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Gnandsteiner kritisieren Straßenbau und zugewachsene Wyhra

Stadtrat Kohren-Sahlis Gnandsteiner kritisieren Straßenbau und zugewachsene Wyhra

Unzufrieden mit den Zuständen in ihrem eigentlich schmucken und viel besuchten Dorf sind die Gnandsteiner: Ortsvorsteherin Isabell Heinker listete im Kohrener Stadtrat zahlreiche Kritikpunkte auf. Größtes Ärgernis ist der umstrittene Ausbau der Hauptstraße. Für Unmut sorgt aber auch die zugewachsene Wyhra.

Der Lauf der Wyhra in Gnandstein wächst immer weiter zu – das mehre die Hochwassergefahr, kritisieren Einwohner.

Quelle: Jens Paul Taubert

Kohren-Sahlis/Gnandstein. Eine Kreisstraße, die ein Provisorium ist. Ein Teich, der zuwuchert. Kommunale Grundstücke, die Pflege vermissen lassen: Das Bild, das der beliebte Ausflugsort Gnandstein in diesem Sommer seinen Besuchern bietet, sei wenig erfreulich – finden die Einwohner, weshalb Ortsvorsteherin Isabell Heinker den Unmut am Dienstagabend im Kohren-Sahliser Stadtrat zur Sprache brachte. Vor allem der Zustand der Ortsdurchfahrt im Dorfkern sei ein Ärgernis, ebenso die Art und Weise, wie der Landkreis Leipzig damit umgehe, sagte sie: „Noch immer haben wir als Ortschaftsrat keine Nachricht auf unser Schreiben vom 6. November, nicht mal eine Eingangsbestätigung.“

Nach Kanalarbeiten durch den Abwasserzweckverband Wyhratal (AZV) im vergangenen Jahr wollte der Landkreis ursprünglich mit dem Straßenbau nachziehen. Davon aber nahm er Abstand, weil die Gnandsteiner gegen eine ins Auge gefasste Verbreiterung und das historische Bild verschandelnde Stützmauern Einspruch erhoben. Eine ledigliche Wiederherstellung der Fahrbahn aber, wie im Dorf gefordert, hält der Kreis für nicht akzeptabel: Fördermittel gibt es nur für einen grundhaften Ausbau, für den bestimmte Parameter gelten. Dass der hilfsweise Deckenschluss, den der AZV, verbunden mit Mehrkosten, vornehmen musste, nur ein paar Monaten halten kann, war klar. Umso unverständlicher, so Heinker, sei, dass die Behörde die Gnandsteiner nicht informiere: „Alles, was wir wissen, wissen wir aus der LVZ.“

Der Landkreis habe erklärt, er warte seinerseits auf eine Einschätzung der Landesdirektion Sachsen, meinte Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU), der sich ganz auf Seiten der Gnandsteiner sieht und deren Kritik und Forderungen unterstützt – wie auch der Stadtrat insgesamt: „Wir wollen schnellst möglich wissen, wie es weitergeht, auch für unsere Haushalt-Planung.“ Während der Sperrung der alten B 95 in Altmörbitz seien zahlreiche LKW und Busse durch Gnandstein gefahren. „Die kamen problemlos aneinander vorbei. Ich sehe deshalb gar keinen Bedarf für eine Verbreiterung.“

Doch es ist nicht die Kreisstraße allein, die die Einwohner dieses Kohren-Sahliser Ortsteils beschäftigt. Der Lauf der Wyhra wachse weiter zu, das mehre die Hochwasser-Gefahr, sagte Isabell Heinker. Ungepflegt seien auch der seit zwei Jahren nicht verpachtete Teich und die kommunalen Grundstücke.

Nach der Sommerpause bereite man eine Neuverpachtung des Teiches vor, erwiderte Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU). Was die Grundstücke betreffe, sei die Kommune in dem Dilemma, sparen zu müssen. Man sei aber mit der Landpflege, die Bauhof-Leistungen erbringe, in Kontakt. Der Zustand der Wyhra sei in der Tat inakzeptabel, bestätigte Mohaupt. Die Landestalsperrenverwaltung, in der Juni-Ratssitzung zu Gast, habe Abhilfe in Aussicht gestellt. „Es gibt aber Vorbehalte der Naturschutzbehörde gegen eine Beräumung des Flussbetts.“

Ein Einwand, der Ludwig-Georg von Breitenbuch (CDU) motivierte, die Behörde zur nächsten Sitzung in das Stadtparlament einzuladen: „Wir haben genügend Fragen.“ Nicht nur zur Wyhra in Gnandstein, sondern beispielsweise auch zum nicht voran kommenden Bau eines Rückhaltebeckens in Terpitz. Von Breitenbuch erneuerte seine Forderung, die Baustraße für die Errichtung des Beckens – irgendwann werde es ja so weit sein – nicht über ein Feld zu legen und danach wieder abzureißen. Statt dessen sollte dafür ein touristisch genutzter, ohnehin vorhandener Weg ausgebaut werden, und zwar dauerhaft. Das Gegenargument aus den Amtsstuben, dem stünde ein Vorkommen des Eremit, eines geschützten Käfers, entgegen, sei nicht akzeptabel.

Von Ekkehard Schulreich

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