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Geithain Gnadenhochzeit in Geithain
Region Geithain Gnadenhochzeit in Geithain
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16:12 25.10.2009
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Geithain

Norwegen ist ihr Lieblings-Reiseland.

Wie Frühling war der Oktober vor 70 Jahren, erzählt Dora Leonhardt. Barfuß fuhr die damals 18-Jährige mit dem Rad, um Wege zu erledigen. Sie ist in Magdeborn aufgewachsen. Kennengelernt hat sie Heinz Leonhardt 1937, nachdem er ins Nachbarhaus gezogen war. Der neue Nachbar hatte ein Motorrad, eine 500er mit Seitenwagen, und lud die junge Frau zum Mitfahren ein. Zu zweit hätten die Touren viel mehr Spaß gemacht, bestätigt Heinz Leonhardt. So haben es die beiden ein Leben lang gehalten. „Wir haben alles gemeinsam gemacht“, sagt seine Frau. Als Erstes stand damals nach der Trauung jedoch eine lange Trennung an.

Am 21. Oktober 1939 heiratete das Paar auf dem Standesamt in Mageborn. Im November ging Heinz Leonhardt in den Krieg und kehrte erst nach sieben Jahren zurück. Dann konnten sie ihre erste gemeinsame Wohnung in Magdeborn beziehen.

Aufgewachsen ist der Geithainer in Zeitz, hat Rohrschlosser gelernt. Die meiste Zeit seines Lebens – 33 Jahre – arbeitete er als Kranfahrer im Tagebau Espenhain, bevor er 1978 in Rente ging. Seine Frau hatte zunächst bei einer Lotterie als Kontoristin gearbeitet, dann bei der Handwerks-Krankenkasse und bis zum Ende des Krieges im Espenhainer Werk in der Statistik. Anschließend war sie mehrere Jahre dort auf der Förderbrücke – bis zu einem Arbeitsunfall.

Sie seien die letzten Magdeborner, die jetzt noch im Wohngebiet Geithain-West leben, sagen Leonhardts. Als sie sich das Gebiet zum ersten Mal anschauten, war es noch im Bau. Sie hätten auch nach Borna oder Grünau gehen können, als ihr Heimatort weggebaggert wurde, doch sie zogen 1978 nach Geithain. Die mehr ländliche Kleinstadt gefiel ihnen besser. Der Block, in dem sie jetzt seit 31 Jahren in der selben Wohnung leben, war der letzte, der entstand. Die Ahorn-Bäume vor dem Stuben-Fenster sind groß geworden. Sie zu stutzen oder zu fällen, würde sich Heinz Leonhardt wünschen. Er hätte gern mehr Sonne im Zimmer und dass man mehr sieht.

Die beiden sind ein Stück in der Welt herumgekommen, Norwegen lieben sie am meisten. Ihre erste Reise nach der Wende führte sie dort bis zum Nordkap. Zweimal waren sie in Spitzbergen, haben Brasilien gesehen. Bis er 90 war, ist Heinz Leonhardt auch noch mit seinem Opel Astra gefahren, viele Ausflüge des Paares führten in die Dahlener Heide.

Bis zum 88. Lebensjahr hat der Geithainer Uhren repariert. Er hatte immer geschickte Hände, baute Fernsehantennen selbst und Ladegeräte für den Trabi, sogar elektrische Schweißgeräte. Die Konstruktionen hat er selber berechnet, was er dazu wissen musste, eignete er sich an und schaute es anderen ab. Häkeln, stricken und lesen hat Dora Leonhardt stets gern gemacht.

„Ergänzen muss man sich“, sagt die 88-Jährige nach dem Geheimnis von 70 glücklichen Ehejahren befragt. „Einander achten und ehren“, setzt ihr Mann hinzu.

Inge Engelhardt

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