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Heilung für vermeintliche Sünder

Heilung für vermeintliche Sünder

Er war schwarz, kam meist über Nacht, und dann ging alles ganz schnell. Innerhalb weniger Tage wurden gesunde Menschen niedergestreckt und aus dem Leben gerissen.

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Burggärtner Jens Franke zeigt eine der Tafeln zur Ausstellung "Seuchen und Plagen des Mittelalters und der frühen Neuzeit".

Quelle: Jens Paul Taubert

Gnandstein. Seltsame Wesen mit Schnabelmasken versuchten noch vergeblich ihr Möglichstes - Pestärzte wurden sie genannt. Es ist das Jahr 1348 - der Beginn der ersten großen Pestwelle in Mitteleuropa, und darum dreht sich die Ausstellung im Gnandsteiner Burggarten, die jetzt eröffnet wurde. Die Schau, in der es um "Seuchen und Plagen des Mittelalters und der frühen Neuzeit" geht, steht Besuchern bis zum 30. September offen, erklärt Burggärtner Jens Franke, der die Ausstellung initiiert hat.

 

 

"Ich möchte den Burggarten mit der Ausstellung für Besucher attraktiver machen", sagt Jens Franke. Dazu gehört auch eine Sonderführung, die Pfingstmontag einlädt. Der Beginn ist 15 Uhr.

In der Ausstellung werden detailliert Pflanzen beschrieben, die in früheren Zeiten gegen Krankheiten zum Einsatz kamen. Ein Teil der Schau entstand im Rahmen eines Projekts des 18-jährigen Paul Brandenburg aus Borna, der auf der Burg Gnandstein ein sogenanntes Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert hat.

 

 

Die Besucher sehen in der Orangerie, einem ehemaligem Stall, Schautafeln und Exponate. Neben der Pest geht es dabei auch um andere Infektionskrankheiten, die in Europa im Mittelalter zusammen mit Kriegen teilweise sogar zum Bevölkerungsrückgang führten.

 

 

Bleibt die Frage, was Seuchen und Plagen mit dem Burggarten zu tun haben. Die Geschichte des Gartens an der Burg in Gnandstein lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Vermutlich ist er aber noch älter, erzählt Burggärtner Franke. Wenn sich damals eine Krankheit ausbreitete oder es Schädlingsplagen oder Missernten gab, sei der Bevölkerung oft eingeredet worden, dass dies göttliche Strafen seien und jetzt nur noch helfe, Buße zu tun und ein gehorsames und gottgefälliges Leben zu führen. Deshalb suchten die vermeintlichen Sünder nach Mitteln, um sich vor Seuchen und Plagen zu schützen. Dabei griffen sie oft auf Pflanzen oder pflanzliche Mitteln zurück, und zwar jeweils mehr oder weniger erfolgreich. Immerhin: Die Zauberkräfte der Pflanzen sollen oft geholfen haben, Krankheiten, Vergiftungen und Verletzungen abzuwehren, erzählt der Burggärtner.

 

 

Um die Pflanzen, die dabei verwendet wurden, geht es in der Ausstellung im Garten der Burg Gnandstein. Sie ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.06.2014
Sarah Franke

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