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Geithain Heiko Fischer in Altmörbitz bietet Alpakatouren an
Region Geithain Heiko Fischer in Altmörbitz bietet Alpakatouren an
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08:00 17.07.2016
Heiko Fischer lädt Besucher zu Alpaka-Trekking-Touren ein. Quelle: Foto: René Beuckert
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Kohren-Sahlis/Altmörbitz

Einst wegen ihrer Wolle in den südamerikanischen Anden gezüchtet, haben Alpakas längst den Weg nach Europa gefunden. Wegen ihres ruhigen und friedlichen Charakters werden sie in tiergestützten Therapien geschätzt. Aber auch Trekking mit den Tieren liegt im Trend, weiß Heiko Fischer zu berichten. Seit 2009 bietet er geführte Wanderungen durch die heimischen Fluren an. „Wir haben damals Ausschau nach Tieren gehalten, die einerseits unsere Wiese bewirtschaften und zum anderen eine gute Verbindung zum Menschen haben“, erinnert sich Heiko Fischer.

Der Weg der in Altmörbitz ansässigen Familie bis zum heutigen Geschäftsmodell war steinig. Nach der Haltung von Zwergrindern und dem Betrieb einer Straußenfarm lenkte die Tochter das Gespräch auf die Alpakas. Sie hatte eine Fernsehsendung über diese Tierrasse gesehen und war sofort begeistert. „Um uns ein näheres Bild über Alpakas zu machen, haben wir die agra in Leipzig besucht und uns sofort in die Tiere verliebt“, sagt Heiko Fischer. In Gesprächen mit anderen Züchtern konnten sie schnell erkennen, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zucht in der Region gegeben sind.

Die Liebe zu den Tieren sei aber nur die eine Seite, erklärt Heiko Fischer. Den richtigen Umgang hätte er erst erlernt müssen. Zahlreiche Schulungen und Gespräche mit anderen Züchtern bildeten die Grundlage für das Hobby, das sich im Laufe der Jahre zusehends positiv entwickelte. Standen in der Anfangszeit nur zwei Tiere – ein Schwarzes und ein Weißes – zur Verfügung, seien später weitere in grau und braun hinzugekommen. „Unsere ersten Wanderungen durch die heimischen Gefilde haben wir am Anfang zu unserem eigenen Vergnügen unternommen. Erst als Leute Touren anfragten, ist daraus die Idee mit den geführten Wanderungen entstanden“, berichtet der Züchter. Doch es sei nicht nur bei den Wanderungen geblieben: Auch auf Märkten und zu Festen ist seine Familie immer öfters mit den Alpakas anzutreffen. „Ich gehe sogar in Schulen, um den Kindern ein Gefühl für die Tiere näherzubringen. Es ist immer wieder ein schönes Erlebnis zu sehen, wie sich die Mädchen und Jungen für diese Rasse begeistern“, stellt Heiko Fischer fest. Selbst zu privaten Anlässen wie Familienfeiern und Hochzeiten werden geführten Wanderungen gebucht.

„Die Alpakas haben ihren eigenen Rhythmus, der die Leute vom hektischen Alltag auf eine etwas langsamere Gangart runter schaltet.“ Deshalb würden sich die Tiere auch für die Begegnung in Senioreneinrichtungen eignen, wo sie gern von den älteren Bewohnern gestreichelt werden. „Die Alpakas können im Umgang mit Demenzkranken oder geistig Behinderten eingesetzt werden“, hebt er hervor.

Auf den geführten Wanderungen wird den Besuchern nicht nur die heimische Fauna und Flora näher gebracht. Unterwegs taucht Heiko Fischer in die Geschichte der einzelnen Orte ab. Auch wenn die meisten Besucher aus dem Landkreis Leipzig, dem Muldental und dem Altenburger Land kommen, konnte Heiko Fischer schon Interessierte aus Leipzig und sogar aus dem Ruhrgebiet begeistern. Sogar in der Winterzeit, wenn der Schnee es zulässt, bieten die Fischers Alpaka-Touren beispielsweise nach Kohren-Sahlis, Gnandstein, in den Streitwald oder an die nahe Schömbacher Talsperre an.

Ein Leben ohne die Tiere kann sich Heiko Fischer nicht mehr vorstellen. Seine Familie steht hinter dem engagierten Projekt. „Ohne ihre Unterstützung wäre dies kaum durchführbar“, sagt er dankbar.

Von René Beuckert

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