Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Geithain Hiensch: "Wir müssen um jeden kämpfen"
Region Geithain Hiensch: "Wir müssen um jeden kämpfen"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:25 19.05.2015

Für Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) ist das mitnichten ein Zugeständnis an die Kritiker aus dem Ortsteil, die mit 640 Unterschriften gegen eine mögliche Bebauung protestieren. Im Gegenteil: Ihnen warf er vorgestern Unwissenheit, eine verzerrte Wahrnehmung und sogar private Interessen vor.

640 Unterschriften stehen unter der Forderung des Vereins "Für Greifenhain", den Greifenhainer Sportplatz als Fest- und Spielplatz zu sichern, eingereicht zu Wochenbeginn im Frohburger Rathaus (die LVZ berichtete). Nicht sachgerecht, urteilte Bürgermeister Wolfgang Hiensch vorgestern Abend in der Stadtratssitzung. Nicht nur, weil auch Kinder und Ortsfremde unterzeichneten, sondern vor allem, weil die Intentionen von Parlament und Verwaltung - warum auch immer - offenbar gar nicht zur Kenntnis genommen würden: "In diesem Plan ist hinter den vorgeschlagenen Bauplätzen deutlich ein Spielplatz durch ein entsprechendes Plankennzeichen eingetragen."

Frohburgs Bevölkerungszahl schrumpfe seit der Jahrtausendwende um 14,5 Prozent, die Greifenhains gar um 21 Prozent, so Hiensch. Die Prognose verheiße keine Trendwende, im Gegenteil. "Wir müssen um jeden kämpfen, der zuziehen will, und um jeden, der bleiben möchte." Da private Bauland-Angebote in Greifenhain nicht bekannt seien, es aber Bedarf gebe, wolle die Stadt auf ihrer Fläche zumindest zwei Parzellen anbieten. Sofern überhaupt an diesem Plan festgehalten werde, könnten die frühestens im Dezember ausgeschrieben werden. Erst einmal stoppe er die Arbeit an der Ergänzungssatzung, die die Rechtsgrundlage sein soll, um den Rathausmitarbeitern angesichts des hohen Arbeitspensums nicht Arbeit zuzumuten, die möglicherweise vergeblich sei. Wer nach Bauland nachfrage, den werde man so lange abweisen. Auf der nächsten Stadtratssitzung solle sich der Stadtrat positionieren, ob daran weitergearbeitet werden solle. Vorgestern Abend ergriff keiner der Abgeordneten zu diesem Thema das Wort. Allerdings nahm auch kein Greifenhainer Kritiker an der Sitzung teil, um die Positionen den Vereins darzulegen.

Dafür haben laut Bürgermeister alle im Genehmigungsverfahren anzuhörenden Instanzen signalisiert, dass sie nichts erkennen könnten, was einem Beschluss dieser Satzung am 5. September entgegenstehen würde. "Vollkommen unverständlich" nannte Wolfgang Hiensch den geballten Widerstand aus Greifenhain. "Da stehen auch private Interessen dahinter. Das können wir beweisen", sagte er, ohne konkreter zu werden. Fakt sei: Die Zufahrt zum Greifenhainer Sportplatz und zu bereits bebauten Parzellen müsse so schnell wie möglich ausgebaut werden. In diesem Jahr sei das wohl nicht mehr realistisch. Und was den geforderten Spielplatz betreffe: Der lasse sich nur errichten, wenn die planungsrechtlichen Grundlagen geschaffen würden - etwa durch die nicht akzeptierte Ergänzungssatzung.

In Benndorf dagegen kann wohl bald ein neues Eigenheim errichtet werden. Der Stadtrat stimmte zu, einen der beiden auf dem ehemaligen Kindergarten-Areal vorgehaltenen Bauplatz in der Sportplatzgasse an eine junge Benndorfer Familie zu verkaufen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.07.2013

Ekkehard Schulreich

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_25730]Geithain. Mit einem Helferfest will sich der DRK-Kreisverband Geithain am 17. Juli bei allen ehrenamtlichen Unterstützern bedanken, die in den Tagen des Hochwassers mitgeholfen haben.

19.05.2015

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_25707]Narsdorf. Gefordert wie nie zuvor waren die drei Feuerwehren im Gemeindegebiet von Narsdorf in den Tagen des Hochwassers im Juni.

19.05.2015

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_25688]Geithain/Frohburg. Schüler der Geithainer Paul-Guenther-Schule und der Frohburger Schule "Maxim Gorki" beteiligten sich gestern am sachsenweiten Aktionstag "genialsozial".

19.05.2015
Anzeige