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Geithain Halbwüchsige von Kohren-Sahlis wollen eigenen Klub eröffnen
Region Geithain Halbwüchsige von Kohren-Sahlis wollen eigenen Klub eröffnen
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15:45 02.05.2017
Kohrens Bürgermeister Siegmund Mohaupt steht einem neuen Klub für Heranwachsende offen gegenüber. Quelle: Jens Paul Taubert
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Kohren-Sahlis

Nicht nur wegen der Drei-Tages-Partys gilt der Jugendklub Rübe zu in Nachbarschaft des Lindenvorwerks in Kohren-Sahlis seit Jahren und Jahrzehnten schon als eine Institution. Braucht die Stadt deshalb jetzt noch einen zweiten Treff? Unbedingt – meinen jene Zwölf- bis 17-Jährigen, die seit Langem am Montottoneplatz zusammenkommen und die sich eine feste Behausung für ihre Freizeitgestaltung wünschen. 20 bis 30 Heranwachsende zählt die lose Gruppe.

In den vergangenen Wochen knüpfte sie Kontakte zu Unterstützern und zur lokalen Politik, um geeignete Räume zu finden. Sie sammelten im Internet Unterschriften, sprachen im Stadtrat vor, gewannen Eltern, aber auch den Kinder- und Jugendring des Landkreises als Partner. Nach Vorgesprächen mit der Stadtverwaltung Kohren-Sahlis gibt es am Donnerstag einen Ortstermin in der ehemaligen Grundschule.

Der Montottoneplatz nahe der Haltestelle, an der nachmittags die Schüler mit den Bussen zurückkommen in ihre Heimatstadt, ist per se kein schlechter Platz, um sich zu treffen. „Bei schlechtem Wetter oder im Winter aber ist es schon problematisch“, sagt Samuel Steglich. Der 14-Jährige gehört zum aktiven Kern dieser Gruppe, der sich dafür einsetzt, eine praktikablere Lösung zu finden. Der Jugendklub Rübe zu sei nicht geeignet, da das Publikum dort deutlich älter sei. Vielmehr hätte man gern ein eigenes Domizil in der Kernstadt. Das einstige Schulgebäude sei durchaus eine Option, sagt Steglich, wobei ihm klar sei, dass das nur mit volljähriger Unterstützung funktioniere. Im Stadtrat sei man mit dem Vorstoß nicht sofort offene Türen eingelaufen, spüre aber die Bereitschaft, den Jugendlichen in ihren Bemühungen durchaus entgegen zu kommen.

„Die Stadt möchte, dass das Ganze sozialpädagogisch begleitet wird“, sagt Franziska Mascheck, die mit ihrem Mann Marc den Verein Kulturgut Linda betreibt und die den Heranwachsenden zur Seite steht. Die Notwendigkeit eines Treffs stehe für sie außer Frage. Das habe auch die Internet-Petition gezeigt: „Innerhalb von drei Tagen kamen 300 Unterschriften zusammen, davon 180 direkt aus Kohren-Sahlis.“

Auf offene Ohren treffen die Heranwachsenden auch beim Kinder- und Jugendring. „Dass sich Jugendliche so engagieren, ist doch eine tolle Geschichte“, sagt Andreas Rauhut, der von Bad Lausick aus die Arbeit des Verbandes koordiniert. Den potenziell nutzbaren Raum in der Schule habe man sich im kleinen Kreis bereits angeschaut; er sei für diese Zwecke sehr gut geeignet. Angesichts der Tatsache, dass die Nutzer allesamt unter 18 seien, „muss natürlich eine Betreuung her. Wir könnten sie dort nicht sich selbst überlassen.“ Rauhut denkt zum Beispiel an die Trägerschaft durch einen Verein für den selbst verwalteten Klub. Im Zusammenwirken mit der Stadt sieht er „gute Chancen, dass sich mit einer neuen Generation ein neuer Treff etablieren kann“. Der Bedarf sei zweifellos vorhanden. Der Jugendring verstehe sich als beratender Partner sowohl der Jugendlichen als auch der Kommune.

Wenn neuer Treff, dann „nur in Verantwortung der Eltern und oder eines Vereines“, bestätigt Bürgermeister Siegmund Mohaupt (CDU). Es gebe in Kohren-Sahlis einen Jugendclub, in Terpitz die Jugendwerkstatt der Oldtimerfreunde, viele Sport- und Kulturvereine, die Junge Gemeinde des Kirchspiels. Auch die Heimvolkshochschule stehe für die Jugend offen. Damit verfüge man eigentlich über viele und attraktive Freizeitmöglichkeiten. Dennoch sei man für Neues durchaus offen und danke allen, die die Heranwachsenden unterstützten. „Die Stadt stellt gern eine Räumlichkeit, die sich eventuell in der alten Grundschule ergibt, zur Verfügung. Aber dies geht nur mit einem Verantwortlichen, der sich kümmert und die Verantwortung trägt.“ Die Stadt sei finanziell und personell nicht in der Lage, zu den bestehenden Möglichkeiten zusätzliche zu schaffen.

Von Ekkehard Schulreich

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