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Geithain Heimatverein Ebersbach: Heimatstube und Dorfchronik bleiben Zukunftsmusik
Region Geithain Heimatverein Ebersbach: Heimatstube und Dorfchronik bleiben Zukunftsmusik
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07:00 29.09.2016
Der Heimatverein von Ebersbach ist vor zehn Jahren gegründet worden. Quelle: Jens Paul Taubert
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Bad Lausick/Ebersbach

Das gelb emaillierte Ortsschild, dessen eine Ecke großflächig bereits der Rost verzehrte, trägt unter dem schwarzen Ortsnamen Ebersbach den Zusatz Amtsh. Borna. Es stammt aus Zeiten, da das Dorf, längst Teil der Stadt Bad Lausick, zur Bornaer Amtshauptmannschaft zählte – vor der Bildung der Bezirke und Kreise in der DDR-Zeit.

Das Schild könnte Blickfang sein in einer Heimatstube. Doch die einmal einrichten zu können, ist für den Heimatverein Ebersbach, der sich vor einem Jahrzehnt gründete, fernere Zukunftsmusik. Das ehemalige Klassenzimmer in der einstigen Schule ist zwar geräumig, aber mehr Werkstatt als Depot oder gar Schauraum. Dabei hätte der Verein eine ganze Menge zu zeigen, hat er seit 2006 doch viele historische Unterlagen zusammen getragen. Zu den alljährlichen Dorffesten gibt er Einblicke.

„Die Aufsteller mit den Fotografien und Dokumenten könnten wir doch in dem Zimmer stehen lassen bis zum nächsten Jahr. Zum Beispiel die, die im Haus zu Familienfeiern sind, würden sich hier bestimmt gern umschauen“, sagt Roland Welsch. Er leitet den Heimatverein, einen Kreis aus knapp zwei Dutzend Enthusiasten, fast von Beginn an. Was er vermisse, sei ein Gesamtkonzept für das Schulgebäude – und das hänge an der ungeklärten Eigentumsfrage, denn bei der Immobilie handelt es sich um ein Kirchschullehen. Ohne Klärung aber keine nennenswerten Investitionen, schon gar keine mit Hilfe von Fördermitteln, beschreibt er das Dilemma. Ortschaftsrat, Kirchgemeinde und Stadt hätten sich schon einmal um eine Lösung bemüht, doch dann habe er davon nichts mehr gehört, sagt Welsch: „Es fehlt an grundsätzlichen Schritten. Und dann müsste die Stadt Bad Lausick ein bisschen Geld einplanen.“

Immerhin sei das untere große Klassenzimmer mit Unterstützung der Stadt und dank der Eigenleistung von Ortschaftsratsmitgliedern renoviert worden: „Bei uns aber geht das so nicht. Ich gehöre fast zu den Jüngsten im Verein. Die können sich nicht mehr auf eine Leiter stellen, um zu malern.“

Dafür liegen die Kompetenzen auf anderen Feldern. Christine Block etwa hat über Jahre Einwohner gezielt angesprochen, um historische Materialien zu sichern. Der Handel, das Vereinswesen, die Geschichte des Deutschen Hauses, der Sport, die Ebersbacher Entwicklung anhand historischer Flurkarten – vielfältig sind die Themen, die die Mitglieder des Vereins für die Dorffeste aufbereiteten.

Woran es fehlt, ist die Kraft, das Gesammelte im Sinne einer Dorfchronik aufzuarbeiten und durch Recherchen zu vertiefen. Ein kaum bestelltes Feld ist die Zeit der Ersterwähnung: Die Jahreszahl 1349 ist bekannt, doch schien sie zu vage, um 2015 eine launige 666-Jahr-Feier auszurichten. Hier wolle man in Zukunft versuchen, Studenten der Leipziger Universität für vertiefende Studien zu gewinnen.

Ein Herzstück der Arbeit in zweifachem Sinn ist die Hinwendung zu den Senioren. Mehrere Feste werden, über das Jahr verteilt, durch Rosemarie Steiner, Ulrike Schindler und Gisela Nitschke organisiert, auch mal eine Ausfahrt, ein geselliger Nachmittag. Bei den Älteren kommen die Möglichkeiten, sich zu treffen und zu plauschen, sehr gut an.

Und auch eine künftige Chronik profitiert davon, denn es kommen hier auch Dinge zur Sprache, die für die Nachwelt zu bewahren wichtig ist. Gründungsmitglied Roland Kirsten ließ sich zum Zehnjährigen des Vereins zu einem Gedicht anregen. Dessen Kernsentenz: Was der Heimatverein leiste, sei zum Nutzen heutiger und künftiger Generationen.

Von Ekkehard Schulreich

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