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Geithain Großes Rechenzentrum siedelt sich eventuell am Schönauer Kreuz an
Region Geithain Großes Rechenzentrum siedelt sich eventuell am Schönauer Kreuz an
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05:02 17.04.2018
Blick auf das Grundstück am Schönauer Kreuz, wo das Unternehmen sich ansiedeln will. Quelle: Jens Paul Taubert
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Frohburg/Schönau

Die Müllermilch-Gruppe wollte in den Jahren nach der Jahrtausendwende auf der Feldflur zwischen Schönau, Nenkersdorf und Prießnitz ein Industriegebiet entwickeln. Die Pläne zerschlugen sich. Die Äcker werden noch immer als Äcker genutzt.

Server-Farm oder Big-Data-Center geplant

Mehr als ein Jahrzehnt später könnte sich das nun ändern: Eine eigens gegründete Gewerbepark Frohburg GmbH hat sich notariell die Verfügbarkeit über das rund 56 Hektar große Grundstück gesichert. „Es wird beabsichtigt, im Auftrag eines vorerst nicht benannten Unternehmens eine Server-Farm oder ein sogenanntes Big-Data-Center zu errichten“, sagte der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) vor dem Stadtrat.

Unter Einbeziehung des Landratsamtes habe es dazu bereits mehrere Gespräche gegeben. Dabei habe man der Stadt signalisiert, dass ein Frohburger Bekenntnis zur Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen via Bebauungsplan Voraussetzung dafür sei, die Ansiedlungsverhandlungen zu konkretisieren und zu vertiefen.

Stadtchef verweist auf Gewerbesteuer-Einnahmen

Dass sich die Wiederbelebung der Müller-Pläne für das auf Schönauer Gemarkung liegende Gebiet unmittelbar südöstlich des Schönauer Kreuzes lohnten, daran ließ Hiensch keinen Zweifel. Für die Entwicklung von Frohburg könnte das Gebiet hinsichtlich der Gewerbesteuer-Einnahmen mittel- und langfristig eine wichtige Rolle spielen.

Es sei wichtig, die Abhängigkeit von Landeszuweisungen zumindest zu verringern, um auch nur annähernd alle Zukunftsaufgaben der inzwischen 144 Quadratkilometer großen Stadt erfüllen zu können. Sei es nach der Jahrtausendwende vor allem auch um die Schaffung von Arbeitsplätzen gegangen, habe sich die Situation heute durchaus entspannt.

Hiensch: Autobahn-Anschlussstelle nicht aus den Augen verlieren

Die Ansiedlung des genannten Unternehmens komme, so Hiensch, den Zielstellungen des Regionalplanes Leipzig-Westsachsen entgegen. Den Bau der Autobahn-Anschlussstelle dürfe man nicht aus dem Auge verlieren.

„Es spricht nichts gegen diese Pläne“, sagte Andreas Mertin (Linke), zugleich Nenkersdorf/Schönauer Ortsvorsteher. Als sich nach 2002 Müllermilch habe ansiedeln wollen, habe es eine Bürgerinitiative gegeben. Damals habe man sich auf Prämissen verständigt; orientiere man sich daran, erwarte er keine Konflikte.

Sechs aufreibende Jahre mit Müllermilch-Plänen

Hiensch erinnerte an sechs für die Stadtverwaltung aufreibende Jahre, in denen man die Müller-Pläne für das Industriegebiet begleitet und unterstützt habe. „Es wäre genehmigungsfähig gewesen, aber es scheiterte.“ Und zwar daran, dass der Investor keine unter Fördermodalitäten geeigneten ansiedlungswilligen Unternehmen hatte nachweisen können.

„Mittlerweile ist der damalige Planungsstand aber weitgehend verfristet“, so der Bürgermeister. Man müsse alle Behörden und Träger erneut einbeziehen, und es könnte sein, dass der eine oder andere sich heute anders positioniere als damals. „Demzufolge besteht ein hohes Planungsrisiko. Das muss der Vorhabenträger abwägen und tragen.“

Für das Gebiet spreche zweifellos, dass es in der Leipziger Region kaum noch Flächen dieser Größe für Ansiedlungen gebe, noch dazu in der Hand eines einzigen Eigentümers.

Stadtrat stimmt Antrag zu

Der Stadtrat beschloss einstimmig, dem Antrag der Gewerbepark Frohburg GmbH mit Sitz in Stuttgart zu entsprechen. Voraussetzungen: Innerhalb eines halben Jahres nach dem Aufstellungsbeschluss – er soll im Mai getroffen werden – wird ein städtebaulicher Rahmenvertrag unterzeichnet.

Der Stadt entstehen zweitens durch Planung und Erschließung keinerlei Kosten. Drittens übernimmt die GmbH das Planungsrisiko.

Von Ekkehard Schulreich

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