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Geithain Gute Vorsätze: Gymnastik am offenen Fenster und mehr Zeit für Reisen
Region Geithain Gute Vorsätze: Gymnastik am offenen Fenster und mehr Zeit für Reisen
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06:00 01.01.2016
Viele Menschen nehmen sich immer wieder vor, sich künftig mehr zu bewegen. Quelle: dapd
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Borna/Geithain

Gute Vorsätze für das neue Jahr sind für die meisten Menschen nur noch kalter Kaffee. Die Euphorie der ersten Stunde, mit Rauchen oder Trinken aufzuhören, gesünder zu essen oder sich mehr zu bewegen, löst sich schnell in Wohlgefallen auf. Umso erfolgreicher etabliert sich die Gegenströmung: Weg mit den guten Vorsätzen!

Dietmar Schäfer, der Vorsitzende des Naturfreunde- und Heimatvereins Groitzsch, kann das unterschreiben: „Wenn alles so bleibt, wie es ist, reicht mir das schon. Vorsätze habe ich keine, vielleicht ein paar Wünsche. Im Februar wollen wir bei hoffentlich guter Gesundheit den 85. Geburtstag meiner Mutti feiern, und wir möchten so oft wie möglich unseren Enkel sehen. Er ist im November ein Jahr alt geworden und lernt gerade Laufen. Das ist eine wunderbare Zeit und ich genieße sie sehr.“

Auch die Galeristen Bärbel und Rainer Pleß vom „Blauen Haus“ in Pegau haben die guten Vorsätze abgeschafft, „weil sich bereits in den vergangenen 63 neuen Jahren, die wir erlebten, herausstellte, dass diese Vorsätze drei Wochen später nur noch Nachsätze eines alten Jahres sind. Warum aber Altes mit ins Neue schleppen?“ Stattdessen formulieren sie augenzwinkernd Wünsche wie „lass Sport treibende Menschen um uns sein, die uns mitreißen“. Ihr Hauptwunsch für 2016 aber lautet: „Frieden in den Hütten und Häusern für die Menschen, Toleranz in den Kirchen, Moscheen und Synagogen für die Götter, Vernunft in den Parlamenten und Regierungspalästen für die Verantwortungsträger“. Oder etwas kleiner: Schönes Wetter, qualitativ hochwertige Ergebnisse und viele interessierte Gäste beim zehnten Bildhauerpleinair vom 28. Mai bis 11. Juni – letzteres auch bei den Ausstellungen in der Galerie Blaues Haus. Oder ganz klein: „Gesundheit, Glück und Wohlergehen für alle, mit denen wir verwandt und bekannt sind und für alle Leser und Mitarbeiter der LVZ.“

Ein bisschen mehr Ruhe und Zeit für Hobbys hätte gern Karlheinz Bauer aus Zedtlitz, der frühere Landrat des Kreises Borna/Geithain. „Als ich in den Ruhestand gegangen bin, habe ich gesagt, dass ich mit meiner Frau gerne Deutschland bereisen möchte. Dazu ist es bis jetzt noch nicht flächendeckend gekommen. Uns fehlen zum Beispiel noch das Neckartal oder Hamburg.“ Aufgaben in der Kirchgemeinde und Seniorengruppe, in der Seniorenunion der CDU sowie anderweitige Verpflichtungen nahmen bisher die meiste Zeit des Rentnerpaares in Anspruch. „Das soll bitte etwas weniger werden“, wünscht sich Karlheinz Bauer für das neue Jahr. „Außerdem haben wir eine große Familie mit Kindern, Enkeln und zwei Urenkellinnen. Die möchten wir auch so oft wie möglich sehen.“ Darüber hinaus freut sich der Zedtlitzer auf das jährliche Familientreffen mit seinen Geschwistern.

Nicht zu viel und nur wirklich erreichbare Ziele will sich Michaela Angermann aus dem Groitzscher Ortsteil Brösen vornehmen, sie ist die Vorsitzende des Bornaer Tierschutzvereins. „Das fängt mit einfachen Dingen an wie jeden Morgen zehn Minuten Gymnastik am offenen Fenster“, erzählt sie. Wichtig sei ihr auch, alle Aufgaben besser zu organisieren, zu verteilen und damit Stress abzubauen und letztlich mehr Zeit für sich zu haben. „Gesünder zu kochen, versuche ich ja schon, gelingt mir aber noch nicht immer“, so Angermann weiter. Darüber hinaus bemühe sie sich, Freundschaften mit ihr wichtigen Menschen zu pflegen, den Kontakt mit den Mitgliedern im Tierschutzverein zu verstärken, neue Mitglieder und Mitstreiter für den Verein beziehungsweise den Tierschutz zu gewinnen. „Für 2016 wünsche ich mir Gesundheit für mich und meine Familie. Und dass die Spendenbereitschaft für den Tierschutz und unsere Tiere im Tierheim Oellschütz weiter besteht.“ Mit dem Geld sei sehr viel für die Tiere bewirkt worden. „Bitte unterstützten Sie uns weiter, wir haben im Jahr 2015 im Tierheim vieles verändern können und wollen das gerne weitermachen“, appelliert die Vereinschefin.

„Früher habe ich mir immer vorgenommen, mehr Sport zu treiben“, verrät Hendrik Fleischer, der Präsident des Groitzscher Carnevalclubs GCC. „Aber das hat nie geklappt. Deshalb lasse ich es lieber gleich mit den guten Vorsätzen.“ Umso mehr verlegt sich die karnevalistische Frohnatur aufs Wünschen: dass es im GCC weiter geht wie bisher „denn wir sind in einem guten Fahrwasser“, und dass die Familie und die gesamte Karnevalsmannschaft gesund bleibt. „Das ist mir das Wichtigste“, so Fleischer.

Von Kathrin Haase

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