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Greifenhainer Doppelspitze: Fachleute reparieren nach 500 Jahren das Gebälk

Kirchensanierung Greifenhainer Doppelspitze: Fachleute reparieren nach 500 Jahren das Gebälk

Dass selbst der eigentlich unverwüstliche Baustoff Eichenholz nach einem halben Jahrtausend an seine Grenzen kommt, ist in der Greifenhainer Kirche zu besichtigen. Seit dem Spätsommer wird das Tragwerk der markanten Doppelspitze aufwendig saniert. Die Schäden sind deutlich größer als genommen.

Falk Pechstein zeigt Stellen im Turmgebälk, die größere Schäden aufweisen. Gegenüber sind Schadstellen bereits durch neue Balken-Abschnitte repariert.

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg/Greifenhain. Ein halbes Jahrtausend alt ist wohl das Eichenholz, aus dem das Tragwerk des Greifenhainer Kirchturmes samt seiner markanten Doppelspitze gefügt ist. Wie angegriffen der im Grunde unverwüstliche Baustoff der Altvorderen inzwischen ist, zeigte sich erst, nachdem die Sanierungsarbeiten begonnen hatten. Im Spätsommer waren die Schiefertafeln abgenommen und das Gebälk freigelegt worden.

„In den letzten Jahren hatte sich bei Wind immer wieder Schiefer gelöst und Menschen gefährdet. Das war das Hauptproblem. Dass die Holzschäden so stark sind, ahnten wir nicht“, sagt Johannes Fischer vom Kirchenvorstand, der die Sanierung begleitet. Allerdings gebe es ein finanzielles Polster, so dass sich die nun unvermeidlichen Mehrausgaben abfedern ließen. Den Löwenanteil der Sanierungskosten steuert die Leader-Förderung im Land des Roten Porphyr bei; erhebliche Summen kommen auch von der Landeskirche und der Stiftung Kirchenbau der Evangelischen Kirche Deutschlands. Den Greifenhainern selbst gelang es, 35 000 Euro zusammenzutragen, ablesbar am Spenden-Barometer an der Kirchentür.

Während sich das Bad Lausicker Unternehmen Lipfert Bedachungen um das Ab- und Eindecken kümmert, hat die Zimmerei Ahnert aus Königshain-Wiederau die umfangreichen Holzarbeiten übernommen. An der Südspitze tauschten die Fachleute nicht nur Balkenköpfe und kleinere Sparren-Abschnitte aus; sie mussten mehrere der 25 Meter langen Balken, die bis ganz hinauf führen, austauschen. „Für uns ist das eine der schwierigsten Kirchen, die wir bislang gemacht haben“, sagt Zimmermann Falk Pechstein. Über Jahrhunderte seien offenbar nur die nötigsten Reparaturen erledigt worden - und die so gut oder schlecht, wie es eben ging: „Irgendwann ist dann auch mal die Eiche kaputt“ - durchgefault, von Schädlingen zersetzt. Dass der Bauzustand der Nordspitze, die demnächst folgt, besser ist, haben Pechstein und Kollegen keinen Grund anzunehmen: „Die sieht wohl genau so aus.“

Die Sanierungsarbeiten werden sich deshalb mindestens bis in den Sommer hinein ziehen. Doch gehe Gründlichkeit vor Schnelligkeit, sagt Johannes Fischer. Er freue sich über die Arbeiten, denn die Greifenhainer Kirche habe mit einer Glocke von 1504 nicht nur eine der ältesten erhaltenen Glocken Sachsens. Die Kirche selbst sei deutlich älter: „Es gibt eine Jahreszahl, die kann man als 1292 lesen. Manche Historiker ziehen sie in Zweifel.“ Doch sei das Dorf 1172 erstmals erwähnt. Die jetzt wieder hergerichteten Spitzen wurden Ende des 15./Anfang des 16. Jahrhunderts auf das romanische Gemäuer des Turmes aufgesetzt. Eine dendrologische Untersuchung soll Alter und Herkunft der Stämme noch exakt klären.

Derweil werden die nächsten Projekte vorbereitet: Beim „Advent in den Höfen“ begann die Kirchgemeinde für den Ersatz der kleinsten, im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzenen Glocke zu sammeln. Der Verein Für Greifenhain hat sich seinerseits zum Ziel gesetzt, die in der DDR-Zeit stillgelegte Uhr - sie soll die unmittelbar benachbarte Schule gestört haben - wieder in Gang zu bringen.

Von Ekkehard Schulreich

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