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"Hier entwickelt man sich weiter"

"Hier entwickelt man sich weiter"

Denise Große strahlte am Sonnabend beim Tag der offenen Tür an der Evangelischen Schule für Sozialwesen "Luise Höpfner" über das ganze Gesicht. Gerade hatte die 16-Jährige aus Hopfgarten von Schulleiter Werner Müller erfahren, dass sie für das kommende Schuljahr angenommen ist.

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Beim Tag der offenen Tür an der Evangelischen Schule für Sozialwesen in Bad Lausick wurde auch kreativ gestaltet. Unter Anleitung von Mareike Harzendorf, Stefanie Straub, Isabel Lindner und Sophie Pohl (v. li.) konnten die Kinder hier Geschenkboxen, Freundschaftsbänder und andere nützliche Dinge anfertigen.

Quelle: Thomas Kube

Bad Lausick. "Ich freue mich sehr", bestätigte die Schülerin. Sie will in den ersten beiden Jahren an der Schule den Abschluss als Sozialassistent erwerben und dann ebenfalls hier die dreijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Erzieher beginnen, was eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt. Die Ausbildungsstätte liegt in der Nähe ihres Heimatortes. Doch Denise Große gefällt sie auch mit ihren "hellen Räumen und schönen Angeboten".

 

 

"Ich werde mich bewerben", stand am Sonnabend auch für die 15-jährige Pia Straube aus der Freiberger Gegend fest. Sie möchte den selben Weg wie Denise einschlagen, später in einem Kindergarten arbeiten. Die Atmosphäre und die Räume gefielen ihr besonders gut bei diesem ersten Besuch. Die Idee, sich hier umzuschauen, hatte sie von einem Bekannten, der an der Schule lernt. Sie wird dann das Wohnheim nutzen.

 

 

Besucher konnten sich auch kreativ betätigen. Die zehnjährige Tina stellte beispielsweise marmoriertes Papier selber her. "Die Kinder sind ganz fasziniert davon", freute sich Anna-Maria Lederhof. Die Leipzigerin ist im zweiten Ausbildungsjahr zum Sozialassistenten und will dann Erzieherin werden. Bei ihr konnte man mit Ölfarben und Tapetenkleister Papier marmorieren, so dass Bilder mit Überraschungseffekt entstanden. Der 24-Jährigen gefällt an ihrer Schule vor allem die familiäre Atmosphäre und das gute Verhältnis zu den Lehrern, das sie "auf Augenhöhe" beschrieb. Auch das Schulgeld sei an der staatlich anerkannten Ersatzschule in freier Trägerschaft nicht so hoch. Den selben Ausbildungsstand hat Annegret Kipping, die 19-Jährige möchte gern später in einer Kindereinrichtung arbeiten. Da sie aus Frauendorf kommt, liegt die Bad Lausicker Schule am nächsten, doch auch ihr gefällt das familiäre Miteinander hier.

 

 

Tina hat aus ihrem Papier als nächstes eine kleine Schachtel gebastelt, dabei half ihr Isabel Lindner. Sie hat im August ihre Ausbildung zur Erzieherin begonnen, war durch das Internet und Freunde auf die Bildungseinrichtung aufmerksam geworden und im Vorjahr zum Tag der offenen Tür erstmals hier. "Mein Gesamteindruck war sehr positiv", erinnert sie sich. Sie erhielt Beratung zu den finanziellen Bedingungen und den Tipp, ihr Englisch vor dem Schuljahresstart an der Volkshochschule aufzufrischen. "Das hat mir geholfen", berichtet die 29-Jährige aus Trebsen. Seit einer Woche absolviert sie in einer Kinderkrippe in Döben ihr erstes Praktikum. "Das macht sehr viel Spaß", berichtete die junge Frau. Ihre Entscheidung habe sie nicht bereut. "Ich bin noch mehr aus mir rausgekommen", erzählte sie, man entwickele sich weiter. Besonders gefällt ihr die viele Gruppenarbeit, das gegenseitige Helfen und der Austausch von Ideen.

 

 

220 angehende Sozialassistenten und Erzieher lernen derzeit an der Evangelischen Schule. Elf fest angestellte Pädagogen sowie Honorarkräfte unterrichten hier. "Man merkt, dass es mehr Schulen gibt, die Erzieher ausbilden", erklärte Werner Müller, der die Bildungseinrichtung seit rund drei Jahren leitet. Auch die Bewerberzahlen seien nicht so hoch wie früher. Verstärkt komme es aber vor, dass Menschen sich beruflich umorientieren, mehrere entsprechende Gespräche führte der Schulleiter auch am Sonnabend. Die älteste Schülerin sei über 50. "Weil wir eine kleine Einrichtung sind, können wir die Schüler intensiv begleiten", hob er hervor. Attraktiv sei auch die Möglichkeit, parallel zur Erzieherausbildung die Fachhochschulreife zu erwerben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.01.2014
Inge Engelhardt

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