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Geithain Glasten saniert Trauerhalle auf dem Friedhof
Region Geithain Glasten saniert Trauerhalle auf dem Friedhof
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14:00 06.11.2018
Pfarrerin Dorothea Schanz öffnet die Tür zur Trauerhalle. Die Tür ist das Einzige, was hier in den letzten Jahrzehnten erneuert wurde. Quelle: Ekkehard Schulreich
Bad Lausick/Glasten

Dem barocken Dach fehlen Ziegel. Über dem Fenster ist das Mauerwerk gerissen. Das hölzerne Gefach ist verfault. Die Epitaphien, alte eingemauerte Grabsteine, sind verwittert: Die Trauerhalle, die sich in einem Winkel des auf einer Anhöhe über der Parthe liegenden Glastener Kirchhofs befindet, mag man als verwunschen bezeichnen.

Die Einwohner des Bad Lausicker Ortsteils, die darin Abschied von einem geliebten Menschen nehmen, wünschen sich seit Jahrzehnten einen würdigeren Rahmen dafür. Jetzt, da Stadt und Kirchgemeinde sich über das Vorgehen einigten und Fördergelder in Aussicht stehen, rückt der Zeitpunkt näher, da die unter Denkmalschutz stehende kleine Halle saniert werden kann. Eingebettet ist dieses Vorhaben in eine behutsame Neugestaltung des gesamten Areals, dessen Mitte die Glastener Dorfkirche mit ihren romanischen Wurzeln bildet.

Zustand der Trauerhalle ist schmerzlich

„Der Zustand der Halle ist ein schmerzlicher Punkt. Schon meine Vorgänger haben darüber mit der Stadt verhandelt, denn das Sterben betrifft ja nicht nur die Christen“, sagt Dorothea Schanz, Pfarrerin für Schönbach, Großbothen und Glasten. Vielmehr sei die Stadt ebenso in der Verantwortung. Sie sei sehr froh, dass man mit der Kommune nun eine Einkunft habe treffen können.

Die Bauschäden an der Trauerhalle sind deutlich sichtbar, etwa ein Riss in der Fassade über dem Fenster. Zudem ist das Holz der Traufe verfault. Quelle: Ekkehard Schulreich

Die Leader-Förderung im Leipziger Muldenland sei „die Tür, durch die wir gehen sollten“. Ähnlich wie im benachbarten Ballendorf, wo jetzt gleichfalls eine Trauerhallen-Sanierung greifbar ist, befinde sich das kleine Bauwerk auf Kirchengrund. Jetzt steuert die Stadt 25 000 Euro zur Sanierung bei und übergibt das Haus danach an die Kirchgemeinde. Der Stadtrat bestätigte die Summe. Aus seiner Sicht könnte, wenn die Fördermittel wie geplant fließen, mit den Bauarbeiten 2019 begonnen werden.

Halle in Glasten ist denkmalgeschützt

Dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht, erfordert eine besondere Sorgfalt. „Außerdem ist es direkt an die Kirchenmauer gebaut. Ein Stück Mauer muss mit saniert werden, das erhöht die Kosten zusätzlich“, sagt Schanz, die von einer Gesamtsumme von 160.000 Euro ausgeht. Bei einer Förderquote von 80 Prozent und 25.000 Euro Zuschuss seitens der Stadt bleibe immer noch eine erkleckliche Summe, die die Kirchgemeinde beisteuern müsse. Zwar sei Glasten mit 90 evangelischen Christen eine kleine Gemeinde, „aber sie ist außerordentlich rege. Dafür bin ich dankbar“.

Allerdings schränke diese geringe Zahl die finanziellen Möglichkeiten ein. Dennoch gebe es die Bereitschaft, über die Sanierung der Halle hinaus immer wieder etwas zu tun. So soll erstmals ein ordentlicher Weg angelegt werden, der, vorbei am Kirchenportal, bis zur Halle führt. Der Platz davor soll befestigt werden. In einem Anbau wird eine Toilette untergebracht. Rings um die Winterlinde, die das Dorf vor zwei Jahren pflanzte, werde ein Schmuckplatz entstehen, der zum Verweilen einlädt und der zu Veranstaltungen wie der traditionellen Johannisfeier oder dem Erntedankfest genutzt werden kann.

Sakristei in der Kirche soll erneuert werden

In der Kirche selbst will man sich der Sakristei annehmen. Der kleine Anbau neben dem Altarraum wird durch ein schönes Gewölbe geprägt. Feuchtigkeit im Mauerwerk erschwert derzeit aber seine Nutzung. Das soll sich ändern und ein Raum entstehen, der nicht nur als Winterkirche dienen kann, sondern auch für kleine Gesprächsrunden und Sitzungen des Kirchenvorstands. Neben der Trockenlegung ist der Einbau einer effektiven Heizung geplant.

Von Ekkehard Schulreich

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