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Große Straßenschäden und wenig Geld

Große Straßenschäden und wenig Geld

Mehrere Millionen Euro könnte die Stadt Geithain in die Sanierung von kommunalen Straßen und Gebäuden stecken. Solch ein warmer Regen steht nicht ins Haus, deshalb kann das Dienstagabend im Technischen Ausschuss vorgestellte Grundsatzpapier nur dazu dienen, in den kommenden Jahren Prioritäten zu setzen.

Geithain. Die Fraktionen von CDU sowie WVWV/FDP hatten entsprechende Aufstellungen im Rathaus erbeten, eine Liste enthält die zehn dringendsten Straßenbauvorhaben.

Gleich 20 hätte das Rathaus auflisten können - alle liegen in Verantwortung der Kommune, Bundes- und Kreisstraßen blieben hier außen vor. Die zehn kommunalen Trassen, an denen aus Sicht der Verwaltung der größte Handlungsbedarf besteht, stellte Bauchefin Kerstin Jesierski im Ausschuss vor.

Bei über der Hälfte dieses Zehnerpacks setzt das Rathaus seine Hoffnung zur Finanzierung auf Fördermittel aus dem Programm der Integrierten Ländlichen Entwicklung (Ile). Doch die aktuelle Förderperiode läuft dieses Jahr aus. Neue Regularien stehen aus, so dass wohl erst ab 2015 wieder Geld verteilt wird (die LVZ berichtete). "Wir kriegen seit 2011 keine Förderung mehr über Ile, weil die Mittel ausgeschöpft sind", erklärte Jesierski. Die Verwaltung habe auf 2014 gehofft. "Nun warten wir auf '15 und irgendwann fliegen uns die Straßen um die Ohren", so die Bauchefin. Weil Geithain im Ile-Gebiet liegt, greift hier aber auch kein anderes Förderprogramm im Straßenbau. Vor diesem Problem stehen, wie berichtet, zahlreiche Kommunen der Region.

"Einigermaßen greifbar" sind laut Jesierski die beiden ersten Vorhaben auf der Prioritätenliste: 2014 soll der grundhafte Ausbau der Querstraße erfolgen, ebenso eines Abschnittes der Dresdener Straße von der Quer- bis zur Bruchheimer Straße (die LVZ berichtete).

Die Finanzierung erfolgt über Ausgleichsbeträge, die das Rathaus von Hausbesitzern im Sanierungsgebiet einfordern muss. Derzeit läuft die Phase der freiwilligen vorzeitigen Ablösung mit Rabatt. Rund ein Drittel der betroffenen Eigentümer werde ab 2015 per Bescheid zur Zahlung aufgefordert, kündigte Jesierski an. Daraus könnte eventuell ein grundhafter Ausbau der Nikolaistraße finanziert werden.

Ganz frisch ist die Information, dass die Kommune knapp 43000 Euro für die Beseitigung von Winterschäden erhält - mit dem Eigenanteil der Stadt stehen 57000 Euro zur Verfügung. "Wir würden uns gern der Straße der Deutschen Einheit annehmen mit einer Art Oberflächenbehandlung", kündigte Jesierski an. Nötig wäre das aber nur im noch nicht ausgebauten Teil dieser viel befahrenen Trasse.

Ausschließlich auf Ile-Mittel kann das Rathaus bei den anderen Posten dieser "Top Ten" setzen. Kurzfristig wäre ein grundhafter Ausbau der Zufahrt zum neuen Kindergarten in Niedergräfenhain erforderlich, der Ende des Jahres eröffnet werden soll. In der Friedrich-Fröbel-Straße sind Oberfläche und Entwässerung kaputt, sie sei in "absolut kritischem Zustand, auch der Fußweg ist eine Katastrophe", so Jesierski. Im Rosental seien Arbeiten am Kanal geplant, da sollte die Stadt möglichst mitziehen. Mindestens eine neue Decke muss kurzfristig für die Verbindungsstraße von Syhra zum Autobahnanschluss her, Mitte des Jahres soll die A72 bis Borna freigegeben werden. Mittelfristig brauche die Lindenstraße zwischen Dresdener und Marienstraße eine neue Asphaltdeckschicht, so Jesierski.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.05.2013

Engelhardt

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