht
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18:30 30.07.2010
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. Sie fühlten sich vom Landratsamt hintergangen und kämpften für das Biotop, das das Dorfbild schmückt. Am Freitag die gute Nachricht: keine Abstriche am Teich, der Kurvenradius der Straße wird hier etwas reduziert.

„Der Vermesser hat das Gelände abgesteckt, und plötzlich rückt die Straße ein ganzes Stück rein. Das geht doch nicht", sagte Jürgen Lachmann Ende vergangener Woche. Empört rief er bei der LVZ an. Seit 1980 kümmert sich der Glastener mit seiner Familie, vor allem Sohn Dirk, um den Teich, der nicht nur zwischen der Großen Seite und der Parthenstraße im Glastener Dorfkern liegt, sondern ihnen am Herzen. Seit Juni baut der Landkreis Leipzig nun die Kreisstraße in der Großen Seite aus. Die Fahrbahn soll auf 5,50 Meter Standard-Breite wachsen, hinzu kommt auf der dem Teich abgewandten Seite ein Gehweg. Um die Gestaltung der Teichböschung hatten Eigentümer und Behörde über Monate gerungen und im Herbst 2009 schließlich eine Lösung gefunden, die beide akzeptierten: Die bisherige Trockenmauer wird durch eine Schrägwand ersetzt. Die ist aus Beton und wird durch eingedrückte Bruchsteine gestaltet. „Wir haben dem nur zugestimmt, weil uns der Landkreis versicherte, dass sich an der Größe der Wasserfläche nichts ändert", stellte Lachmann klar. Die ursprüngliche Bauvariante, die eine rustikale Schotterböschung vorsah und die meterweit in den Teich hineingeragt hätte, lehnte die Familie ab.

Freitag vergangener Woche holten Lachmanns Planer und Behörde zu einem neuerlichen Ortstermin nach Glasten, dem vierten seit Beginn der Planungen, denn: „Wir fühlen uns vom Landratsamt veralbert." – „Nach dem Aufmaß ergibt sich sogar eine Vergrößerung des Teiches um 30 Quadratmeter", verblüffte Bauüberwacher Thomas Mehner und legte eine Zeichnung auf den Tisch. Die sollte belegen, dass zwar vor allem im nördlichen Bereich des Teiches die Straße ein Stück den Teich überbaut, am anderen Ende aber das Gegenteil eintritt. Überzeugen konnte Mehner die beiden Glastener nicht: „Wir wollen es abgesteckt haben. Dann sehen wir, was Sache ist." Auf diesen Kompromiss einigt man sich auf der Baustelle.

Dass Jürgen und Dirk Lachmann für den Dorfteich kämpfen, kommt nicht von ungefähr. Seit drei Jahrzehnten befindet sich das von der Parthe gespeiste Gewässer in Familienbesitz. Hier wachsen an die 50 Karpfen und einige Goldfische heran, haben im Frühsommer Frösche ein Dorado und Enten ein kleines Haus auf dem Wasser. „Wir wollen ein Stückchen Natur in unserem Dorf erhalten", beschreiben beide ihre Motivation. Viele Glastener und Gäste freuten sich an dem Gewässer, das zurzeit wegen des Straßen- und Mauerbaus trockenliegt. Gegen eine Erneuerung von Straße und Mauerwerk haben sie nichts, doch dürfe sie nicht zu Lasten des Gewässers gehen.

In dieser Woche nun prüfte das Straßen- und Hochbauamt des Landkreises die Angelegenheit. Fazit von Behördensprecherin Petra Kläffling: „Die Teichfläche verändert sich nicht, definitiv." Zusätzlich zum Vereinbarten habe man festgelegt, den Fahrstreifen der Innenkurve im Bereich des Teiches um einen Meter zu reduzieren. Am Freitagvormittag Ortstermin Nummer fünf. Erleichterung bei Dirk Lachmann: „Die haben uns versichert, dass alles bleibt, wie es jetzt neu abgesteckt ist. Und das kriegen wir noch schriftlich." 

Ekkehard Schulreich

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