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Gnandsteiner Denkstein erinnert an die Kriegstoten

Kohren-Sahlis Gnandsteiner Denkstein erinnert an die Kriegstoten

Drei Jahre recherchierten Monika Bryl und Christine Illguth. Drei Jahre bemühten sich sich um Spenden und Unterstützung. Jetzt sind sie am Ziel: Eine einfache Stele erinnert an jene aus Gnandstein, Dolsenhain und Wüstenhain, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren. Nicht nur für unmittelbare Angehörige war die Einweihung bewegend.

Die Enthüllung des neuen Denksteins hat der Posaunenchor musikalisch umrahmt.
 

Quelle: Thomas Kube

Kohren-Sahlis/Gnandstein.  Mehr als sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Gnandstein am Wochenende ein Denkstein enthüllt, der an jene mehr als 60 aus Dolsenhain, Wüstenhain und Gnandstein erinnert, die in diesem Krieg und in der Nachkriegszeit ihr Leben verloren. Eine private Initiative hatte sich mehrere Jahre darum bemüht, hatte Spenden gesammelt, Unterstützer gesucht und schließlich gefunden. Mit einem feierlichen Akt wurde der Stein, der sich unmittelbar neben dem für die Toten des Ersten Weltkriegs befindet, eingeweiht. Danach traf man sich in der benachbarten Dorfkirche zu einer Andacht.

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Unterhalb der Kirche in Gnandstein wurden zwei Gedenksteine enthüllt beziehungsweise saniert übergeben. Das vorhandene Kriegsdenkmal vom 1. Weltkrieg wurde generalüberholt, so dass jetzt die Namen aller Gefallenen wieder deutlich zu lesen sind. Links davon steht ein zweiter heller Gedenkstein für alle Opfer des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit.

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„Ich habe in diesem Krieg zwei Brüder verloren, innerhalb von 14 Tagen“, sagte Gertraud Tonn. Für die hoch betagte Frau, die in Gnandstein aufwuchs und heute in Borna zu Hauses ist, war die Enthüllung ein bewegender Moment. Bei dem sie selbst aktiv wurde, denn sie konnte gemeinsam mit Wolfgang Keil aus Kohren-Sahlis, der selbst Vorfahren im Krieg verlor, das Tuch von der Stele entfernen. Ein halbes Hundert Menschen hatte sich zu Augenblicken des Gedenkens und der Besinnung zusammengefunden. Gerhard Lohse, Vater von Monika Bryl, gehört selbst dieser Kriegsgeneration an. Er gehörte zu jenen, die seine Tochter und Christine Illguth bestärkten, als sie mit dem Recherchieren und dem Einwerben von Spenden begannen. Über viele Monate waren beide Frauen unterwegs, um in den drei Dörfern Geld zusammenzutragen, um die Abstimmung mit den Behörden und Firmen zu führen. Sie brauchten einen langen Atem dafür. Dass sie letztlich doch noch ans Ziel kamen, verdankten sie maßgeblich zwei Groß-Spendern: Martin Krüger, der Gnandstein in den ersten Friedensjahren gen Westen verließ, und die Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig.

„Wir sind sehr froh, dass wir es gemeinsam geschafft haben“, sagte Christine Illguth. Der Posaunenchor des Kirchspiels Kohrener Land rahmte die Veranstaltung musikalisch. Stephan Seeger von der Stiftung und der CDU-Bundestagsabgeordnete Georg-Ludwig von Breitenbuch würdigten das bürgerschaftliche Engagement. Seeger mahnte, dass „Leid und Schmerzen nicht auf die unmittelbaren Schlachtfelder begrenzt sind“, sondern auch jene beträfen, die fernab von Fronten lebten.

Danach wurden die Namen der Toten verlesen. Platz auf dem Stein fanden sie nicht, wohl aber in einem Gedenkbuch, das in der Kirche ausliegt. „Wir haben das so gestaltet, dass jederzeit Ergänzungen möglich sind“, so Illguth. In der Kirche selbst gestaltete im Anschluss Dirk Mütze, Leiter der Evangelischen Heimvolkshochschule, eine Andacht; der Posaunenchor musizierte, Dorothea Franke spielte Orgel. Das Denkmal für die Toten des Ersten Weltkrieges erhielt eine Auffrischung: Es wurde unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restauriert.

Von Ekkehard Schulreich

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