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Geithain Hiensch: „Wollen frühzeitig Konzept für unsere Schulen haben“
Region Geithain Hiensch: „Wollen frühzeitig Konzept für unsere Schulen haben“
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00:24 05.04.2018
Der Erweiterungsbau für die Frohburger Oberschule sollte erstmal ein Schlusspunkt sein. Doch jetzt kümmert sich die Stadt um Fördermittel für die Erneuerung der Toiletten im alten Grundschul- und Oberschulgebäude. Quelle: Jens Paul Taubert
Frohburg

Eine Oberschule, die gerade erst durch einen Drei-Millionen-Euro-Anbau ergänzt wurde, drei Grundschulen, vier Horte: Frohburgs Schullandschaft ist mit der Eingliederung von Kohren-Sahlis zu Jahresbeginn noch vielfältiger geworden. Dass sie Potenzial hat, davon ist Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) mit Blick auf die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes durch den Landkreis überzeugt.

„Wird bei Schülerzahlen Berg- und Talfahrt geben“

Er warnt allerdings davor, sich zurückzulehnen. „Die Bevölkerungsprognose ist durchaus nicht so, dass man jubeln kann. Deshalb wird es auch bei den Schülerzahlen in der Zukunft eine Berg- und Talfahrt geben.“

Mindestens mittelfristig sehe er die Grundschulen in Frohburg, Frankenhain und Kohren-Sahlis als gesichert an. Um die Oberschule – für das neue Schuljahr gibt es 79 Anmeldungen für die 5. Klassen – müsse man sich ebenso wenig Sorgen machen. Es gelte aber abzuwägen, wo man in den nächsten Jahren zielgerichtet investiere und wie man die vorhandenen Kapazitäten effektiver nutzen könne.

Toilettenerneuerung kostet an die 100 000 Euro

„Eigentlich hatte ich die Hoffnung, dass der Erweiterungsbau für unsere Oberschule erstmal ein Schlusspunkt ist. Doch es zeigt sich, dass die noch anstehende Erneuerung der Toiletten im alten Grundschul-/Oberschulgebäude an die 100 000 Euro kosten wird“, sagt Hiensch. Deshalb werde man sich dafür jetzt um Fördermittel kümmern.

Horte werden stark genutzt

Deutlich stärker als vor wenigen Jahren absehbar würden die Horte im Stadtgebiet genutzt. Die Neubauten „Einsteins“ und „Schlaufüchse“ in Frohburg kämen so bald an ihre Grenzen, und auch die Horte in Frankenhain und Kohren-Sahlis – die unter dem Dach der Schulen angesiedelt sind – seien gut ausgelastet. „Aber sollten wir deshalb einen nächsten Hort bauen?“, fragt Hiensch rhetorisch und plädiert für Zurückhaltung.

Es gelte, die vorhandenen Gebäude besser zu nutzen, um nicht in wenigen Jahren feststellen zu müssen, dass es plötzlich Überkapazitäten gebe. Das betreffe die Horte und die Grundschulen gleichermaßen.

Frankenhain: Schülerstrom gesteuert

Das Beispiel Frankenhain habe gezeigt, dass Aktionismus keinem helfe. Die Nachricht vom vergangenen Herbst, 37 Mädchen und Jungen hätten sich hier für das nächste Schuljahr angemeldet, doch fehlten für zwei 1. Klassen die Räumlichkeiten, habe für Aufregung gesorgt.

„Inzwischen zeigt sich, dass es richtig war, das Gespräch zu suchen und nichts zu überstürzen.“ Gemeinsam mit dem Landesamt für Bildung und Schule und im Einvernehmen mit den Eltern habe man den Schülerstrom so gesteuert, dass die maximale Zahl von 28 Schülern für eine 1. Klasse nicht überschritten werde.

Kohren-Sahlis: Gebäude bietet Entwicklungsmöglichkeiten

Was Kohren-Sahlis betreffe, sehe er in den nächsten Jahren sogar die Gefahr, dass die Mindestschülerzahl von 15 für eine 1. Klasse in den heutigen Grenzen des Schulbezirkes verfehlt werde. Dann werde man Eltern aus Nachbarorten für diese Schule zu gewinnen suchen, wie es Frohburg und Kohren-Sahlis in der Vergangenheit bereits erfolgreich praktiziert hätten.

Gerade auch das weitläufige Gebäude der Kohrener Schule, das sogar über ein Lehrschwimmbecken verfüge, biete für die Zukunft Entwicklungsmöglichkeiten. Die sollten in den nächsten Jahren durch weitere Investitionen untersetzt werden.

„Zukunft liegt in der Zusammenarbeit“

„Wir wollen frühzeitig ein Konzept für unsere Schulen haben, um deren Bestand zu sichern und um allen reinen Wein einzuschenken“, so Hiensch. Deshalb sei die Planung eine gute Sache.

Mit den Schulleitern sei man darüber bereits im Gespräch. Die Zukunft aller Schulen „liegt vor allem in der Zusammenarbeit, im gemeinsam abgestimmten mittelfristigen Handeln aller“. Fragen der Inklusion und der Ganztagsbetreuung spielten eine weiter wachsende Rolle, und heutige Grundschulbezirksgrenzen dürften kein Dogma sein.

Von Ekkehard Schulreich

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